Filmkritik

Schmerzensgeld (VÖ: 5. Mai 2015)

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SchmerzensgeldSCHMERZENSGELD – WER REICH SEIN WILL MUSS LEIDEN oder als Originaltitel THE BRASS TEAPOT, vielleicht als Anlehnung an den 1964er THE BRASS BOTTLE, aus dem später die Fernsehserie BEZAUBERNDE JEANNIE wurde – ein Teekessel voll mit Zaster – ist das Spielfilm-Regiedebüt von Ramaa Mosley, die hier nach einem gemeinsam mit Tim Macy geschriebenen Drehbuch eine moderne Fabel auf Geld und die Bedeutung des amerikanischen Traums gedreht hat. „From rags to riches“ oder das deutsche Äquivalent „Vom Tellerwäscher zum Millionär“ steht im Mittelpunkt dieser Story mit Juno Temple, Michael Angarano, Alexis Bledel, Billy Magnussen, Alia Shawkat und Debra Monk.

Der Film basiert auf der Comic-Kurzgeschichte THE BRASS TEAPOT (vom Mit-Drehbuchautor Tim Macy) und erzählt von John (Angarano) und Alice (Temple), die in einer Kleinstadt inmitten der USA leben. Sie sind in ihren 20ern, bereits verheiratet, total ineinander verknallt und bis aufs letzte Hemd ausgebrannt. Alice schafft es nicht irgendwo Fuß zu fassen, während ihre Freundinnen das schöne Leben genießen. John wird derweil von neurotischen Phobien geplagt, während er sich ganztägig darüber den Kopf zerbricht, wie er die ganzen Rechnungen bezahlen soll.

Ein Unfall führt sich dann aber zu einem Antiquitäten-Laden, in dem Alice sich zu einer mysteriösen Teekanne hingezogen fühlt. Geschaut, geklaut, denn sie finden heraus, dass in diesem Ding magische Kräfte verborgen liegen, die ihnen ihre Sorgen vom Hals schaffen können. Aber wie immer gilt auch hier: „Be careful what you wish for“. Vor allem wenn die finanziell lukrativen Geschenke dieser Teekanne nur herbeigeführt werden können, indem Alice und John sich Schmerzen zufügen. Sich zu Tode ackern um ein bisschen Geld zu machen bekommt eine ganz neue Bedeutung.

Der Film ist schlau genug die Story nicht bis zum Erbrechen auszureizen. Auch wenn es reizend ist den beiden Hauptdarstellern zuzusehen, werden bald neue Erkenntnisse in die Handlung eingewebt. So erfahren die beiden Hauptprotagonisten, dass sie nicht nur sich selbst, sondern auch anderen Schmerzen bereiten können, führen aber doch lieber weiter die Selbstzerstümmelungen fort. Wirklich böse wird diese – vielleicht muss man es erwähnen – Komödie erst, wenn herauskommt, dass nicht nur körperliche, sondern auch seelische Schmerzen den Teepot spendabel werden lassen.

Ein wenig erinnert SCHMERZENSGELD an Richard Kellys THE BOX. Beide Filme könnten auch zusammen geschrumpft auf eine TWILIGHT ZONE-Episode funktionieren. Was bei THE BOX sichtlich besser gewesen wäre, weil die Luft zu schnell raus ist. SCHMERZENSGELD bekommt aber die Kurve und hält uns durch immer neue Ideen-Einwürfe rund um den Geld auswerfenden Teekessel bei Laune. Darüber hinaus macht es einfach Spaß Juno Temple und Michael Angarano dabei zuzusehen, wie sie hier ihr hartes Geld verdienen.

Derweil wollen wir mal kein Wort über die äußerst konstruierte Herkunft eben jenes Teepots verlieren. Soweit hätte man nun wirklich nicht gehen brauchen.

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