Filme ohne Farbe

Filme ohne Farbe: “His Girl Friday” (1940) mit Cary Grant & Rosalind Russell

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Regisseur Howard Hawks (Leoparden küsst man nicht, Blondinen bevorzugt, Rio Bravo) hat sich mit His Girl Friday – Sein Mädchen für besondere Fälle dem Stück “The Front Page” von den beiden Theaterautoren Ben Hecht und Charles MacArthur angenommen. Bereits neun Jahre vorher gab es von Lewis Milestone eine erste Verfilmung, während die populärste Filmversion wohl erst 1974 als Extrablatt mit Walther Matthau und Jack Lemmon von Regisseur Billy Wilder inszeniert wurde.

Bei Hawks spielt Cary Grant den New York Morning Post-Journalisten Walter Burns, der von seiner Ex-Ehefrau und Star-Reporterin der Zeitung Hildy Johnson (Rosalind Russell) erfährt, dass sie ihren Job an den Nagel hängen wird, um ein glückliches Familienleben mit ihrem neuen Ehemann Bruce (Ralph Bellamy) zu führen. Walter macht es sich zur Aufgabe, diesen Plan zu sabotieren. Er gibt Hildy die Gelegenheit, eine letzte große Story zu schreiben und sich somit aufs Neue in ihrer Leidenschaft für ihren Job zu verlieren.

His Girl Friday

Cary Grant (rechts) mit Ralph Bellamy (links) in “His Girl Friday”

Obwohl sich unter der Regie von Howard Hawks eine wunderbare Screwball-Komödie aus dieser Handlung entfaltet, bekommt man aus heutiger Sicht vor allem mit dem Frauenbild arge Probleme. Entgegen seinem Regie-Kollegen Billy Wilder, der seine Frauen in einer von Männern beherrschten Gesellschaft dennoch stark erscheinen ließ, Hier gibt sich Hawks allerdings genau dieser oberflächlichen Betrachtungsweise seiner Zeit hin.

So bekommen wir mit Hildy Johnson eine Figur zu sehen, die ihren Erfolg im Job aufgeben möchte, nur damit sie – wie es sich alle Frauen in dieser Filmwelt wünschen – ein ruhiges Familienleben führen kann. Die Erfüllung aller Träume liegt in dem Beruf der Hausfrau und Mutter verborgen, obwohl wir Darstellerin Rosalind Russell niemals abkaufen, dass ihre Hildy hierfür geschaffen ist.

Da kann sie noch so oft betonen, dass die Frau am Herd das Leben der normalen Menschen darstellt und eine Frau nicht in einem so stressigen Job enden sollte. Rosalind Russell ist weder so charmant wie Audrey Hepburn, noch so niedlich wie eine junge Shirley MacLaine. Sie wächst gänzlich in die Rolle der starken und dominanten Reporterin hinein und macht damit jede Vorstellung einer Hausfrau zunichte, die uns der Film und die Figur aber immer und immer wieder verkaufen möchte.

His Girl Friday

Rosalind Russell in “His Girl Friday”

Sowohl Russell als auch Cary Grant huschen ebenso als überzogen dargestellte Journalisten durch den Film. Beide verfügen über ein schnelles und loses Mundwerk, was natürlich großartig für eine High Speed Screwball-Komödie eingesetzt werden kann.  

His Girl Friday gibt uns keine wirklichen Ruhephasen, ist wie das Leben eines Großstadt-Reporters immer on the run. Hierbei müssen sich die Figuren teilweise benehmen, als seien sie auf einem einzigen Drogentrip, was in diesem Fall ein positives over-the-top Spiel mit sich bringt.

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