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Hexen Horror #4 | “Witching & Bitching” (2013)

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Der spanische Regisseur Álex de la Iglesia lehrt die Männerwelt, was ihr passieren kann, wenn sie sich kontinuierlich über ihr Geschlechter-Gegenstück beschwert. Seine männlichen Helden geraten in die Fänge von Hexen, wirklich üblen Gestalten, die die Venus von Willendorf zum Leben erwecken. Diese gigantisch-unförmige und großbusige Kreatur beschert der spanischen Horrorkomödie Witching & Bitching aus 2013 dann ein wahres Spektakel-Finale.

Im Film sind die beiden Freunde José (Hugo Silva) und Tony (Mario Casas) gerade dabei, einen Pfandleiher auszurauben, wobei sie mittendrin selbst einem Streit verfallen, weil José seinen Sohn Sergio (Gabriel Delgado) mit zur “Arbeit” gebracht hat. Der Raubzug scheint dennoch gut zu gehen. Die Flucht gelingt, man kapert ein Taxi und zwingt den Fahrer Manuel (Jaime Ordóñez) sie über die spanische Grenze nach Frankreich zu bringen.

Sie landen allerdings in Zugarramurdi, einer kleinen Stadt in Navarrese und treffen dort auf eine kannibalistische Gruppe von Hexen, die von Graciana (Carmen Maura) angeführt wird und deren Mutter Maritxu (Terele Pávez) den kleinen Sergio in ihren Ofen stecken will. Und wieder kommen Fluchtgedanken auf.

Witching & Bitching

Die Diebe, der Sohnemann und der Taxifahrer auf dem Weg in ihr Verderben.

Witching & Bitching macht recht zügig deutlich, welcher Ton hier gesprochen wird. Gerade die Tatsache, dass Sohnemann Sergio mit auf den Raubzug kommen darf, sorgt sogleich für amüsante Momente. Vor allem wenn die beiden Gauner während ihrer Tat die Geschichte um Josés Sorgerechtsstreit mit der Mutter des Kinds ausdiskutieren, ist das höchst unterhaltsam mit anzusehen. Ganz nebenbei wird dann ein armer Kerl im Spongebob-Kostüm niedergeschossen.

Regisseur Álex de la Iglesia kombiniert seine Komödien-Elemente wild und ungestüm mit brutalen Schießereien und hexerischen Ekel-Momenten. Mit Sexy Hexy Carolina Bang als Eva sorgt er darüber hinaus dafür, dass durch den Film der Hexe auf ihrem fliegenden Besen ein ganz neues Bild zuteil wird. Eva dürfte tatsächlich die perfekte Verkörperung des Filmtitels darstellen.

Es steckt eine Menge Energie in dem Drehbuch, dass vom Regisseur in Zusammenarbeit mit Jorge Guerricaechevarría geschrieben wurde. Witching & Bitching erstrahlt hierdurch als eine pointierte Satire in Comic-Ästhetik.

Witching & Bitching

Die Venus von Willendorf wird zum Leben erweckt.

Der Film braucht zwar allerhand Zeit, um überhaupt dorthin zu kommen, wo er eigentlich hin möchte, aber wenn man sich der anfänglichen Länge hingibt, wird man mit reichlich späteren Horrorbildern belohnt. Witching & Bitching wirkt zu Beginn ein wenig wie Quentin Tarantinos Death Proof, während er in seiner zweiten Hälfte dann zu Planet Terror von Robert Rodriguez wird.

Hier packt Álex de la Iglesia dann auch sein wahres Spektakel aus. Er verfrachtet seine Figuren in eine gigantische Höhle, bevölkert sie mit abertausenden von Hexen, bringt die Venus von Willendorf ins Spiel und gibt seinem Film ein absolutes over-the-top Fun-Finale.

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