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MCU #13 | Team Iron Man vs. Team Captain America in THE FIRST AVENGER: CIVIL WAR

Mit The First Avenger: Civil War startet das Regie-Duo Anthony und Joe Russo in die Phase 3 des Marvel Cinematic Universe. Die Spannungen zwischen Steve Rogers (Chris Evans) und Tony Stark (Robert Downey Jr.) aus The Avengers: Age of Ultron erreichen ihren Höhepunkt, die Regierung mischt sich in die Angelegenheiten der Superhelden-Gruppe des MCU und es kommt zum Aufeinandertreffen Avengers vs. Avengers minus dem Donnergott Thor (Chris Hemsworth) und dem unglaublichen Hulk (Mark Ruffalo), die in der Zwischenzeit ihr ganz eigenes Abenteuer bestreiten, welches in Thor: Tag der Entscheidung zu sehen ist.

Dafür stoßen Spider-Man (Tom Holland) und Black Panther (Chadwick Boseman) zum Cinematic Universe der filmischen Marvel Comics, wenn die Vereinten Nationen beschließen, dass die Avengers nicht länger ohne Aufsicht die Welt zerstören dürfen. Zwar handeln Iron Man, Captain America und ihre Super-Kollegen aus löblichen Beweggründen, aber nach der Zerstörung von New York (in The Avengers), Washington (in The Return of the First Avenger), Sokovia (in The Avengers: Age of Ultron) und anderen Städten, muss eine Kontrollinstanz her.

Tony Stark stellt sich auf die Seite von General Ross (William Hurt), der den Sokovia-Akt durchsetzen und die Avengers unter UN-Kontrolle setzen möchte, während Steve Rogers den Aufstand übt um die Souveränität der Avengers zu verteidigen. Ganz nebenbei taucht sein alter Freund Bucky, der Winter Soldier, wieder auf, während der aus Sokovia stammende Helmut Zemo (Daniel Brühl) eine Intrige inszeniert, um die Avengers noch weiter aufzuspalten.

The First Avenger: Civil War
Captain America Steve Rogers (Chris Evans) bekommt Helmut Zemo (Daniel Brühl) in die Finger

Die Kunst von Civil War ist es, dass neben den eigentlichen Streitigkeiten untereinander auch noch eine Vielzahl von Schurken gut eingewoben wurde. Nicht nur Zemo, der überzeugend von Daniel Brühl verkörpert wird und als Marionetten-Spieler vielleicht einer der stärksten Bösewichte des MCU ist (niemals zu vergleichen mit Loki natürlich), darf auch Frank Grillo als Crossbones mit Rüstungs-Update in der Eröffnungsszene des Films eine spektakuläre Actionsequenz mit Captain America, Falcon (Anthony Mackie), Scarlet Witch (Elizabeth Olsen) und Black Widow (Scarlett Johansson) abliefern und den Film hierdurch klar in der Cap-Trilogie einordnen.

Zudem zeigt sich hier schon, wie gut die Action choreographiert ist und dass die Superhelden ein fantastisches Team-Work beherrschen. Das wirft seine Schatten voraus, auf einen gigantischen Kampf auf einem Flughafen, wo später die beiden aufgeteilten Avengers-Teams aufeinander treffen sollen. Auch hier zeigt sich die Choreographie in perfektionierter Form, da wir trotz einer Vielzahl von Mitspielern niemals den Überblick verlieren, wer gerade wo gegen wen in den Civil War zieht.

Dabei gelingt es der Handlung, den Aufbau der Teamverteilung logisch zu verteilen. Bei keinem Avenger fragen wir uns, weshalb er oder sie welche Seite gewählt hat. Natürlich bleibt Falcon bei Captain America und War Machine steht zu Iron Man. Der Winter Soldier ist ein alter Freund von Steve Rogers und tendiert dementsprechend zu dessen Gruppierung, Spider-Man gesellt sich zu Tony Stark, der den Teenie mit der nötigen Ausrüstung versorgt und darüber hinaus dieses Team-Up als Einleitung zu Spider-Man: Homecoming funktionieren soll.

Aber auch das Storytelling fernab von dem im Mittelpunkt stehenden Kampf Avengers gegen Avengers ist großartig gestrickt. Der Winter Soldier funktioniert als Bindeglied zwischen den Captain America– und Avengers-Filmen, wenn er für ein Attentat auf Black Panthers Vater bei einem Treffen der UN verantwortlich gemacht wird, durch das dann auch der Neuzugang und König von Wakanda in den Civil War gezogen wird.

The First Avenger: Civil War
Keine guten Freunde mehr: Tony Stark (Robert Downey Jr.) ist enttäuscht von Steve Rogers (Chris Evans)

Ganz nebenbei findet Tony Stark heraus, wie seine Eltern gestorben sind, was sich hier so heftig anfühlt, dass man seinen darauf folgenden Wutausbruch gegen den Verantwortlichen ganz und gar versteht. So bettet man vernünftig Eltern-Liebe in eine Geschichte ein, wie es Batman v Superman: Dawn of Justice nicht gelungen ist, wo der dunkle Ritter und der Mann aus Stahl über ihre jeweiligen Mütter zueinander gebracht werden sollten (und auch wurden, was sich wie eine 08/15-Entwicklung anfühlte).

Civil War handelt eigentlich weniger von den Kriegstreibenden als von Opfern und dem Umgang mit der Kenntnis und Verantwortung, die die Überlebenden mit sich tragen müssen. Tony Stark wird von einer Mutter konfrontiert, die ihren Sohn in Sokovia verloren hat, ebenso wie Zemos Familie in Sokovia sterben musste. Scarlet Witch muss mit ansehen, wie durch ihre Fähigkeiten zahlreiche Menschen in Lagos sterben , während die Frage im Raum steht, was die Avengers machen sollen, wenn der Hulk mal wieder Amok läuft – und weshalb sie derzeit nicht wissen, wo überhaupt er sich aufhält.

The First Avenger: Civil War bietet also fernab von der siebenteiligen Comic-Vorlage von Mark Millar (in der Spider-Man noch eine viel größere Rolle spielt) zwar einen Blick auf eine äußerst unterhaltsame Auseinandersetzung zwischen Team Captain America und Team Iron Man, beinhaltet aber in seinem tiefsten Inneren eine Geschichte um Verluste und Kollateralschäden, die von Superhelden in ihrer blinden Rettungswut hinterlassen werden.

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