Loading...

Noomi Rapace & Michael Nyqvist kehren mit VERDAMMNIS zurück

Neues Team, gleicher Style. Obwohl Nils Arden Oplev (Verblendung) das Regie-Ruder abgegeben hat, fühlt sich auch Verdammnis, der zweite Teil der Millennium-Trilogie nach den Romanen von Stieg Larsson, verdammt kalt und schwedisch an. Verdammnis ist unter der Regie von Daniel Alfredson entstanden, Bruder von So Finster Die Nacht-Regisseur Tomas Alfredson. Vermutlich hat er bei ihm gelernt, wie man atmosphärisch kühl die Landschaften Skandinaviens filmisch abbildet und uns als Zuschauer die Kälte spüren lässt. Alfredson wurde dann auch gleich damit beauftragt, den finalen Teil Vergebung zu inszenieren.

Verdammnis
Mikael Blomqvist (Michael Nyqvist) ist in “Verdammnis” größtenteils auf sich gestellt

Dieses Mal liegt der Fokus viel mehr als noch in Verblendung auf Lisbeth Salander (Noomi Rapace). Sie findet ihr Foto in der Tagespresse. Auf einmal wird sie zur meist gesuchten Person des Landes, nachdem sie mit einem Doppelmord in Verbindung gebracht wird. Sie soll sowohl einen Millennium-Reporter aus Mikael Blomkvists (Michael Nyqvist) Team, als auch ihren vom Gericht vorgeschriebenen Vormund Nils Bjurman (Peter Andersson) getötet haben. Weshalb sie einen Millennium-Journalisten töten sollte, bleibt ein Geheimnis, aber für Bjurman, der sie im ersten Teil noch vergewaltigt hat, hat sie damit natürlich ein äußerst plausibles Motiv.  

Erneut spielt Rapace ihre gepiercte, tätowierte Punk-Heldin wie eine lebende Anime-Figur. Ihr gelingt es erneut und vielleicht sogar noch viel mehr als im ersten Teil, Lisbeth Salander als extreme Aussenseiterin darzustellen, die sich entgegen allen Schwierigkeiten, die auf sie warten, nicht brechen lassen will. Sie ist ein hartes Mädchen und lässt es die Welt auch spüren. Vor allem aber ist sie kompetent genug, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen.

Obwohl sie natürlich auf ein wenig Hilfe von Blomkvist angewiesen ist, von dem sie sich aber für einen großen Teil des Films fernhält. Zumindest rein körperlich gesprochen. Die Hackerin weiß natürlich digitale Wege zum Einsatz zu bringen, um verschlüsselt mit ihrem guten Freund vom Millennium-Magazin in Kontakt zu treten.

Verdammnis
Auch Lisbeth Salander (Noomi Rapace) ermittelt in “Verdammnis” alleine

Aber letztendlich agieren diese beiden Figuren in Verdammnis größtenteils getrennt voneinander. Lisbeth taucht dabei in ihre eigene Vergangenheit ein, um die sie natürlich Bescheid weiß, dennoch aber die Spuren zu gewissen Ereignissen zurückverfolgen muss. Zeitgleich übernimmt Michael Nyqvist als Blomqvist das Auge des Zuschauers. Mit ihm lernen wir als Außenstehende immer mehr über Salander und ihre bewegende Kindheit und Jugend. Dabei zeigt sich Blomqvist ebenso fasziniert von dieser Person, wie wir es inzwischen sein dürften.

Wo Verdammnis einen Krimi um Menschenhandel aufbaut und uns tiefere Einblicke in seinen Vorzeige-Charakter Lisbeth Salander gewährt, werden große Teile des Romans ausgelassen. Stieg Larssons Vorlage zu dieser Fortsetzung zeichnet ein starkes Portrait einer korrupten schwedischen Politik, manipulierbaren Gesetzen und einer Geschäftswelt frei von jeglicher Moral. Darauf müssen wir in der personalisierten Filmversion verzichten.

Hier tritt das Böse in Form eines enorm hünenhaften Blondschopfs namens Niedermann (Micke Spreitz) auf, der ebenso gut ein Bond-Bösewicht der 70er Jahre hätte sein können. Ein Henchman zu Georgi Staykovs diabolischen Alexander Zalachenko, der sich auf der Jagd nach Lisbeth Salander befindet.

Obwohl auch Verdammnis einen guten Krimi abgibt, steht er etwas hinter dem Erstling Verblendung zurück. Vor allem weil die beiden charismatischen Hauptdarsteller Blomqvist und Rapace für viel zu lange Zeit auseinander gehalten werden.

die neuesten beiträge