Kennt ihr das DC Animated Original Movie Universe? Das hat schon wunderbare Filme wie „Justice League: The Flashpoint Paradox“ oder „Batman: Year One“, einen eigenen „Wonder Woman“-Film oder „Green Lantern: First Flight“ hervorgebracht. Und jetzt kommt mit „Batman: The Killing Joke“ die Verfilmung der berühmten 1988er Graphic Novel von Autor Alan Moore und Zeichner Brian Bolland zu uns, die bereits der 26. Film in diesem Animations-Universum ist.

Erneut hat man die markanten Stimmen von Kevin Conroy als Batman und Mark Hamill als Joker für diese High Profile Verfilmung gewinnen können. Auch wenn die beiden erst am Ende des Films wirklich aufeinander treffen. Denn anders als in der Graphic Novel-Vorlage – die in Deutschland unter dem Titel „Batman: Lächeln, bitte!“ erschienen ist – wird „The Killing Joke“ viel mehr aus dem Blickwinkel von Batgirl / Barbara Gordon erzählt. Zumindest in der ersten Hälfte des Films, bis sagenumwobene Szene geschieht, in der der Joker an die Haustür der Gordons klingelt, einen Schuss auf Barbara Gordon abfeuert und den Commissioner entführt.

Dafür hat es das Ende in sich. Ein wenig Action, viel mehr aber ein Krieg der Worte. Und den haben sowohl Batman als auch der Joker drauf. Das beweist der Clown Prince of Crime zuvor, wenn er Commissioner Gordon mit fiesen Psychospielchen malträtiert. Gegen Batman fällt dann auch einer der wohl bekanntesten Sätze, die je in einem Comic geschrieben worden sind: „Du bist nur einen schlechten Tag davon entfernt, wie ich zu sein.“

Während der Film in den USA ein Rated R-Rating erhalten hat, kommt er hierzulande mit dem FSK 16 Siegel heraus – es gibt ja oftmals die Fehlannahme, dass Rated R automatisch die FSK 18-Freigabe bedeutet. Gänzlich angebracht, bedenkt man den wirklich harten Tobak, der sich zwischen dem Joker und Commissioner Gordon abspielt, bedenkt man die übrige Brutalität, das Blut und…eine Sexszene zwischen Batman und Batgirl.

Diese wirkt merkwürdig deplatziert und scheint nur dazu zu dienen, das Band zwischen den beiden Vigilanten noch enger zu schnüren, um Batman emotional an seinen Protegé zu binden, damit es ihm wirklich Nahe geht, wenn der Joker sein Attentat ausführt. Im Grunde versteht der geneigte Batman-Fan aber Batgirl als der Bat-Family zugehörig: Nightwing, Robin, Red Robin, Batwoman, Huntress und selbst Catwoman darf sich im Comic-Universum hierzu zählen. Nun eine Sexszene zwischen zwei Familienmitgliedern wirkt dann etwas inzestuös.

Schön wird dann aber der Kollateralschaden heraus gearbeitet, der im ewigen Kampf zwischen Batman und dem Joker entsteht. Hier natürlich dann durch die Gordon Familie. Während es Barbara rein physisch trifft, erleidet James Gordon den psychischen Schaden. Auf allen Ebenen nimmt der Kampf zwischen der Fledermaus und dem wahnsinnigen Witzbold einen ganz schön mit.

Gerade aufgrund der Änderungen im ersten Teil des Films genießt „The Killing Joke“ unter Kritikern kein sehr gutes Dasein. Trennt man allerdings seine Erwartungen von der Vorlage, so wirkt der Film recht rund und gelungen. Vielleicht wäre eine Titeländerung in „Batgirl: The Killing Joke“ keine schlechte Idee gewesen, um so rein oberflächlich eine gewisse Distanz zur Graphic Novel zu schaffen. Nichtsdestotrotz ist die Story, das Voice Acting sowieso, die Brutalität und Inszenierung von „Batman: The Killing Joke“ rundum gelungen, wenn man kein Hardcore-Comicbook-Nerd ist, der auf eine 1:1 Umsetzung besteht.

Daumen hoch.