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It’s morphin’ time für die Neuauflage der “Power Rangers”

In einer der schönsten Szenen der Power Rangers-Neuauflage von Regisseur Dan Israelite (Project Almanac) sitzen die Noch-Nicht-Ranger als ganz normale Teenager gemeinsam um ein Lagerfeuer um sich von ihren ganz unheldenhaften Alltagsproblemen zu erzählen. Eltern, die nichts von Homosexualität hören wollen. Eine im sterben liegende Mutter. Ein vermisster Vater. Eine gescheiterte Existenz. Das hätte wohl niemand erwartet, dass das Kino-Reboot der Haim Saban Trash-Serie (die schon 24 Staffeln stark ist!) so viel Tiefgang in seine Charaktere bringen würde.

Aber es gelingt. Vor allem durch die exzellente Wahl der Neu-Ranger-Darsteller. Wir haben es hier keinesfalls mit blanken Gesichtern wie in zahlreichen Teen-Novel-Verfilmungen zu tun, sondern mit starken Akteuren, die uns ihre jeweiligen Figuren zugänglich machen und ihnen Menschlichkeit verleihen.

Power Rangers
Becky G, RJ Cyler, Dacre Montgomery, Naomie Scott & Ludi Lin (v. l. n. r.) sind die neuen “Power Rangers”.

Damit bewirken sie, dass wir im letzten Akt des Films, wo wir die Power Rangers, ihre Zords, ein gigantisches Monster und ziemlich viel Zerstörungswut geliefert bekommen, tatsächlich diese Teenies anfeuern möchten. Nach all dem bonding, dem Training, der Ergründung ihrer persönlichen Probleme und Beweggründe, haben wir hier eine Meute aus fünf Menschen, denen wir gerne noch durch weitere Power Rangers-Abenteuer folgen würden (und hoffentlich werden, was eine After-Credits-Sequenz verspricht).

Damit bewegt sich die Power Rangers-Verfilmung näher an den Die Tribute von Panem-Filmen als am Maze Runner, an der Divergent-Misere oder sonstigen Vertretern dieses Genres, die so langsam im Niemandsland verschwinden.

Gespielt werden diese Ranger von Dacre Montgomery (Jason, der rote Ranger), Naomi Scott (Kimberly, der pinke Ranger), RJ Cyler (Billy, der blaue Ranger), Becky G (Trini, der gelbe Ranger) und Ludi Lin (Zack, der schwarze Ranger). Hinzu gesellen sich Bryan Cranston als Mentor-Kopf-hinter-einer-Wand Zordon, Bill Haders Stimme als Robo-Gehilfe Alpha 5 und Elizabeth Banks als Hexe Rita Repulsa.

Power Rangers
Elizabeth Banks hat sichtlich Spaß als Rita Repulsa in “Power Rangers”.

Das ist die ernste Version der Power Rangers, die diese Generation verdient hat. Aber sie ist zugleich auch nicht so ernst, als dass sie komplett ihre Wurzeln vergessen würde. So cheesy es erscheint, ohne den “Go Go Power Rangers”-Song wären diese Helden einfach nicht, was sie einst waren. Und dem Film gelingt es, uns einen solchen “Go Go”-Moment zu geben ohne sich selbst der Lächerlichkeit hinzugeben.

Manch einer mag auch Elizabeth Banks’ Darstellung von Rita Repulsa eher der Serie, als diesem Film zuschieben. Vielleicht mag sie ein wenig überzogen wirken, wenn man sie im Direktvergleich mit den angsty teens vergleicht. Aber sie ist auch absolut gruselig. Power Rangers arbeitet gar mit ein paar äußerst effektiven Jump Scares, die diese Rita ganz und gar von ihrem Serien-Alter Ego Machiko Soga abhebt.

Power Rangers lässt sich nicht darauf ein, uns vorschnell zu geben, was wir wohl alle am liebsten sehen wollen würden. Dafür überrascht uns der Film mit einer Coming-of-Age Teen Angst Story, die im Auftauchen der Rangers gipfelt, sie aber sicherlich nicht in den Mittelpunkt stellt.

Daraus resultierend bekommen wir die besten Power Rangers, die wir je zu Gesicht bekommen haben (was nicht schwer ist, dennoch als Kompliment verstanden werden sollte). It’s morphin’ time.  

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