Eigentlich sollte es der letzte Teil sein, aber viele Jahre später kehrte Regisseur George A. Romero noch mehrere Male zu seinem Dead-Franchise zurück. Dennoch ist sein Day of the Dead 1985 in Deutschland unter dem Titel Zombie 2 – Das letzte Kapitel erschienen. Der Film soll die Trilogie um Die Nacht der lebenden Toten und Zombie (Dawn of the Dead) abschließen. In dem Film spielen Lori Cardille, Terry Alexander und Sherman Howard, der seine Rolle als “Bub” später noch einmal als Zombie in der 4. Staffel der Serie The Walking Dead spielen durfte. Gibt es etwa ein George A. Romero / The Walking Dead Shared Universe?

In Zombie 2 verschanzen sich eine kleine Gruppe von Soldaten und Wissenschaftlern in einem Untergrund-Bunker, während an der Oberfläche die Zombie-Apokalypse im vollen Gange ist. Allerdings kommen die Soldaten und die Forscher ebenso wenig miteinander klar, wie sie keine Best Buddies mit den Untoten sind – obwohl im Bunker an den Zombies herum experimentiert wird.

Zombie 2
Wie schlau ist es wohl, Experimente an Zombies durchzuführen?

Romero ist in den Mit-80er Jahren angekommen, hat sich als Horror-Filmemacher etabliert und verfügt nun über ein bisschen mehr Geld um seine Horden von Zombies richtig schön verrottet aussehen zu lassen. Dabei muss man bedenken, dass Romero selbst aber auch ein Freund des Trash-Kinos ist und sich seine Filme niemals mit anderen Genre-Vertretern derselben Jahre vergleichen lassen können. Und in The Walking Dead hat man das Aussehen der Zombies ohnehin perfektioniert. Also auch hier bitte nicht den Vergleichs-Versuch starten.

Wenn man allerdings eine historische Aufarbeitung der Zombie-Kreaturen im Film nachverfolgen möchte, so eignet sich vor allem die Dead-Trilogie, die es hier mit Day of the Dead auf die Spitze der 80er Jahre treibt. So scheusslich mancher Untoter hier ausschaut, die Kostüme erinnern an einen gigantischen Freizeitpark. Vielleicht sind diese Zombies gar dem Zombieland entflohen, der Amüsiermeile am Ende des entsprechenden Woody Harrelson-Films.

Hier laufen nun also Untote umher, die lachhafte Kostüme und lustige Hütchen tragen. Aber kann man es dem Film wirklich verübeln. Das waren nun einmal die 80er. Mancher lebender Mensch wird nicht anders ausgesehen haben.

Immer wieder switched die Handlung zu einem Untoten, an dem im Bunker durch die Wissenschaftler Experimente durchgeführt werden. Dieser erinnert dann eher an eine frühe Entwicklungsstufe eines Neandertalers. Man fragt sich, ob der Film tatsächlich die Theorie aufwerfen möchte, dass sich die Zombies mit den Jahren wieder in Menschen weiterentwickeln werden. Hier könnte man es fast vermuten.

Man wird es vielleicht schon herauslesen können, aber so etwas wie “Horror” gibt es in Zombie 2 nicht mehr. Außer man möchte die Outfits der 80er als Horror bezeichnen. Romero hat seine ganze Trash-Liebe in diesen Film gesteckt. Stellenweise wirkt die Handlung lachhaft, das Schauspiel gänzlich an allem vorbei, was man authentisch nennen könnte und mit Zombies, die in einer etwas mehr erwachsen wirkenden Version der Power Rangers als Gegenspieler funktionieren könnten.

Zombie 2
Sind wirklich die Zombies das Problem oder dass sich Wissenschaftler und Soldaten nicht ausstehen können?

Aber George A. Romero wäre auch nicht der Filmemacher, der er ist, wenn er nicht irgendwo wieder ein tiefer sitzendes Problem thematisiert hätte. In Zombie 2 geht es dabei recht offensichtlich um den Konflikt zwischen Wissenschaft und Armee, zwischen der Erforschung und Zerstörung von Dingen.

Dabei werden die Soldaten als zurückgebliebene Urzeit-Menschen dargestellt, die dem Zombie-Forschungsobjekt schon recht nahe kommen. Sie rechtfertigen jedes Vorgehen damit, große Manneskraft im Lendenbereich zu haben und dementsprechend wohl auch die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die Wissenschaftler mögen auf den ersten Blick über etwas mehr Hirn verfügen, sind dann aber doch auch dumm genug, Zombies in ihre Zuflucht zu holen, weil ihr Wissensdurst gar unstillbar ist – ähnlich wie es mit den Zombies und dem Fleisch funktioniert.

Da kommt Zombie 2 dann wieder recht gewitzt daher, indem uns der Film zeigt, wie wenig Unterschied doch eigentlich zwischen Zombies und Menschen liegt. Das hat George A. Romero bereits in seinen Vorgänger-Filmen getan und findet damit einen guten Abschluss seiner Dead-Trilogie. Er kritisiert die Menschheit und zeigt in jedem seiner Zombie-Horrorfilme, wie die Untoten nicht das eigentlich große Problem darstellen.