Steven Spielberg

Hook (1991)

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Ach wie gerne würden wir doch immer wieder in Fantasiewelten eintauchen und das Erwachsenenleben mit all seinen Verantwortungen hinter uns lassen? Trotz einer Alltags-Realität ist Steven Spielberg ein Regisseur, der uns immer wieder daran erinnert, dass wir uns das Kind im Inneren bewahren sollten. Am besten kommt das vermutlich in Hook hervor, seiner 1991er “Fortsetzung” zur klassischen Kinderbuchstory “Peter Pan” von James Matthew Barrie.

Hook ist ein Paradebeispiel für einen Film, der uns zeigen möchte, dass wir uns immer die Erinnerungen an vergangene Tage bewahren sollten. Nicht zuletzt sind es immerhin auch schöne Erinnerungen, die Peter Pan und die verlorenen Jungs nutzen um sich in den Himmel zu schwingen und abenteuerlustig übers Nimmerland zu fliegen. Niemals die eigenen Träume aufgeben, sich nicht für die falschen Dinge verkaufen und wissen, worauf es wirklich ankommt.

In dem Film ist Peter Pan (inzwischen Peter Banning) schon lange nicht mehr im Nimmerland gewesen, ist in der wirklichen Welt erwachsen geworden und hat sämtliche Erinnerungen an seine Kindheits-Abenteuer verloren. Dann aber kehrt Captain Hook zurück und entführt Peters Kinder. Der Workaholic und Businessman muss nun zurück ins Nimmerland, seine Wurzeln wiederentdecken und das Kind in ihm wiederfinden, um seine Familie wieder zusammenzubringen.

Hook

Peter Banning (Robin Williams) erinnert sich nicht daran, dass er einmal Peter Pan war.

Dieses Kind-sein spürt man bei allen Darstellern im Film. Es ist nicht nur die Story, sondern auch Robin Williams und Dustin Hoffman vorne weg, die sich wie kostümierte Kinder aufspielen dürfen und dabei unfassbar viel Spaß versprühen.

Es ist, wie die verlorenen Kinder im Film sagen: Werde nie erwachsen, lebe immer dein Abenteuer, musst fliegen, musst kämpfen, musst krähen! Und fast wirkt es so, als seien das auch die Regieanweisungen von Steven Spielberg gewesen.

Und hier arbeitet Spielberg wundervoll emotional. Wir freuen uns mit Robin Williams, wenn er dort am leeren Tisch sitzt, wo eigentlich Essen sein sollte. Seine Fantasie ist noch nicht wieder voll in Takt, aber der draufgängerische Dreikäsehoch Rufio (Dante Basco) fordert Peter so sehr heraus, dass die Macht der Fantasie zur Essensschlacht und Rückkehr Peter Pans führt, der sich dann eben doch die Leckereien vorstellen kann.

Vielleicht sind es diese schmalzigen Momente, die dazu geführt haben, dass Hook bei den Kritikern unfassbar unbeliebt ist, während Zuschauer keine Probleme mit der Story zu haben scheinen, wenn es nach diversen Internet-Ratings geht.

Hook

Dustin Hoffman als Captain Hook (rechts) und Bob Hoskins als Mr. Smee (links)

Aber wie könnte man diesen Dustin Hoffman nicht mögen? Verkleidet als Captain Hook, der selbst nur ein alter, grummeliger Opa ist, der seine Mammi vermisst und eine Perücke tragen muss. Vielleicht hätte er eine Wendy nötig, die hier unfassbar liebenswert von Maggie Smith gespielt wird. Sie hat diese magische alte Lady-Aura, die all diese zauberhaften Dinge im Nimmerland erlebt und nicht vergessen hat.

Hinzu kommen großartige Sets, wie der Piratenhafen im Nimmerland, an dem Peter Banning zuerst strandet und Peter Pan am Ende mit den verlorenen Kindern den großen Kampf gegen die Piraten antritt. Oder aber das Dorf der verlorenen Kinder selbst und das Schiff von Captain Hook. Hier waren Handwerksmeister am Gange, die das Nimmerland wirklich zum Leben erweckt haben.

Und ebenso ist es Steven Spielberg gelungen, mit Hook einen Film zu machen, der auf jeden Fall das Kind in jedem noch so erwachsenden Menschen noch einmal zum Leben erwecken sollte.

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