Kinderfilm

Petersson und Findus 3 – Findus zieht um (2018)

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Petersson und Findus 3
2.3

Petersson und Findus - Findus zieht um

mit Stefan Kurt, Marianne Sägebrecht und Max Herbrechter

Wenn man über die Pettersson und Findus-Filme eine einheitliche Aussage treffen wollte, müsste man zuallererst darauf eingehen, wie sehr die Reihe Kinder unterfordert und Eltern zum einschlafen animiert. Das gilt auch für den dritten Teil: Pettersson und Findus – Findus zieht um, der nach Kleiner Quälgeist, große Freundschaft (2014) und Das schönste Weihnachten überhaupt (2016) erneut von Regisseur Ali Samadi Ahadi inszeniert worden ist. 

Natürlich basiert auch Findus zieht um erneut auf den Bilderbüchern von Sven Nordqvist, wobei die Handlung aus zwei Büchern zu einem Film zusammen gemischt worden ist. So vereint dieser Teil die Geschichten “Findus zieht um” sowie “Pettersson zeltet”. 

Dabei ist vor allem erschreckend, wie die Animation des kleinen Katers Findus an keinen filmischen Standard erinnern lässt, womit selbst die modernisierte Biene Maja wie ein tricktechnischen Wunderwerk wirkt. 

Im Fokus steht der Wunsch der Abnabelung von Findus, der glaubt, so langsam auch ohne Pettersson leben zu können. Auf der anderen Seite empfindet der lustige, alte Mann – der wieder von Stefan Kurt gespielt wird – eine gewisse Verlustangst, eben genauso wie wenn die eigenen Kinder flügge werden und aus den heimischen vier Wänden verschwinden wollen. Es ist doch irgendwie Fluch und Segen zugleich. 

Die harmlosen Slapstick-Einlagen dürften für kurzweilige Lacher sorgen, während sich ganz nebenher Hühner übers Kinderkriegen unterhalten und das ein Vollzeitberuf nicht mit dem Dasein als Mutter zu vereinbaren wäre. Sollte hier irgendeine Problematik aufgearbeitet werden, verpufft sie in der Luft und zieht ohnehin weit über den Köpfen der Zielgruppe hinweg. 

Petersson und Findus 3 Da Pettersson und Findus – Findus zieht um der kürzeste Teil der Reihe ist, macht sich das Gefühl breit, dass den Machern die Lust an diesen kurzweiligen Eskapaden vergeht, die aber immerhin einen finanziellen Mehrwert für das Produktionsstudio darstellen. Und da Eltern sich vermeintlich gerne selbst quälen und der Überblick über die wirklich guten Kinderfilme fehlt, wird vermeintlich auch Findus zieht um wieder zu einem “erfolgreichen” Kinderfilm gekürt werden. 

Alternativ könnte man doch einfach daheim bleiben und dem YouTube Kanal “Edel Kids TV” eine Chance geben. Hier finden sich mehrere Episoden der Zeichentrickserie um Pettersson und Findus, die so viel charmanter daherkommen. 


Denis Sasse
Ich schreibe seit 2009 über Filme und habe viele Jahre Hörfunk-Beiträge zu unterschiedlichsten Medieninhalten produziert. Beim Radio durfte ich meine eigene Kino-Sendung planen und moderieren. Irgendwie habe ich ein Studium der Literaturwissenschaft und der Medienwissenschaften dazwischen gequetscht. Jetzt lehre ich an einer Hochschule über Thematiken in den Bereichen Film, Fernsehen, Social Media und Medienpädagogik.

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