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SHIMMER LAKE ist ein Netflix-Thriller im Rückwärtsgang erzählt

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Mit seinem 2000er Backwards-Thriller Memento konnte Christopher Nolan seinerzeit nicht nur auf sich Aufmerksam machen, sondern auch seiner Karriere als High Quality Regisseur einen gehörigen Jump Start versetzen. Das wird bei Oren Uziel vermutlich nicht der Fall sein, aber mit seinem Netflix Thriller Shimmer Lake legt der Drehbuchautor von 22 Jump Street trotzdem ein ziemlich gutes Regiedebüt hin.

Der Film erzählt von dem Kleinstadt-Sheriff Zeke Sikes (Benjamin Walker), der den drei Bankräubern Ed Burton (Wyatt Russell), Chris Morrow (Mark Rendall) und seinem eigenen Bruder Andy Sikes (Rainn Wilson) hinterher jagt. Dem lokale Richter (John Michael Higgins) liegt ebenfalls etwas daran, dass die Ganoven geschnappt werden, deren Antrieb scheinbar Eds Ehefrau Steph Burton (Stephanie Sigman) ist. Dabei muss sich Sheriff Sikes auch gleich noch mit den ebenfalls ermittelnden FBI-Agenten Walker (Ron Livingston) und Biltmore (Rob Corddry) herumschlagen.

Shimmer Lake

Die Bankräuber Ed Burton (Wyatt Russell, rechts), Chris Morrow (Mark Rendall, links) und Andy Sikes (Rainn Wilson, mitte)

Dabei beginnt Shimmer Lake seine Erzählung am Freitag, wo Andy mit einer Tasche voller Geld auf der Flucht ist. Dann aber springt der Film zurück zum Donnerstag, gefolgt vom davor liegenden Mittwoch. Wir erfahren dass Andy und Zeke Brüder sind, was die Jagd wiederum für den Sheriff etwas verkompliziert. Wir lernen irgendwann den Richter kennen, dem die ausgeraubte Bank gehört und von einer Tragödie, die in Ed und Steph Burtons Vergangenheit liegt.

Die Handlungsstränge spielen sich wunderbar im Rückwärtsgang ab und klären sich am Ende mit dem einen oder anderen Twist auf. Am Ende sind wir am Anfang der Woche angekommen, wo der Banküberfall als großes Finale stattfindet, obwohl es eigentlich der Ursprung aller Dinge war.  

Damit zieht der Film uns durch sein Storytelling ganz tief in die Handlung hinein. Die Figuren werden sorgfältig eingeführt und zum Einsatz gebracht, so dass jede einzelne Person durchaus interessant wirkt.

Shimmer Lake

Sheriff Zeke Sikes (Benjamin Walker, vorne) muss sich mit den FBI-Agenten Walker (Ron Livingston,links) und Biltmore (Rob Corddry, rechts) herumschlagen

Vor allem Darsteller Rainn Wilson leistet dabei großartige Schauspielarbeit. Aus dem Comedy-Fach kommend und vor allem als Dwight Schrute aus der US-Serie The Office bekannt, kann er seinen Familienvater mit ausreichend tragischer Komik ausstatten, dass es sowohl amüsant als auch immer spürbar im Thriller verortet bleibt, wenn er von einer in die nächste unpässliche Situation gerät und in die blödesten Momente stolpert.

Filme wie Shimmer Lake sind es, die mit Netflix einen guten Ort gefunden haben um vielleicht doch von ein paar mehr Menschen entdeckt zu werden, als es im Kinosaal der Fall wäre. Ein kleines Regiedebüt, bei dem sich alle Beteiligten vor und hinter der Kamera ausprobieren möchten (die Darsteller in für sie ungewöhnlichen Rollen) und eine nicht handelsübliche Erzählform. Mit all dem wird dann bessere Unterhaltung geboten, als es jede Adam Sandler/Netflix-Kooperation bisher geschafft hätte.

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