Filmkritik

“Riddick” mit Vin Diesel

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Riddick_CoverMit einem kleinen Cameo-Auftritt in The Fast and the Furious: Tokyo Drift sicherte sich Vin Diesel 2006 die Rechte an dem gesamten Riddick Franchise mitsamt dem von ihm dargestellten Richard B. Riddick. Inzwischen strebt er gemeinsam mit Regisseur und Autor David Twohy den vierten und fünften Teil der Saga an, während die Trilogie-Komplettierung unter dem schlichten Titel Riddick jüngst den Heimmedienmarkt erreicht hat. Vin Diesel wird dieses Mal von Battlestar Galactica-Darstellerin Katee Sackhoff und dem zukünftigen Guardian of the Galaxy Dave Bautista umringt, um in dem in Deutschland mit „Überleben ist seine Rache“ untertitelten Film zurück zu Riddicks Wurzeln zu finden.

Riddick wurde von seinen eigenen Leuten verraten und zum Sterben auf einem von der Sonne verbrannten Planeten zurück gelassen. Wie so viele Westernhelden – von Daniel Craig in Cowboys vs. Aliens bis hin zu Armie Hammer in The Lone Ranger – erwacht Riddick in einer unliebsamen Umwelt, für den Zuschauer als hochstilisierter Hintergrund in Szene gesetzt. Vin Diesel manövriert sich durch eine orange-rot getönte Welt, die äußerst vehement die Assoziationen zu am Computer entstandenen Bildern aufkommen lassen. Es ist eine Filmwelt die an ein Videospiel erinnert, Vin Diesel in Videogameland mit Kreaturen, wie man sie in Sci-Fi Rollenspielen erwarten würde. Immerhin sehen die Bilder wie hübsch gestaltete Videospiel-Zwischensequenzen aus.

In dieser Welt muss sich Riddick also im Alleingang zur Wehr setzen. Erst sind es aggressive Alienkreaturen, die ihm auflauern, später gesellen sich noch zwei rivalisierende Kopfgeldjäger Gruppierungen hinzu. Und auch wenn alles nach Flucht erscheint, haben wir es natürlich mit Riddick zu tun, dem „bad motherfucker“, der mit wehenden Umhang am Horizont erscheint um seinen Peinigern angstfrei entgegen zu schreiten. Riddick bleibt ein Mann weniger Worte, er glänzt durch zumeist brutale Handlungen. Der stille Riddick wie wir in noch aus Pitch Black kennen, wo wir diese Nebenfigur lieben gelernt haben, nur um sie später als plakativ stumpfen Grobian in einem Franchise untergehen zu sehen, bleibt zwar hier ebenso schweigsam, entwickelt sich aber in Off-Erklärungen zum wahren Plappermaul. Aber es benötigt eines Geschichtenerzählers um Riddick für die Zuschauer gänzlich verständlich zu halten.

Riddick gegen CGI-Tierchen

Riddick gegen CGI-Tierchen

Riddick ist eine Bestie, eine Bestie die er aber erst noch wiederfinden möchte. Wenn man sich an Pitch Black zurück erinnert, dann war dieser Riddick tatsächlich recht bestialisch, während ihm in der Fortsetzung mehr oder weniger die Zähne gezogen wurden. Das haben wohl auch Diesel und Twohy so empfunden – oder aber sie haben sich von zahlreichen Fans und Kritikern manipulieren lassen – um die Rückbesinnung Riddicks nun hier sogar in die Handlung einzuarbeiten. Damit wird dieser dritte Teil eine Form von Selbstfindungstrip, gepaart mit Sci-Fi Survival Anreicherungen. Das bewahrt das Franchise nicht davor, dass es einst mit einem coolen Charakter gestartet ist und ihn immer mehr zur banalen Figur hat verkommen lassen. Da helfen auch keine überstylischen Hintergründe, die scheinbar nur dazu da sind von der eher vorhersehbaren Story abzulenken.

Denn mit der Geschichte wird versucht den Pitch Black Horror nachzuahmen. Wo dort noch Kreaturen hausten, die sich nur in der Dunkelheit blicken ließen, sind es hier nun Wesen, die bei Regen hervor kommen. Das ist Nachahmung in seiner pursten Form. Das hat der Pitch Black Riddick nicht verdient.

Homepage zu Riddick

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