Mit The First Avenger: Civil War startet das Regie-Duo Anthony und Joe Russo in die Phase 3 des Marvel Cinematic Universe. Die Spannungen zwischen Steve Rogers und Tony Stark erreichen ihren Höhepunkt. Hinzu kommt, dass sich die Regierung in die Angelegenheiten der Superhelden-Gruppe einmischt. Es kommt  zum Aufeinandertreffen Avengers vs. Avengers.

Das geschieht nicht ganz ohne Neuzugänge, während Thor und Hulk anderweitig beschäftigt sind. Als quasi Ersatzspieler werden Spider-Man (Tom Holland) und Black Panther (Chadwick Boseman) zum Cinematic Universe hinzugefügt. Sie geraten in einen Konflikt, ausgelöst durch die Entscheidung der Vereinten Nationen, dass Superhelden nicht länger ohne Aufsicht die Welt zerstören dürfen.

Zwar handeln Iron Man, Captain America und die übrigen Avengers aus löblichen Beweggründen, aber nach der Zerstörung von New York (in The Avengers), Washington (in The Return of the First Avenger), Sokovia (in The Avengers: Age of Ultron) und anderen Städten, muss eine Kontrollinstanz her. Tony Stark stellt sich auf die Seite von General Ross (William Hurt), der den Sokovia-Akt durchsetzen und die Avengers unter UN-Kontrolle setzen möchte, während Steve Rogers den Aufstand übt um die Souveränität der Avengers zu verteidigen.

Dabei gelingt es, den Aufbau der Teamverteilung logisch zu erklären. Bei keinem Avenger fragen wir uns, weshalb er oder sie welche Seite gewählt haben könnte. Aber auch das Storytelling fernab von dem im Mittelpunkt stehenden Kampf Avengers gegen Avengers ist großartig gestrickt. So funktioniert der Winter Soldier überzeugend als überaus wichtiges Bindeglied in diesem ausartenden Streit.

Von Opfern und Verantwortung

Civil War handelt eigentlich weniger von den Kriegstreibenden als von Opfern und dem Umgang mit der Kenntnis und Verantwortung, die die Überlebenden mit sich tragen. Tony Stark wird von einer Mutter konfrontiert, die ihren Sohn in Sokovia verloren hat, während Scarlet Witch mit ansehen muss, wie durch ihre Fähigkeiten zahlreiche Menschen in Lagos sterben, während irgendwie immer die Frage im Raum steht, was die Avengers eigentlich machen sollen, wenn der Hulk mal wieder Amok läuft – und weshalb sie derzeit nicht wissen, wo überhaupt er sich aufhält.

The First Avenger: Civil War bietet eine äußerst ernstzunehmende Auseinandersetzung zwischen Team Captain America und Team Iron Man, beinhaltet aber in seinem tiefsten Inneren eine Geschichte um Verluste und Kollateralschäden, die von Superhelden in ihrer blinden Rettungswut hinterlassen werden.

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