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Postapokalyptische Stimmung im 2007er RESIDENT EVIL: EXTINCTION

Irgendwie erscheint Regisseur Russell Mulcahy eine gute Wahl für Resident Evil: Extinction, den dritten Teil der Horrorfilm/Sci-Fi Reihe. Immerhin hat er auch Highlander und dessen Sequel inszeniert. Also zwei Filme, in denen man entweder ewig lebt oder den Kopf abgeschlagen bekommt. Ähnlich ergeht es ja auch den Kreaturen in der Videospiele-Verfilmung. Entweder die Zombies gehen bis in alle Ewigkeit auf Menschenjagd oder aber ihnen wird das Hirn zermatscht – bevorzugt durch das Abschlagen ihres Kopfes.

In Resident Evil: Extinction kann es allerdings nicht nur einen geben. Denn Alice (Milla Jovovich) wird dieses Mal von Ali Larter in der Rolle von Claire Redfield unterstützt, während Oded Fehr (Carlos Oliveira) und Mike Epps (L. J. Wade) aus Resident Evil: Apocalypse zurückkehren. Iain Glen darf als Dr. Isaacs nun in die Rolle des Main Villain schlüpfen, Ashanti gibt einen kleinen Schauspiel-Auftritt und Madeline Carroll ist die White Queen, Schwester des unheilvollen Red Queen-Programms aus dem ersten Teil der Reihe.

Resident Evil: Extinction
Ali Larter übernimmt die Rolle der Videospiele-Figur Claire Redfield.

Inzwischen hat das von der Umbrella Corporation erschaffene T-Virus die ganze Welt zombifiziert. Alice durchquert die Wüste Nevadas in Richtung Alaska, wo ein letzter Zufluchtsort sein soll, wo der Virus noch nicht um sich gegriffen hat. Auf ihrem Weg greift sie eine Wagenkolonne unter der Leitung von Claire Redfield auf, die sich ihr anschließt um ins Zombie-freie Land zu pilgern. Aber natürlich möchte Umbrella das Projekt Alice nicht einfach so ziehen lassen.

Extinction ist ein wenig Mad Max 2: Road Warrior und The Walking Dead. Wenn Alice auf ihrem Motorrad durch die Wüste zieht, hat das schon einen gewissen Coolness-Faktor. In diesem Film dürfen auch endlich die fiesen Raben zum Angriff schreiten, wie sie es schon im ersten Videospiel getan haben. Das erzeugt dann zusätzlich noch einen kurzen Alfred Hitchcocks Die Vögel-Moment.

Mulcahy hatte derweil die Ehre, einen von wenigen Resident Evil-Filmen mit stylischer Atmosphäre zu inszenieren. Die dreckig-sandige Wüstenlandschaft steht weit über den späteren Sci-Fi Looks des Franchise. Hier kommt am ehesten die Postapokalypse zum Vorschein, die uns über die gesamte Filmreihe hinweg vorgeführt werden soll, aber nur hier wirklich zur Geltung kommt.

Iain Glen spielt sich hier zum Most Valuable Player. Seine Figur des Mad Scientist ist dabei dicht an George A. Romeros Zombie 2 (Day of the Dead) angelehnt. Er argumentiert, dass Zombies wie Tiere seien, die man trainieren könne. Genau diese Idee hatte Romero schon Jahrzehnte zuvor, als er seine Wissenschaftler an Zombies herum experimentieren ließ.

Während Glen sich als Dr. Isaacs in unsere Erinnerung spielt und als Vorzeige-Schurke der Filmreihe gilt, obwohl er gar nicht so viele Auftritte absolviert (während wir uns an den aus den Videospielen stammende Albert Wesker eher als Schurke mit Knetgummi-Frisur erinnern werden), bleibt der Rest der Cast lediglich belangloses Beiwerk.

Resident Evil: Extinction
Iain Glen als Wissenschaftler Dr. Isaacs diskutiert mit Albert Wesker (Jason O’Mara)

Und das obwohl wir mit Oded Fehr und L. J. Wade gleich zwei Rückkehrer haben. Endlich keine One Hit Wonder mehr, sondern Menschen, die ebenso wie Alice, einen Zombiefilm überleben können. Leider können wir uns nicht so ganz darüber freuen, da Nebenfiguren im Resident Evil-Filmuniversum viel zu egal sind, gerne sterben dürfen, ohne dass wir eine Trauerträne für sie verlieren würden.

Am Ende gerät Dr. Isaacs außer Kontrolle. Der Mad Scientist macht sich zu seinem eigenen Frankensteins Monster und mutiert zum Tentakel-Zombie-Ungestüm. Resident Evil: Extinction setzt die Reihe konsequent fort, indem Alice aus dem Hive in die Stadt und nun in die Wüste geschickt wird. Bis hierhin ist das Franchise gar nicht so übel, weil sich alle selbst noch versuchen etwas ernster zu nehmen als in den noch folgenden Filmen.

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