Filmkritik

“Ghost Rider: Spirit Of Vengeance” von Mark Neveldine & Brian Taylor

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© Universum / Der “Ghost Rider” ist der “Spirit of Vengeance”

Eins muss man Nicolas Cage lassen: er zieht seinen Stiefel durch. Mittlerweile zum Vielfilmer mutiert, kommen im Jahr gefühlte zehn Filme mit dem einstigen Oscar-Star auf DVD raus. Viele schaffen es nicht mehr ins Kino. Zu sehr setzt der bekennende Sammler von Schlössern auf Masse. (Unterhaltsamer) Trash wie “Der letzte Tempelritter” wechselt sich ab mit totalen Rohrkrepierern wie “The Wickerman” und “Bankok Dangerous”. Dem gegenüber steht High Budget vom Kaliber “Das Vermächtnis des geheimen Buches” und… nun ja; “Ghost Rider 1”. Das Cage mittlerweile eine Karikatur seiner selbst ist und sich oft nur so durch seine Filme chargiert, ist irgendwie schon wieder Kult. Das Internet ist voll mit Zusammenschnitten seiner ‘besten’ Momente. Mit “Ghost Rider – Spirit of Vengeance” erfüllt sich der Star nun einen Traum, nämlich den Ghost Rider grimmiger darzustellen als im ersten Teil. Für ein FSK 12 reicht es trotzdem noch.

Viele Jahre sind vergangen, seit Stuntman Johnny Blaze (Cage) einen Pakt mit dem Teufel einging, um seinen Vater zu retten. Seitdem verwandelt sich Johnny des Nächtens in den Ghost Rider, einen flammenden Dämon auf einem Höllenbike, um den Bösen die Seelen auszusaugen. Aber Johnny hat genug vom Ghost Rider und sich in eine alte Fabrik in Rumänien zurückgezogen. Doch als die Armeen des Teufels den zehnjährigen Danny entführen, mit dessen Kräften der Teufel auf die Erde kommen will, wird es wieder Zeit. Moreau, der letzte Kriegsmönch, holt Johnny Blaze zur Verstärkung. Gemeinsam zieht man ins Feld gegen den Teufel…

Der Ghost Rider nimmt sich des Teufels an

Das Budget wurde um gut die Hälfte auf 55 Millionen Dollar gekürzt, gedreht wurde in Osteuropa und Co-Star Eva Mendes ersatzlos gestrichen. Dennoch macht “Ghost Rider – Spirit of Vengeance” eine amtliche Figur. Zu verdanken hat man das dem Regieduo Neveline/Taylor. Die Beiden haben nicht nur mit “Crank” und “Crank: High Voltage” full speed ahead Kino geschaffen, sondern auch mit Gamer einen kapitalen Action-Bock geschossen. Mit ordentlich Zunder und erstklassigen Ghost Rider-Effekten hetzen sie Nicolas Cage durch einen hahnebüchenen Plot, der Comic Trash pur ist. Die Action ist spärlich gesät, aber schön over the top und Cage gibt sichtbar gerne den Vollpsycho und rollt mit den Augen (wenn sein Schädel nicht gerade brennt). Doch sobald darstellerische Fähigkeiten gefragt sind, wird es düster in Osteuropa. Sämtliche Nebendarsteller bleiben Durchschnitt, liegen oft sogar darunter. Und Nic Cage macht eben den Cage.

Nicht selten wähnt man sich in einem direct to video C-Movie. Es ist an Nic Cage und den Effects Jungs, den Karre aus dem Dreck zu ziehen. Und das gelingt ihnen trotz immenser Logiklöcher, mancher Länge, schlimmer Dialoge und haufenweise Kanonenfutter in Söldnerform. Gaststar in “Ghost Rider – Spirit of Vengeance” ist übrigens “Highlander” Christopher Lambert, der viel zu schnell verheizt wird und reichlich deplatziert wirkt. Dennoch kann man “Ghost Rider – Spirit of Vengeance” als gelungenen Actioner für den nächsten Männerabend empfehlen. Weitere Pluspunkte sind das großartige Coverartwork und ein üppiges Making of, das Vorbildcharakter genießt.

Renatus Töpke

“Ghost Rider: Spirit Of Vengeance“

Originaltitel: Ghost Rider: Spirit Of Vengeance
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Produktionsland, Jahr: USA, 2011
Länge: ca. 96 Minuten
Regie: Mark Neveldine & Brian Taylor
Darsteller: Nicolas Cage, Ciarán Hinds, Violante Placido, Idris Elba, Johnny Whitworth, Anthony Head, Christopher Lambert

Deutschlandstart: 23. Februar 2012
Offizielle Homepage: thespiritofvengeance.com

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