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90s Teen Horror #4 | “Dich kriegen wir auch noch” (1998)

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Während andere Vertreter des Teen-Horrors in den 90er Jahren ihre Haupt-Inspiration aus Slasherfilmen gezogen haben, dachte sich Regisseur David Nutter (Game of Thrones, The Flash, Arrow), dass er sich vielleicht etwas abgrenzen sollte und gab seinem Dich kriegen wir auch noch in 1998 eine eher dem Sci-Fi Genre zuzuordnende Horror-Story mit auf den Weg.

In seinem Film geht es um den Teenager Steve (James Marsden), der gerade neu nach Cradle Bay gezogen ist, wo er gemeinsam mit dem Außenseiter Gavin (Nick Stahl) und Tomboy-Girl Rachel (Katie Holmes) einer Verschwörung auf die Spur kommt. Denn die rebellischen Unruhestifter Cradle Bays verschwinden von jetzt auf gleich, nur um von pubertären Gedanken befreit, als saubere Musterschüler wieder aufzutauchen.

Dich kriegen wir auch noch

Nick Stahl, Chad Donella und James Marsden (v. l. n. r.) in “Dich kriegen wir auch noch”.

Gerade dadurch, dass sich Dich kriegen wir auch noch von seinen Artgenossen so sehr abgrenzt, wird er zu einem durchaus mehrfach unterhaltsamen Eintrag in das Teen Horror Genre. Auch wenn er nicht ganz an Scream & Co. anknüpfen mag und dabei mehr wie eine Episode aus der Twilight Zone – oder moderner: Black Mirror – erscheint.

Und aus den Mitten der zahlreichen Teen-Dramen, gibt sich hier nun Dawson’s Creek Darling Katie Holmes die Ehre, die allerdings alles andere als das nette, schüchterne Mauerblümchen gibt, dass sie noch in der von Kevin Williamson erschaffenen Serie verkörpert hat. Hier ist sie eine Rebellin, wie sie von Holmes in ihren frühen Filmen immer gerne gespielt wurde (man nehme auch Pieces of April), vermutlich um sich aus ihrer Standard-Rolle heraus zu spielen.

Man verfällt recht leicht ins Schwärmen, wenn man sie hier als “Wow”-Girl erlebt. Nur zu gut lässt es sich nachvollziehen, weswegen James Marsden ihr hier verfällt. Sie ist taff, sie ist cool, sie ist das Mädchen, das man selbst gerne daten würde. Kein Wunder also, dass der Film sie zum allgemeinen Wunschobjekt aller Teen-Fantasien macht, gegen die sie sich als starkes Mädchen zur Wehr setzen darf.

Dich kriegen wir auch noch

Katie Holmes in “Dich kriegen wir auch noch”.

Dich kriegen wir auch noch hebt sich gleich in vielerlei Punkten von den weiteren Teen Horrorfilmen ab. Nicht nur ist die Leading Lady weitaus finsterer drauf und die Prämisse bringt mehr Sci-Fi als Slasher in die Handlung, auch die Musik ist viel mehr auf 90er Grunge ausgelegt, als dass sie durch allgemeine Pop-Klänge oder banales Hintergrund-Gedudel hervorstechen würde. 

Der Soundtrack bleibt in Erinnerung, bringt eine ganz bestimmte Atmosphäre zum Film, was bei keinem der anderen Einträge in dieses Genre der Fall war. Man nehme nur den wunderbaren Titel “Monster Side” von der Band Addict oder aber Harvey Dangers “Flagpole Sita”. Diese zwei Songs spielen sich so richtig in die Langzeiterinnerung.

Dich kriegen wir auch noch ist der düsterste aller Teen-Horrorfilme. Die Auflösung ist nicht irgendein herumziehender Killer, sondern ein verstörender Grundgedanke, der nicht wirklich besiegt werden kann.

Wenn wir dann auch noch mit James Marsden und Katie Holmes in ein unheimliches Irrenhaus eindringen, ist es gänzlich vorbei mit der Coolness. Gerade diese Gemäuer geben dem Film ein schönes Maß an Seriousness. Natürlich immer daran gemessen, dass wir hier einen durch und durch den 90er Jahren verschriebenen Teen-Horror vor Augen haben.

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