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“Ich – Einfach Unverbesserlich” fragt, wer der Böseste im ganzen Land ist?

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In 2010 war es noch ein besonderer Umstand, dass dort ein Animationsfilm in den Kinos landete, der weder von Disney oder Pixar, noch von DreamWorks Animation kam. Ich – Einfach Unverbesserlich war kein Märchen wie Küss den Frosch, der 2009er Film der Disney Animation Studios. Es war kein Oben, der damalig neueste Genie-Streich der Pixar Studios. Es war aber auch kein Shrek und kein Madagascar, zwei Franchises, die von DreamWorks inzwischen ausgenudelt worden sind (und vermeintlich trotzdem noch nicht am Ende angekommen).

Ich – Einfach Unverbesserlich ist der erste Animationsfilm von Illumination Entertainment. Die Produktionsfirma wurde 2007 von dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden von 20th Century Fox, Chris Meledandri gegründet. Inzwischen wissen wir, was er mit diesem ersten Film angerichtet hat. Er hat die Welt ins Minions-Fieber gestürzt. Während die Minions bereits einen eigenen Film bekommen haben, stürzt sich hier noch Hauptfigur Gru mit langer Spitznase in die Welt der Superverbrecher, in der er der oberste der Oberen sein möchte.

Ich - Einfach Unverbesserlich

Superschurke Gru und sein Erfinder Dr. Nefario

Gru – im englischen Original von Steve Carell gesprochen – lebt in einer wunderschönen Vorstadt-Idylle, in der er sich zwischen zwei vornehmlichen Anwesen mit gepflegten Gärten niedergelassen hat.  Sein Haus ist finster, dunkel und sticht natürlich absolut hervor. Es fehlt nur die kleine Regenwolke, die hier perfekt ins Bild passen würde, würde sie nur über Grus Haus schweben. Unter diesem Haus hat der Superschurke sein geheimes Versteck, wo diese kleinen Erdnuss-Männchen in Geld immer zu seiner Verfügung stehen. Sie unterstützen ihn auch bei seinem wahnsinnigen Plan, den Mond zu entführen. Damit will er sich gegen den jungen, aufstrebenden Widersacher Vector behaupten. Im Weg stehen ihm nur drei kleine Waisenkinder, die es sich in den Kopf gesetzt haben, Gru zu ihrem perfekten Papa zu ernennen.

Die Doppel-Regie-Spitze bestehend aus Pierre Coffin und Chris Renaud haben es geschafft, vor allem mit den Minions einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Darüber hinaus haben sie aber scheinbar unüberschaubar viele dieser kleinen Kreaturen entworfen, ohne dass ein (Überraschungs)-Ei dem anderen ähnelt. Vielleicht kann man aus heutiger Sicht den Erfolg von Illumination Entertainment sogar an diesen Minions ausmachen. So amüsant unterhaltsam der Film auch daherkommt, die Minions geben zugleich ein großartiges Aushängeschild für die Firma ab. Wie Micky für Disney, wie die kleine Lampe Luxo Jr. für Pixar, wie der kuschelige Totoro für das Studio Ghibli. Erfolgreich ist, wer eine nette Figur findet, die ihn repräsentieren kann.

Ich - Einfach Unverbesserlich

Margo, Edith und Agnes mögen es tatsächlich bei Gru

Trotzdem stehlen die Minions weder Gru noch den anderen Figuren hier die Show. Die drei Kids Margo, Edith und Agnes entwickeln im Zusammenspiel mit Papa Gru eine ganz eigene Dynamik. Ihre Unterhaltungen glänzen beidseitig durch trockenen, schwarzen Humor, garniert mit bissigen Kommentaren. Illumination Entertainment beweist darüber hinaus, dass sie es verstehen, den Kinderfilm mit Versatzstücken erwachsender Unterhaltung zu versehen. Wenn also Gru die Bank of Evil besucht und auf einem Schild steht “ehemals Lehman Brothers”, dann wird vermutlich kein Kind damit etwas anzufangen wissen.

Unverständlich bleibt, weshalb Gru nicht gegen einen Superhelden antreten darf, sondern sich wiederum mit einem weiteren Schurken herumschlagen muss. Das nimmt der Glaubwürdigkeit Grus innerhalb des Films ein wenig den Wind aus den Segeln. Vor allem in der technischen Maschinerie der zahlreichen Gadget, die von Grus hauseigenem Erfinder Dr. Nefario entwickelt werden, hätte ein James Bond-Verschnitt wunderbar hinein gepasst. Auf der anderen Seite bleibt der Film sich damit irgendwo treu, verfolgt das Leben der Schurken, wie hart es sein kann, sich auch gegen Nebenbuhler zu behaupten.

Kann das die Story von Illumination Entertainment selbst sein? Den Schurken, die den Animationsfilm wie alle anderen machen, dem nichts Neues hinzuzufügen haben, außer Originalität in der Handlung? Da gleicht ein Schurke dem anderen, wie ein Animationsfilm dem anderen. Am Ende geht es lediglich darum, wer die Gunst des Opfers oder Zuschauers für sich gewinnen kann. Da Ich – Einfach Unverbesserlich eine Fortsetzung, ein Spin-Off und einige Kurzfilme nach sich gezogen hat, dürfe er auf jeden Fall als Gewinner betrachtet werden.

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