Auf NYTimes.com schreibt Bilge Ebiri über eine neue Generation von Charakter-Darstellern. Auch wenn dabei die weibliche Seite Hollywoods gänzlich außen vor gelassen wird, taucht der Artikel The New Generation of Character Actors doch sehr schön in die veränderten Strukturen der Traumfabrik ein und zeigt, wer sich dort noch zu behaupten versteht.

Es fallen Namen wie Ben Mendelsohn, der sowohl in großen Blockbustern wie Rogue One: A Star Wars Story, als auch in kleinen und/oder prestigeträchtigen Projekten wie Dirty Trip und Die dunkelste Stunde auftreten kann. Ebenso wird Michael Shannon als Beispiel genommen, der sich vom sinistren General Zod in Man of Steel bis zu seinen Rollen in Guillermo Del Toros The Shape of Water und der noch kommenden Fahrenheit 451-Verfilmung spielen kann.

Andere Darsteller, die im Zusammenhang mit der Thematik der Character Actors genannt werden sind Namen wie J. K. Simmons, Andy Serkis, Don Cheadle, William H. Macy und Paul Giamatti.

Laut der Casting-Direktorin Avy Kaufman geht es bei diesen Darstellern darum, so zu spielen als sei man der “Typ von Nebenan”, jemand mit dem man sich in jeder Rolle identifizieren kann. Dem entgegen stehen die unerreichbaren Stars & Sternchen Hollywoods, die in jeder Rolle eben wie ein Stern in der Ferne der Traumfabrik wirken: Tom Cruise, Angelina Jolie, keine Menschen, bei denen man sich ein Treffen auf der Straße vorstellen könnte.

Der Artikel von Ebiri thematisiert darüber hinaus, wie sich der Begriff des Character Actors in den Jahrzehnten verändert hat. Früher ging es dabei er um das Type Casting, bei dem Schauspieler immer denselben Charakter gespielt haben, um so das Publikum schneller an eine Rolle zu gewöhnen. Inzwischen geht es laut Bruce Goldstein vom New Yorker Film Forum mehr darum, Darsteller überhaupt keinen Typ mehr haben zu lassen, so dass sie eigentlich alles spielen könnten.

Der Artikel The New Generation of Character Actors ist ein interessanter Einblick in die Casting-Kultur Hollywoods.

Netz-Fundstück, Character Actors