Dem dritten Iron Man-Film merkt man deutlich an, dass sich hinter der Kamera etwas verändert hat. Mehr flapsige Sprüche. Noch mehr One Liner. Fokus auf Shane Black. Der Lethal Weapon-Drehbuchautor übernimmt für Iron Man 3 den Regiestuhl von Jon Favreau. Damit richtet sich das Marvel Cinematic Universe nach dem Avengers-Tumult in eine neue Richtung aus.

Tony Stark leidet nach den Ereignissen in The Avengers unter posttraumatischen Stress. Sein alter Rivale Aldrich Killian (Guy Pearce) lässt ihm aber keine Gelegenheit, sich auszuruhen. Gemeinsam mit der Terrorgruppe „Die Zehn Ringe“ unter der Führung des Mandarins (Ben Kingsley) greift Killian nicht nur Iron Man, sondern auch Tony Stark persönlich an.

Iron Man als Shane Black-Film

Shane Black orientiert sich für diesen Film an der Extremis-Storyline von Comic-Autor Warren Ellis. Er lässt die Metal-Musik der Vorgänger fallen, während Tony Stark in Off-Kommentaren aus seinem Leben erzählen darf und die Gag-Dichte in seinen Dialogen noch einmal angehoben wird.

Iron Man 3 gelingt es ganz nebenbei, die bisher beste Kombination aus Schurken zu präsentieren. Aldrich Killian ist zwar wieder einer dieser Geschäftsmänner, die Tony Stark regelmäßig im Geschäftsmann-sein herausfordern (Jeff Bridges in Iron Man, Sam Rockwell in Iron Man 2), aber gerade was der Film mit dem Mandarin abliefert, ist ein kluger Schachzug, der einen Twist bereit hält. Iron Man 3 gelingt eine passende Modernisierung dieses Ur-Iron Man-Gegenspielers.

Shane Black macht aus Iron Man 3 eine Fun-Unterhaltungs-Tour voller popkultureller Referenzen, was perfekt zu Robert Downey Jr. passt. Mancher Comic-Fan wird sich durch den Umgang mit der Vorlage abschrecken lassen, aber für das filmische Universum funktioniert dieser Film wunderbar als Einführung in die zweite Phase des Marvel Cinematic Universe.

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