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Spider-Man: Homecoming (2017)

Marvel versteht es nur allzu gut, das Miteinander ihrer Helden im MCU zu einem gigantischen Netz zusammen zu spinnen. Wie passend für Spider-Man: Homecoming. Im ersten Solo-Abenteuer und 16. Film des MCU werden wir zurück zu den Ereignissen aus dem 2012er Avengers-Film geführt. Hier ist Adrian Toomes (Michael Keaton) mit den Aufräumarbeiten nach der Schlacht von Manhattan beschäftigt. Sein lukratives Geschäft wird von der Regierung unterbunden. Aber gemeinsam mit seinen Männern kann er einen Teil der Alien-Technologie verschwinden lassen um sich sein Vulture-Kostüm zu basteln.

Auftritt Peter Parker (Tom Holland), der sich nicht nur mit dem Geier herumschlagen muss. Für ihn existieren ebenso die alltäglichen Scherereien der High School. Hier wird er mit seinem besten Kumpel Ned (Jacob Batalon) von Flash Thompson (Tony Revolori) gehänselt. Auch die neue Freundschaft zum Tomboy Girl Michelle (Zendaya) ist eher kompliziert. Dann entdeckt Peter auch noch die wundervolle Liz Allen (Laura Harrier), die ihm den Kopf verdreht.

Homecoming als Superhelden-Ferris macht blau

Derweil erhält er von Tony Stark (Robert Downey Jr.) den wertvollen Ratschlag, sich aus dem Superhelden-Leben rauszuhalten und einfach nur ein Teenager zu sein, der bei einer äußerst sexy Tante May (Marisa Tomei) aufwachsen darf. Damit findet sich auch Spidey in bester Teen-Film Tradition wieder, bei der die Überheblichkeit des Alters eine Ignoranz gegenüber den Problemen der Jugend heraufbeschwört.

Und das macht aus Homecoming am ehesten die Superhelden-Variante von Ferris macht blau, John Hughes 1986er Film. Dieser wird gleich mehrfach und einmal gar sehr vorlagentreu mit zitiert.

Neben dem Vulture hat es sich Regisseur Jon Watts nicht nehmen lassen, seinem Film noch weitere Schurken aus der sehr reichen Rogues Gallery des Netzschwingers unterzubringen. So unterstützen sowohl der Tinkerer (Michael Chernus) als auch zwei Inkarnationen des Shockers (Logan Marshall-Green und Bokeem Woodbine) den Vulture. Gerade mit dem Shocker traut sich Marvel hier zum ersten Mal daran, eine Form des Comic-Storytellings in ihre Filmwelt zu holen. Denn hier konnt es immer wieder dazu, dass andere Personen die Identität eines altbekannten Superhelden oder Superschurkens übernehmen und in dessen Tradition seine oder ihre Arbeit fortführen.

Michael Keaton als der Vulture

Aber niemand kommt an die grandiose Boshaftigkeit eines Michael Keaton heran. Spider-Man: Homecoming verstrickt seinen Adrian Toomes wunderbar in die Ereignisse um die Avengers indem der Arbeiter-Hass auf den Multimillionär Tony Stark geschürt wird. Der Vulture stellt sich mit seiner Wut gegen Spider-Man und Peter Parker gleichermaßen und wird so zu einer Bedrohung in beiden Welten.

Spider-Man Homecoming

Keaton hat ein absolut ausdrucksstarkes Spiel und kann seiner Mimik eine abartige Groteske verleihen. Das lässt die Gespräche zwischen Adrian Toomes und Peter Parker recht unbehaglich erscheinen. Dass das im Film zugleich eine Szene imitiert, vor der Teenie Jungs sicherlich auch ganz ohne Superschurke Angst haben, wirkt wie aus dem wahren Leben genommen. Und hier hat man ihn wieder, diesen Ferris macht blau-Teenie Alltag-Problemfilm.

In all diesem Wirrwarr ist es fast zu einfach, die Leistung von Tom Holland zu vergessen. Aber genau das darf man nicht tun. Ihm gelingt es, binnen weniger Sekunden Spider-Man und Peter Parker ein neues Gesicht und eine neue, jüngere Dynamik zu verleihen. Erst einmal im Film drin, sind Maguire und Garfield schnell vergessen. Es besteht überhaupt kein Zweifel mehr daran, dass dieser begeisterungsfähige Holland der perfekte Spider-Man für das Marvel Cinematic Universe ist.

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