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In TRANSFORMERS (2007) kämpfen Autobots gegen Decepticons

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Hubschrauber im Sonnenuntergang. Von Bad Boys bis The Rock, in Pain & Gain oder natürlich Pearl Harbor. Es ist immer das erste Bild, das man mit Bay und seinen Filmen in Verbindung bringen kann. Irgendwo wird auch die amerikanische Flagge patriotisch im Wind wehen. Nun sollte man meinen, dass die Hasbro-Spielzeugreihe Transformers so einiges mehr bereithält, um sich in unsere Erinnerung zu brennen. Aber nein, nicht unter der Regie eines Michael Bay. Da verkommen Robo-Giganten zum Beiwerk, während Soldaten zu Helden werden, Helikopter am Horizont fliegen und die Stars & Stripes an jeder Straßenecke hängen.

In der Titelmelodie zur alten Transformers Cartoonserie heißt es noch “more than meets the eye”. Hinter Transformers steckt allerdings nicht mehr, als ein oberflächliches – sehr oberflächliches – Effektspektakel. Selbst im ersten Teil der Filmreihe, der noch von Steven Spielberg mitproduziert wurde und nach einem Drehbuch von Roberto Orci und Alex Kurtzman entstand (gemeinsam die Autoren von Filmen wie Mission: Impossible 3 und Star Trek), weiß man am Ende kaum noch, worum es nun eigentlich im Film ging?!

Transformers

Sam Witwicky (Shia LaBeouf) und Mikaela Banes (Megan Fox)

Shia LaBeouf spielt den Teenager Sam Witwicky, der in den Krieg zwischen den guten Autobots und den bösen Decepticons gerät. Ihren Kampf tragen diese beiden rivalisierenden Transformer-Gruppierungen ausgerechnet auf der Erde aus. Diese Maschinen sind dabei nicht einfach nur gigantische Roboter, sondern sie können sich in Alltagsmaschinen verwandeln – Autos, Flugzeuge, Schiffe, eigentlich alles was irgendwie maschinell betrieben wird.

Während die Autobots den AllSpark suchen um damit ihren zerstörten Heimatplaneten Cybertron wieder aufleben zu lassen, wollen die Decepticons dieses mystische Artefakt dazu benutzen, alle Maschinen der Erde zu einer gigantischen Armee umzufunktionieren. Sam und seine High School-Freundin Mikaela (Megan Fox) schließen sich den Autobots Optimus Prime, Bumblebee, Jazz, Ironhide und Ratchet an, den AllSpark vor den Decepticons zu finden und deren Pläne zu durchkreuzen.

Das Problem ist, dass wir gerne einen Transformers-Film sehen würden, aber schon von Beginn an Josh Duhamel und Tyrese Gibson in ihren Rollen als US-Soldaten viel zu viel Zeit für sich einnehmen. Nicht, dass die menschlichen Figuren in Transformers besonders ausgearbeitete Charaktere wären, aber sie stehen immer noch vor unseren liebsten Robo-Giganten, die wir mit Ausnahme von Optimus Prime (der große blau-rote LKW) und Bumblebee (der gelbe Chevrolet) kaum auseinanderhalten könnten – Prime ist der Anführer der Autobots, Bumblebee kommuniziert durch sein Autoradio, was diese beiden Figuren von der übrigen Transformers-Masse abhebt.

Transformers

Optimus Prime, der Anführer der Autobots

Die übrigen Autobots lassen sich allenfalls durch Farbunterschiede als verschiedene Figuren erkennen, sind als Charaktere aber bloß eine belanglose Metallmasse. Noch viel schlimmer ergeht es den Decepticons samt ihres Anführers Megatron (der ohnehin erst eine halbe Stunde vor Ende das Kommando übernimmt), die nicht einmal in Farbe getaucht, ein einzig zusammen gewürfelter Haufen von grau-metallischem Einheitsbrei darstellt.

Der erste Decepticon – und auch Transformer – den wir zu sehen bekommen ist Blackout, ein Kriegshubschrauber, der sogleich einen ganzen US-Armeestützpunkt auseinander nimmt. Hier wird bereits deutlich sichtbar, dass sich Michael Bay und sein Kameramann Mitchell Amundsen (G. I. Joe – Geheimauftrag Cobra, Jonah Hex) nicht auf die Figuren konzentrieren, sondern auf die großen Explosionen und das überall entstehende Chaos.

Wir sehen mit jeder Kampfsequenz und mit jeder Zerstörungsorgie mehr Autos herumfliegen, mehr Staub aufwirbeln und mehr feurig-entfachte Explosionen, als das wir das Geschehen wirklich erkennen könnten. Wer kämpft gegen wen, wer gewinnt die Oberhand oder wo befinden wir uns eigentlich gerade? Fragen, die man nur sehr spärlich während einer Actionsequenz beantworten kann.

Auf der anderen Seite sind diese unübersichtlichen und chaotischen Actionszenen immer noch besser als Shia LaBeouf in seiner Rolle als Sam Witwicky dabei zusehen zu müssen, wie er als “LadiesMan217” auf eBay surft oder mit seinem überdurchschnittlich albernden Eltern interagieren muss. Oder aber wir sind einfach nur bei den Eltern, wie sie gerade ihre Gartenarbeit erledigen – denn der Film hat ein unglaublich großes Interesse an dem Leben der Witwickys, die mit Nachfragen nach dem Masturbationsverhalten ihres Sohnes recht schnell ein American Pie-Niveau erreichen.

Der Most Valuable Player des Films spielt hinter der Kamera. Das ist Komponist Steve Jablonsky (Gangster Squad, Ender’s Game), der einen wundervollen Score erschaffen hat, dem der Film nie gerecht werden kann. Er erzeugt eine unglaublich mitreißende Epik, so dass die Musik alleine ausreicht, um uns in manch einer theatralischen Transformers-Massenszene doch noch emotional mitzuziehen.

Aber da kann man sich auch einfach den Soundtrack nach Hause holen und ist vermutlich gar besser unterhalten. So sehr Transformers auch pure Blockbuster-Unterhaltung darstellen soll, so sehr hätte man sich doch mehr Autobots und mehr Decepticons im Sinne der besseren Figurenentwicklung gewünscht. Stattdessen bekommen wir Unmengen von Bombast und eine Handlung, die wir binnen fünf Minuten nach Filmende schon wieder vergessen haben.

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