Filmkritik

The Divergent Series: Insurgent

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Man geht mit einer gewissen Vorerwartung an ein Sequel, das ohnehin einer Reihe zugehörig ist, dass wiederum auf einer weiteren erfolgreichen Serie basiert. Komplexes Gedankenmodell, aber in der Ausführung pure finanzielle Logik. Nach dem Erfolg der Hunger Games – die Tribute von Panem – mussten anderen Sci-Fi Teen-Dystopien her, um das Kino zu füllen. Mit Shailene Woodley und Divergent hatte man ein perfektes Duo gefunden. Ganz ehrlich, der erste Teil der Film-Adaption lag qualitativ weit hinter den Hunger Games, konnte aber in der breiten Fülle von Versuchen zum legitimen Nachfolger ernannte werden – vor allem stellte sich Hauptdarstellerin Woodley als fantastischer Jungdarsteller-Fund heraus.

Nun kommt das Sequel Insurgent von Regisseur Robert Schwentke daher. Sollte man hier schon skeptisch werden? Von ihm kam der furchtbare R. I. P. D. mit Jeff Bridges und Ryan Reynolds, eine Verschwendung von Filmzeit, eine Frechheit für jeden Fan der Comics. Und so geht es mit Insurgent weiter. Sollte das Buch tatsächlich ebenso miserabel erzählt sein wie der nun dazugehörige Film, hätte Schwentke so allerhand für die Kino-Adaption verändern sollen, um das Storytelling zu retten. Das hätte ihn zu einem guten Regisseur gemacht.

Aber da zeigt sich schon Problem Nummer 1: Der Film fühlt sich an wie ein durchblättern durch ein Buch, von dem die wichtigen Handlungspunkte schnell abgefilmt worden sind. Wir sind hier auf Seite 10, filmen, weiter zu Seite 34, fertig und weiter. Das bewirkt, dass wir mit keinem der Charaktere auch nur Ansatzweise mitfühlen können, wollen, möchten. Es bleibt durchgehend wie Kate Winslet spielt…stur, starr, bloß nicht bewegen, bloß keine Gesichtszüge zeigen, die komplette Unlust im Gesicht der Schauspieler. Sie alle hätten besseres zu tun, sind aber in der Welt dieser Teenie-Romanreihe vertraglich gefangen und ziehen es bestmöglich durch, ohne Schmerzen zu erleiden.

Shailene Woodley macht das noch am besten. Sie wirft ihr Talent in die Rolle und versucht zumindest noch etwas herauszuholen, ihren Fans eine gute Zeit zu bescheren. Leider ist sie die einzige im Cast, die so vorbildlich agiert. Miles Teller (Whiplash, Fantastic Four) und Ansel Elgort (Das Schicksal ist ein mieser Verräter) wirken einfach fehl am Platz, Kate Winslet und Neuzugang Octavia Spencer zeigen ihre unbewegten Gesichter als Star-Zugabe, Theo James und Jai Courtney beweisen dass sie keine Schauspieler sein sollten oder aber sich perfekt in das Nicht-Schauspiel dieses Films einfinden können.

Das macht Insurgent zum puren Fan Service. Die Buch-Liebhaber erkennen vermutlich einige ihrer Highlight-Szenen wieder, können mit dem ganzen Gerede von den unterschiedlichen Fraktionen etwas anfangen, verstehen diese Welt die da auf die Leinwand gebracht wird, weil sie alle Zeilen zu lesen bekommen haben. Diejenigen die versuchen sich in die Divergent-Filmwelt hinein zu leben, ohne diese Vorkenntnisse mitzubringen, werden zusammenhanglose Episoden vorgelegt bekommen, die ziellos dahin gefilmt wirken.

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