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In TRANSFORMERS – ÄRA DES UNTERGANGS übernimmt Mark Wahlberg

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Genug geschimpft über Michael Bay. Jeder neue Transformers-Film bringt die neue Debatte hoch, ob dieser Mann nicht schlicht nur Schrott produziert. Ja, tut er. Aber sein Schrott spielt an den Kinokassen eine ganze Menge Geld ein. So verwandeln sich auch in Transformers – Ära des Untergangs, dem vierten Teil der Hasbro-Spielzeug-Filmreihe, allerhand Vehikel in außerirdische Riesenroboter, die bei ihrem Kampf rund um die Welt mehr Schrott hinterlassen als jemals zuvor.

Der Film selbst zeigt sich mal wieder ohne Handlung. Es gibt die übliche Regierungsverschwörung, die irgendwo in jedem Transformers-Film zu finden ist, weil Michael Bay ein Fan des Soldaten an der Front ist, nicht derjenigen, die sich hinter ihrer Bürokratie verstecken. Friedliche Lösungen sieht dieser Regisseur nicht, für ihn muss der Soldat die Waffe in die Hand nehmen und selbst für Recht und Ordnung sorgen.

Deshalb gibt es eine ganze Menge Krachbumm, Bäng und Crash, belangloses aufeinander kloppen, herum fliegende Autoteile und im Falle von Ära des Untergangs sogar die legendären Dinobots, allen voran Grimlock, der metallische Tyrannosaurus Rex-Anführer dieser Gruppe von Robotern aus der Urzeit.

Der Film setzt fünf Jahre nach der Schlacht von Chicago in Transformers – Die dunkle Seite des Mondes an. Eine Geheimorganisation der Regierung jagt inzwischen sowohl Autobots als auch Decepticons. Die Erde soll wieder den Menschen gehören, Aliens die hier ihre Kriege austragen, werden nicht länger geduldet. Hierfür allerdings ist man ein Bündnis mit einer dritten Alien-Roboter-Partei eingegangen und man nimmt menschlichen Kollateralschaden in Kauf – zwei Dinge, die das Vorhaben nicht unbedingt glaubwürdig erscheinen lassen.

Transformers - Ära des Untergangs

Mark Wahlberg als Cade Yeager, Ersatzmann für Shia LaBeouf im TRANSFORMERS-Franchise

In dieser Welt gibt es nun auch keinen Sam Witwicky mehr, stattdessen bekommen wir den immerzu scheiternden Erfinder Cade Yeager (Mark Wahlberg), den Bay aus seinem Film Pain & Gain mit viel zu viel Rest-Muskelmasse in sein Lieblingsfranchise herüber gebracht hat. Er spielt den Papa von Nicola Peltz, die sich in bester Bay-manier in kurze Höschen quetschen darf, nur um von Papa zu hören zu bekommen, dass ihre Shorts mit jeder Sekunde kürzer zu werden scheinen!

Selbstironie? Selbsterkenntnis? Nein, denn Tessa Yeager wird sich weiter so kleiden und Michael Bay wird die Sexualisierung weiter vorantreiben. Der Spruch dient nur unserer Erkenntnis, dass er die Kritik kennt, sie ihm aber egal ist.

Die überdimensionierten Transformer-Roboter stampfen diesmal in die Fußstapfen Godzillas, wenn sie in Tokio zu Besuch sind. Damit zeigt Transformers – Ära des Untergangs nur, was für eine kalkulierte Maschinerie hinter dem Franchise steckt. Dort, wo regelmäßig Filmmonster die Städte platt machen, genießt jedes Ungetüm einen gewissen Lokalpatriotismus, der in diesem Fall ein zahlendes Publikum garantiert.

Und in einem Film, in dem die Aliens von der Erde verbannt werden sollen, erfinden sich die Menschen dann mal eben ihr eigenes Transformium, das Metall, aus dem die Autobots und Decepticons offenbar geschmiedet sind. Das führt zu immer neuen Figuren, um am Ende eine unübersichtlich große Masse an Schrott vor sich zu haben.

Transformers - Ära des Untergangs

Optimus Prime kämpft mal wieder für die Autobots und um den Erhalt der Menschheit.

Immerhin hat Michael Bay mitbekommen, dass er keine Action filmen kann, diese sich bei ihm immer in unüberschaubares Gewusel verheddert. Seine Lösung ist die Zeitlupe, die nun bei jedem Kampf von Autobots, Decepticons und wer noch so alles mitmischt zum Einsatz kommt.

Am Ende offenbart sich Michael Bay wieder nur als Regisseur von Werbespots, wenn er im Commercial Style Mark Wahlberg ein Bud Light inmitten des tobenden Transformer-Kriegs öffnen und trinken lässt. Irgendwie muss der ganze Schrott ja finanziert werden.

Denis Sasse
Ich schreibe seit 2009 über Filme und habe viele Jahre Hörfunk-Beiträge zu unterschiedlichsten Medieninhalten produziert. Beim Radio durfte ich meine eigene Kino-Sendung planen und moderieren. Irgendwie habe ich ein Studium der Literaturwissenschaft und der Medienwissenschaften dazwischen gequetscht. Jetzt lehre ich an einer Hochschule über Thematiken in den Bereichen Film, Fernsehen, Social Media und Medienpädagogik.

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