Lächeln, die Sonne geht auf. Das sind die vorerst letzten Worte aus dem Mund des ehemaligen US-Präsidenten Theodore Roosevelt, bevor er wieder in seine Starre verfällt. Eine schwer Aufgabe im Angesicht der Tatsache, dass es in Nachts im Museum 3 – Das Geheimnisvolle Grabmal zu allerhand traurigen Abschieden kommt. Seien wir ehrlich. Nach den beiden ersten Teilen in 2006 und 2009 wäre ein dritter Teil nicht notwendig gewesen. Aber immerhin nimmt man diese Episode zum Anlass, Ben Stiller Abschied nehmen zu lassen – von seinen Freunden, die durch die magische Tafel des Pharaos Ahkmenrah immer bei Sonnenuntergang zum Leben erweckt werden.

Und wir erhalten die Möglichkeit uns von Robin Williams zu verabschieden, der hier noch einmal Roosevelt verkörpert. Der Schauspieler ist am 11. August 2014 verstorben, dies ist seine letzte Rolle in der er auf der Kinoleinwand zu sehen ist (es folgt noch Absolutely Anything, in der er allerdings nur als Synchronsprecher fungiert). Vielleicht kein Auftritt für den wir ihn lobpreisen können, aber ein warmherziger Abschied. Kein Psychopath wie in Insomnia oder One Hour Photo, sondern der klassische Williams, mit immerzu strahlendem Lächeln. Ein Williams, den wir umarmen und festhalten möchten.

Ein wenig wird der Film von seiner Anwesenheit überschattet. Hinzu kommt ein Ben Stiller, der dieser Rolle irgendwie entwachsen scheint. Er schafft es nicht einmal zu lächeln, er wirkt wie durch die Handlung gezogen, als würde er nur noch einmal eine Pflichtrunde absolvieren. In diesem Jahr haben wir Stiller als Walter Mitty gesehen, ein großer Film mit Independent-Feeling, inszeniert von Stiller selbst. Er hat Nachts im Museum längst hinter sich gelassen, das spürt man.

Und offenbar hat selbst Regisseur Shawn Levy die Gelegenheit genutzt, seinen Abschied zu inszenieren. Er versammelt noch einmal die gesamte Mannschaft um Urzeitmenschen, Cowboys, Indianer, Präsidenten und Dinosaurier, holt gar das böse Großvater-Trio aus dem ersten Teil zurück um Hilfestellung zu leisten. Vom ursprünglichen New Yorker Museum of Natural History verschlägt es Nachtwächter Larry Daley nach London, wo er herausfinden muss, weshalb die magische Tafel ihren Zauber verliert und seine Freunde somit mehr und mehr der ewigen Starre entgegen bangen.

Auf seiner Reise wird Larry von einigen Exponaten aus New York begleitet, schlägt sich mit ihnen zusammen durch die verschiedenen Themenflügel des British Museums in London. Zuwachs erhält die Gruppe durch Sir Lancelot (Dan Stevens, Downton Abbey), der in einem amüsanten Moment das Theaterstück Camelot stürmt und auf den durchaus echten Hugh Jackman trifft, der einen auf Wolverine macht, um den Ritter zu vertreiben. Dan Stevens beweist Komödientalent, in Gestik wie Mimik füllt er seine Rolle perfekt aus. Vielleicht ist es eine solche Frischzellenkur, die dem Franchise fehlt.

Am Ende schafft es Ben Stiller ein Lächeln hervor zu bringen, ebenso wie er es von Roosevelt gesagt bekommt. Ein letzter Blick auf sein geliebtes Museum. Der Blick suggeriert den Abschied nur umso mehr. Aber nur von Ben Stiller als Larry Dayle. Während er nun vor den Türen bleiben muss – oder sich wie ganz normale Menschen ein Ticket kaufen kann, aber bei Tage ist im Museum nicht viel los – verbleibt die Tafel des Ahkmenrah in einem anderen Museum, mit einer anderen Nachtwächterin und anderen Exponaten. Einer frischen Fortführung steht nichts mehr im Wege.