Filmkritik

“Tinkerbell und die Piratenfee” von Peggy Holmes

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Von links nach rechts: die Feen Zarin, Lidia, Tinkerbell, Silvermist, Rosetta, Fawn und Iridessa in ToonDisneys "Tinkerbell und die Piratenfee"

Von links nach rechts: die Feen Zarin, Lidia, Tinkerbell, Silvermist, Rosetta, Fawn und Iridessa in DisneyToons “Tinkerbell und die Piratenfee”

Es ist sicherlich der Traum vieler Kinder – und mancher Erwachsenen – einmal in Feenstaub gepudert zu werden und zu Peter Pan und seinen verlorenen Kindern ins Nimmerland zu fliegen. Der Feenstaub kann aber mehr als nur Menschen zum fliegen zu bringen. Im bereits fünften Abenteuer der Tinkerbell-Reihe aus den DisneyToon Studios erfahren wir, dass es mehr mit dem magischen Staub auf sich hat. Feen die besonders schnell fliegen können, Feen die mit Tieren sprechen können, Feen die Pflanzen wachsen lassen oder das Wasser kontrollieren. Natürlich wissen das die hartgesottenen Fans schon, denn mit Tinkerbell und die Piratenfee erscheint bereits der fünfte Teil der Reihe, die bisher scheinbar so klein gehandelt wurde wie die Feen selbst.

Völlig zu unrecht. Denn gerade mit diesem neuesten – viel umworbenen – Abenteuer der kleinen Geschöpfe aus der Feder von J. M. Barrie, zeigt Regisseurin Peggy Holmes (Arielle, die Meerjungfrau – Wie alles begann) eine amüsante Geschichte, in deren Zentrum es um Freundschaft geht. Aber eben auch um noch viel mehr.  So gilt es hier in Frage zu stellen, ob man denn immer alles so hinnehmen muss,  wie es traditionell gedacht ist. Mut zum Neuen. Mut zu Veränderungen. Mut zum Chaos. Passend fügt sich hier der Titelsong der britischen Musikerin Natasha Bedingfield ein, die in einem fröhlichen Popgeträller I wanna feel free to be who I am von sich gibt, what I’m about is more than I’ve been, ready to show the world who I am. Der Wunsch nach etwas Anderem geht aus dem Wunsch hervor, ein Individuum zu werden, das sich aus den bestehenden Mustern lösen darf.

Die Piratenfee Zarina

Die Piratenfee Zarina

Hier geht es jedoch nicht etwa um Tinkerbell, sondern um die befreundete Fee Zarina. Sie hinterfragt das bestehende System der Feenstaub-Herstellung, sorgt für reichlich Tumult mit einem missglückten Experiment und wird aus dem Dorf verbannt. Das hat zur Folge dass sich die kleine missverstandene Fee den Piraten zuwendet, gar zu ihrem Kapitän wird. Sie stiehlt blauen Feenstaub aus ihrem ehemaligen Zuhause, mit dem sie dazu in der Lage ist, für die Piraten ihr ganz eigenes magisches Erzeugnis herzustellen. Tinkerbell und ihre Freundinnen machen sich auf, Zarina von ihrem Plan abzuhalten. Doch als sie ihr gegenüber stehen, bringt diese das Leben der Feen ganz schön durcheinander: auf einmal sind die jeweiligen Kräfte und besonderen Eigenschaften der Feen vertauscht und jede muss versuchen, mit ihren neuen Talenten klar zu kommen während die Piraten immer noch aufgehalten werden wollen.

Tinkerbell und die Piratenfee ist dabei vor allem besonders bunt angelegt. Der Feenstaub glitzert in all den schönen Farben: von lila über orange, bis zu pink und blau, aber mit dem Talente-Tausch laufen auch die Kleider der kleinen Feen farblich eine Veränderung durch. Mehrfarbig statt Monoton kommen Tinkerbell und die anderen daher. Zarina sorgt für die Zuschauer also auch visuell für einiges an Chaos. Hieraus entsteht auch der Humor des Films. Der Talente-Tausch ruft erzürnte Bosheit über die neuen, farblich ganz und gar nicht passenden Kleider hervor, oder aber es ist das Unvermögen das neue Talent anzuwenden und zu kontrollieren, ein Umstand der dumme Gesichter hervor zaubert.

Rosetta freundet sich mit einem Baby Krokodil an

Rosetta freundet sich mit einem Baby Krokodil an

Ebenso wie der Film überraschend spaßig daher kommt, so schön sind viele Landschaftsbilder gestaltet worden. Der Draufblick auf die Nimmerland-Insel. Das Piratenschiff, dass bei starken Wellengang in der Ferne zu sehen ist. Eine Insel geformt wie ein Totenkopf. Es gibt immer wieder kleine Ah-Momente, die darüber hinweg trösten, dass die Figurenanimationen etwas verstaubt wirken.

Den Spaß hält der Film bis zur letzten Minute durch. Gerade das große turbulente Finale ist intelligent und aufregend zugleich gestaltet. Auch hier zeigt sich die Thematik des Films, wenn die Feen im Kampf gegen die Piraten ein heilloses Durcheinander provozieren. Und allerspätestens wenn Gartenfee Rosetta mit Augenklappe geziert und schwingendem Säbel auf einem Baby-Krokodil über das Deck des Piratenschiffs reitet, müsste sich doch auch bei dem letzten Skeptiker ein kleines Lächeln wiederfinden lassen.

Tinkerbell und die Piratenfee
Regie: Peggy Holmes, Drehbuch: Jeffrey M. Howard, Kate Kondell
Laufzeit: 78 Minuten, ohne Altersbeschränkung, Kinostart: 12. Juni 2014
im Netz: Tinkerbell und die Piratenfee bei Disney
alle Bilder © Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH

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