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Matthew McConaughey taucht in THE SEA OF TREES von Gus van Sant

Der japanische Aokigahara Wald bietet unfassbar guten Stoff für unheimliche Geschichten. Hier kommen Menschen aus der ganzen Welt her um sich das Leben zu nehmen. Zuletzt hat sich Regisseur Jason Zada hier an dem Horrorfilm The Forest versucht. Ihm ist es nicht ganz gelungen, den Mythos, der diesen Wald umgibt, auf Film zu bannen. Nun kommt Regisseur Gus van Sant (Milk, Promised Land) daher und schickt in The Sea of Trees das Darsteller-Duo Matthew McConaughey und Ken Watanabe in die ewigen Weiten dieses mit Leichen gepflasterten Stückchens Natur.

Wir lernen Matthew McConaugheys Arthur Brennan kennen, als er es sich im besagten Aokigahara Wald gerade gemütlich macht und sich das Leben nehmen will. Dann aber sieht er Takumi Nakamura (Watanabe), der blutverschmiert einen Ausweg aus dem dichten Wald sucht. Arthur entschließt sich, dem Mann zu helfen und gemeinsam stellen sie sich dem schier ausweglosen, unüberschaubar großen Wald.

The Sea of Trees
Matthew McConaughey und Naomi Watts in “The Sea of Trees”

The Sea of Trees von Drehbuchautor Chris Sparling (der den großartigen Buried und den furchtbaren ATM geschrieben hat) stellt sich als Mix aus The Forest und A Long Way Down (nach dem Roman von Nick Hornby) heraus.

Leider zeigt uns der Film nicht den psychischen Horror, den der Aokigahara mit sich bringen kann, weil wir immer wieder von Gus van Sant aus der Handlung gerissen werden, wenn er in Flashbacks in den Alltag Arthur Brennans springt, wo er Probleme mit seiner Frau (Naomi Watts) zu lösen versucht.

Natürlich werden diese Flashbacks so verschachtelt, dass wir mit jedem neuen Rückblick glauben zu wissen, weshalb sich McConaugheys Figur das Leben nehmen will. Immer wieder entwickelt sich diese Handlung aber ein Stück weiter und verschleiert den wahren Grund. Allerdings nehmen diese Rückblicke dem Film seine Atmosphäre. Uns kümmert gar nicht das “warum”, weil uns die Figuren eher fremd bleiben.

The Sea of Trees
Ken Watanabe in “The Sea of Trees”

Wie schon in The Forest versteht es auch dieser Regisseur nicht, wer sein wahrer Hauptdarsteller ist: der Wald. Immer wenn The Sea of Trees uns diesen zeigt, tauchen wir in dieses mystische Gefühl ein, das den Wald umgibt.

Allein die Idee, dass der Film zum Teil auch ein Survival Drama ist, hätte viel mehr ausgespielt werden können. Ein Survivalfilm in einem Wald, der für Selbstmorde bestimmt ist, hätte zudem eine unfassbar kuriose Gegenüberstellung abgegeben.

Stattdessen bekommen wir sich wiederholende Momente (den Männer geschieht in dem Wald scheinbar immer dasselbe) und spirituelles Gerede über die Vergänglichkeit der Dinge. Das hätten McConaughey und Watanabe ebenso gut Zuhause am Esstisch ausdiskutieren können. Hierfür wäre es nicht nötig gewesen, die coole Atmosphäre des Selbstmord-Waldes zu verschwenden.

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