Steven Spielberg

Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (1989)

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Endlich wieder ein biblisches Artefakt. Endlich wieder Nazis. Das man das einmal sagen würde. Aber im Falle von Steven Spielbergs Indiana Jones-Filmreihe sind Nazis wirklich das Beste, was dem Hobby-Archäologen/Abenteurer passieren kann. Dabei hat Indiana Jones und der letzte Kreuzzug gegen Jäger des verlorenen Schatzes sogar die Nase vorn. Das dürfte hauptsächlich an dem Papa/Sohn Sean Connery/Harrison Ford-Gespann mit seinen gegenseitigen Schikanierungen liegen. Ein wundervolles Film-Erlebnis, hier James Bond und Indiana Jones Seite an Seite erleben zu dürfen.

Ebenso darf River Phoenix in einer kurzen Vorgeschichte in die Rolle des jungen Indiana Jones schlüpfen, bevor Harrison Ford wieder seinen Fedora aufsetzt um sich auf die Suche nach dem legendären heiligen Gral zu machen. Bei der Aufspürung des uralten Artefakts ist sein Vater Dr. Henry Jones Sr. verloren gegangen. Natürlich wird hieraus ein Wettlauf gegen die Zeit, denn die Nazis mischen unter der Führung von Colonel Ernst Vogel (Michael Byrne) ebenfalls mit.

Die Besonderheit dieses dritten Films der Indiana Jones-Reihe ist nicht das gelungene Abenteuer, sondern das Zusammenspiel der Generationen. Zuerst River Phoenix als junger Indy, der in dieser Rolle so charismatisch ist, dass wir uns einen lebenden Phoenix zurückwünschen, damit dieser anstelle von Shia LaBeouf in die Fußstapfen von Harrison Ford treten könnte.

Indiana Jones und der letzte Kreuzzug

River Phoenix als junger Indiana Jones

Und dann natürlich Ford selbst, der durch die Anwesenheit Sean Connerys auf einmal wieder zum Kind gemacht wird. Der Papa kann das bevormunden nicht lassen und versucht die merkwürdige Welt zu verstehen, in die sein Sohnemann immer wieder hineingezogen wird.

Dabei gelingt es allen drei Darstellern typisch Indiana Jones zu sein. Man versteht wie aus dem Jungen der Mann werden konnte, man glaubt dass der alte Herr die Vaterfigur ist, die diesen Jungen zu diesem Mann aufgezogen hat. Alle drei sind charakterlich so miteinander verstrickt, dass das Familiengefühl gänzlich natürlich wirkt.

Aber es sind natürlich gerade Ford und Connery, die Indiana Jones und der letzte Kreuzzug zu einem Abenteuer-Buddy-Movie machen, der an Dialogwitz und Slapstick-Humor kaum zu übertreffen ist. Es wirkt nie banal, immer ausgefeilt und intelligent, wenn diese beiden sich in den abenteuerlichsten Situationen immer noch verbale Schlagabtäusche liefern.

Indiana Jones und der letzte Kreuzzug

Indiana Jones (Harrison Ford, rechts) bekommt es neben den Nazis auch mit seinem Vater (Sean Connery, links) zu tun

Der dritte Indy verknüpft gekonnt so viele abenteuerliche Bild-Stereotype, dass er einfach als Vorzeigebeispiel des klassischen Abenteuerfilms herhalten muss: ein Lanzenkampf zu Motorrad und ein ritterlicher Gral-Wächter, als schauten wir einen Mittelalterfilm. Dann ein Ritt in den Sonnenuntergang wie im Wilden Westen. Natürlich dann auch noch Sean Connery als Stellvertreter für den 007 Agenten-Actionfilm und Elsa (Alison Doody) als eine aus dem Film Noir Genre entsprungene Femme Fatale.

Es wäre ein perfekter Abschluss für die Indiana Jones-Trilogie gewesen, wäre Steven Spielberg nicht später auf die Idee gekommen, das Franchise weiterzuführen. Man kann nur abwarten wohin Spielberg die Abenteuer von Indiana Jones noch führen wird, aber Der letzte Kreuzzug darf bis zum heutigen Zeitpunkt gerne als Ende der Indy-Reihe betrachtet werden.

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