Erst durften Der Gestiefelte Kater (2011) und Die Pinguine aus Madagascar (2014) ihre jeweiligen Franchise-Reihen verlassen, nun sind die Minions an der Reihe. Ob Shrek, Madagascar oder die Ich – Einfach Unverbesserlich-Filme von Illumination Entertainment, der Trend geht zum Allein-Film für niedliche Nebenfiguren. Die Minions haben sich schon mit dem zweiten Teil der Unverbesserlich-Reihe angekündigt, an dessen Ende die drei gelben Erdnuss-Wesen Kevin, Stuart und Bob an einem Casting für den Solo-Film teilgenommen haben. Dieser wurde nun von den Regisseuren Pierre Coffin und Kyle Balda tatsächlich umgesetzt.

Der Film erzählt nun die Vorgeschichte der  kleinen Schurken-Handlanger. Sie kommen aus dem Urwasser gekrochen um seit dem Anbeginn der Erde immer dem schrecklichsten aller Bösewichte zu dienen. Und wenn sie das mal nicht tun, dann verkümmern sie geradezu vor Unlust, Langeweile und Existenzangst. Genau hier liegt das Problem. Denn oftmals ist die tollpatschige Art und Weise der Minions auch dafür verantwortlich, dass ihr jeweiliger Meister mal wieder das zeitliche segnet. Und so kommt es, dass die Minions lange Zeit ohne ihren Sinn des Lebens auskommen müssen. Das ruft irgendwann Kevin, Stuart und Bob auf den Plan, die ausziehen um einen neuen Minions-Schurken-Handlanger-Job aufzutreiben. Dabei geraten sie an die furchtbar britische Schurkin Scarlet Overkill.

Minions
Kevin, Stuart und Bob

Die Minions behalten bei ihrem Gru-fernen Abenteuer größtenteils ihren Charme. Sie brabbeln natürlich immer noch unverständliche Dinge vor sich hin, von denen man allenfalls einzelne Bruchstücke versteht. Aber das ist auch gar nicht so wichtig. Die Minions sind Figuren, die auf ihre Gestik und Mimik, auf ihre noch so kleine Körpersprache reduziert, immer noch wunderbare Slapstick-Figuren abgeben.

Aber uns fehlt der Gru. Scarlet Overkill ist kein sehr guter Ersatz für den Mann, der wusste, wie man die Minions kontrolliert, befehligt und schikaniert. Scarlet Overkill bleibt fades Beiwerk, als sei sie selbst die Handlangerin der Handlung. Sie wirkt nie, als habe sie die Dienste der Minions verdient, während sich die Loyalität der Erdnuss-Geschöpfe auch als Verzweiflung deuten lassen könnte. Im Grunde suchen die armen Wesen nur einen Job und nehmen hier das erstbeste Angebot an, das ihnen unterbreitet wird.

Minions
Sandra Bullock spricht im englischen Original Schurkin Scarlet Overkill

Damit schaffen es die Minions aber auch nur gerade so, uns über die 90 Minuten Laufzeit bei Laune zu halten. In den Ich – Einfach Unverbesserlich-Filmen noch als immer mal wieder auftretende Figuren angelegt, die ihre kleinen Sketche abliefern, ist es schon etwas mehr ermüdend, wenn man keine Minion-Pause bekommt. Etwas frischer Wind wird durch das Setting in den späten 60er Jahren geliefert, wodurch wir Anspielungen auf Andy Warhol, die Beatles und natürlich auch auf Queen Mum bekommen. Immer wieder kommt ein Hauch von Austin Powers auf, nur mit lange nicht so viel Biss.

Den haben die Lieblinge von einst hier verloren und man ist weiterhin besser mit der Unverbesserlich-Reihe bedient, möchte man sich dem Humor der Minions hingeben. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Solo-Auftritt ein Einzelfall war, eine kleine Überbrückung bis hin zum dritten Ich – Einfach Unverbesserlich-Film, der dann in 2017 ansteht. Dann natürlich auch wieder mit Gru.