Marvel versteht es nur allzu gut, das Miteinander ihrer Helden und Schurken im Cinematic Universe zu einem gigantischen Netz zusammen zu spinnen. Wie passend für Spider-Man: Homecoming, das erste Marvel Solo-Abenteuer für die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft.

Auftritt für einen neuen Peter Parker, nach Tobey Maguire und Andrew Garfield von Tom Holland verkörpert. Dieser muss sich nicht nur mit dem schurkischen Geier (Michael Keaton) herumschlagen, sondern auch mit den alltäglichen Scherereien der High School. Spider-Man: Homecoming lässt sich wunderbar als die Superhelden-Variante von Ferris macht blau, dem John Hughes 1986er Klassiker mit Matthew Broderick als Schulschwänzer verstehen, mitsamt einer Szene, die ein direktes Filmzitat darstellt.

Von Tony Stark bekommt Peter derweil den wertvollen Ratschlag, dass er sich aus dem Superhelden-Leben lieber raushalten soll um einfach nur ein Teenager zu sein. Natürlich will Peter davon nichts hören. So nimmt er es nicht nur mit dem Vulture auf, sondern auch mit diversen anderen Schurken, denen Regisseur Jon Watts einen Auftritt gewährt: der Tinkerer wird von Michael Chernus gespielt und in bester Comic-Tradition gibt es gleich zwei Varianten des Shockers zu sehen.

Michael Keaton als diabolischer Geier

Dem Shocker gebührt eine grandiose Fight-Sequenz auf dem Busparkplatz des Schulgeländes. Hier verschmelzen die Welten des Schülers Peter Parker und des Helden Spider-Man. Das wahre böse Gesicht ist natürlich Michael Keaton, der Hinterlist und Gerissenheit kombiniert und doch ein nachempfindbarer Schurke bleibt.

Er wird geschickt in die Ereignisse um The Avengers aus 2012 verwickelt, wo sein Hass auf den damaligen Arbeitgeber Tony Stark seinen Lauf nimmt. Keaton hat ein absolut ausdrucksstarkes Spiel und kann seiner Mimik eine abartige Groteske verleihen. Das macht sogar ein bloßes Gespräch mit ihm recht unbehaglich.

In all diesem Wirrwarr ist es fast zu einfach, die Leistung von Tom Holland zu vergessen. Aber genau das darf man nicht tun, denn ihm gelingt es, binnen weniger Sekunden Spider-Man und Peter Parker ein neues Gesicht und eine neue, jüngere Dynamik zu verleihen. Es geht ganz schnell, bis überhaupt kein Zweifel mehr daran besteht, dass dieser begeisterungsfähige Holland der perfekte Spider-Man für das Marvel Cinematic Universe ist.

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