Kinokritik

In MONSTER TRUCKS stecken wortwörtlich Monster in Trucks

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Es erinnert ein wenig an Vergessene Welt: Jurassic Park, wo die Großwildjäger mit ihren Jeeps die Dinos zusammentreiben, wenn in Monster Trucks eine Horde von Schlägern in ihren Geländewagen auf freiem Feld hinter drei solcher Trucks her ist, die durch Monster-Kraft angetrieben werden.

Nickelodeon Movies (Der Rugrats Film, Clockstoppers, Fun Size) und Regisseur Chris Wedge (Ice Age, Robots, Epic – Verborgenes Königreich) haben die Bezeichnung “Monster Truck” einfach mal wörtlich genommen und daraus einen Teen meets Monster und fährt Truck-Film gemacht.

Im Film geht es um den High School Senior Tripp Coley (Lucas Till aus MacGyver), der gemeinsam mit Meredith (Jane Levy aus Evil Dead und Don’t Breathe) auf einem Schrottplatz eine fischig-schleimige Kreatur entdeckt, die sich von Öl ernährt, das allerdings von einem Fracking-Unternehmen für sich beansprucht wird.

Monster Trucks

Tripp (Lucas Till, rechts) bastelt mit seinem Vater an einem Truck herum

Also eine Classic Story, die von einem Kind (oder Jugendlichen) erzählt, das sich mit einer ungewöhnlichen Freundschaft zu einem Drachen (Elliot, der Drache), einem Wal (Free Wily) oder eben einem wabbeligen Öl-Monster in einem Truck gegen eine Evil Corporation stellt, die in irgendeiner Form auch noch der Natur schaden möchte, nur um den eigenen Profit zu steigern.

In Monster Trucks steht hierfür Terravex Oil unter der Leitung von CEO Reece Tenneson (Rob Lowe, Parks & Recreation), dem Wissenschaftler und Geologen Dr. Jim Dowd (Thomas Lennon, The Odd Couple) und dem angeheuerten Schläger Burke (Holt McCallany aus Jack Reacher: Kein Weg zurück).

Aber all das mag nicht so richtig funktionieren. Vielleicht muss man ein Faible für Autos und speziell Monster Trucks haben, um mit diesem Film warm zu werden. Aber wenn einem schon nicht Pixars Cars-Filmreihe gefällt, ebenso wenig die Transformers (obwohl diese in einem weitaus actionreicheren Sci-Fi Universum stecken) und auch Fast & Furious keine Gefühlsregung hervorbringt, ist die Idee – so witzig sie zu sein erscheint – vielleicht von vornherein zum scheitern verurteilt.

Monster Trucks

Tripp freundet sich mit einem ölig-fischigen Monster an

Oder aber dem Film fehlt es an dem nötigen Spaß. Denn nicht einmal in diesen überschwänglichen Yeehaw-Momenten, in denen die Guten sich über die Bösen erheben, eine spektakuläre Flucht hinlegen oder einen sonstigen Erfolg unter zelebrierender Musik feiern können, kann man mitfiebern.

Die Protagonisten Jubeln, die Musik schmettert uns gute Laune entgegen und doch will man sich einfach nicht in das Jubel-Gefühl einfinden, weil alles in Monster Trucks viel zu konstruiert wirkt und nicht diesen lockeren, leichten Kinderfilm-Spaß versprüht.

Denis Sasse
Ich schreibe seit 2009 über Filme und habe viele Jahre Hörfunk-Beiträge zu unterschiedlichsten Medieninhalten produziert. Beim Radio durfte ich meine eigene Kino-Sendung planen und moderieren. Irgendwie habe ich ein Studium der Literaturwissenschaft und der Medienwissenschaften dazwischen gequetscht. Jetzt lehre ich an einer Hochschule über Thematiken in den Bereichen Film, Fernsehen, Social Media und Medienpädagogik.

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