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90s Teen Horror #2 | “Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast” (1997)

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Dawson’s Creek-Autor Kevin Williamson war wohl der gefragteste Mann mit einem Stift (oder Laptop) in Hollywood, als in den 90ern die Teen-Horror/Slasher-Welle durch Scream losgetreten wurde. Neben den Mörder-Stories mit dem Ghostface-Killer schrieb Williamson auch gleich noch The Faculty für Robert Rodriguez, Tötet Mrs. Tingle mit seiner Creek-Bekannten Katie Holmes, den Christina Ricci Werwolf-Horror Verflucht oder aber eben den populärsten Scream-Abklatsch Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast in 1997.

Unter der Regie von Jim Gillespie entstand der Film nach der Romanvorlage von Lois Duncan. Zwar übernahm hier Jennifer Love Hewitt die Hauptrolle (sie spielte neben Scream-Leading Lady Neve Campbell in Party of Five), aber es war viel mehr das inzwischen immer noch Ehepaar Sarah Michelle Gellar (Ex-Buffy) und Freddie Prince Jr., die den Film vermarkteten (und die später nochmal in den Scooby Doo-Filmen gemeinsam vor der Kamera zu sehen waren). Oben drauf dann noch ein Ryan Phillippe, der mit Gellar in Eiskalte Engel spielte.

Eine wahre Clique an 90er Kids, die hier die Filmlandschaft für sich beanspruchten.

Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast

Jennifer Love Hewitt vermutet nichts Gutes auf dem Rücksitz

In dem Film geht es um Julie (Hewitt), Helen (Gellar), Barry (Phillippe) und Ray (Prince Jr.), die im jugendlichen Leichtsinn einen Mann überfahren und töten. Nach dem Unfall verstreicht einige Zeit und die vier Freunde leben sich immer weiter auseinander. Die Tat verschweigen sie. Ein Jahr später werden sie auf einmal alle von merkwürdigen Ereignissen heimgesucht. Sie vermuten, dass sie beobachtet worden sind und jetzt zur Rechenschaft gezogen werden sollen.

Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast hat eine ganz enorme Schwäche, auch wenn der Film sonst durchaus unterhaltsam daherkommt. Aber man erinnert sich einfach nicht an die Dinge, die dort passieren. Ich werde mich niemals daran erinnern, was wann in welchem Sommer getan wurde! Bei Scream hat man nach dem zweiten oder dritten Mal ansehen das Drehbuch verinnerlicht. Nicht dass es einfach gestrickt wäre, aber es arbeitet sich an leicht einprägsamen Momenten ab.

Ganz anders bei diesem Film. Man kennt vielleicht noch die Cast, weiß wer mitgespielt hat (z. B. auch Johnny Galecki aus The Big Bang Theory). Das war es dann aber zumeist auch schon. Und wer war denn nun am Ende eigentlich der Mörder, der hier in Fischeranzug und mit Haken an der Hand den Ghostface-Killer zu imitieren versucht? Mehr als ein Schulterzucken hat man für den Film am Ende nicht übrig.

Die ganze Clique: Freddie Prince Jr., Jennifer Love Hewitt, Sarah Michelle Gellar, Ryan Phillippe (v.l.n.r.) in “Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast”

Zugleich ist Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast aber auch das beste Nebenprodukt des Scream-Erfolgs. Der Film kommt ebenso ohne übernatürliche Phänomene aus und grundiert sich somit in den Williamson Teen-Soaps mit gewissen Mord-Anteilen. Sogar besser noch als in Scream versteht es dieser Film seinen bunten Haufen an bekannten Jung-Gesichtern der 90er Jahre durch einen popkulturellen Alptraum zu schicken.

Das geschieht vor allem dadurch, dass hier ernst gemacht wird. Wo Scream noch einen gewissen Anteil an Humor bereit gehalten hat, wurde dieser in Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast gänzlich ausgeschaltet. Wo Scream also der Einstieg in das Genre war, ist dieser Film die konsequente Level-Ansteigerung. Kevin Williamson macht Schluß mit lustig!

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