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MCU #7 | Robert Downey Jr. eröffnet mit IRON MAN 3 Marvels Phase 2

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Dem dritten Iron Man-Film merkt man an, dass sich hinter der Kamera etwas verändert hat – im positiven Sinne. Obwohl Jon Favreau zwei unterhaltsame Einträge in das Marvel Cinematic Universe machen konnte, richtet sich das MCU nach dem Ende der ersten Phase mit The Avengers neu aus und holt für Iron Man 3 nun das Team bestehend aus Regisseur Shane Black (der mit Downey Jr. bereits Kiss Kiss Bang Bang drehte) und Drehbuchautor Drew Pearce (Mission: Impossible – Rogue Nation) in das Helden-Universum.

Dabei orientieren sie sich für ihren Film an der Extremis-Storyline von Comic-Autor Warren Ellis, einer sechsteiligen Reihe, die in den Iron Man-Comics von 2005 bis 2006 veröffentlicht wurde.

Während Tony Stark (Robert Downey Jr.) nach den Ereignissen in New York an posttraumatischen Stress leidet (er ist mit einer Atomrakete durch ein Dimensionstor in ein anderes Universum geflogen um Alien-Invasoren abzuwehren!), taucht sowohl sein alter Rivale Aldrich Killian (Guy Pearce) wieder auf, als auch die Zehn Ringe Terrorgruppe unter der Leitung des furchterregenden Mandarin (Ben Kingsley). Hinzu kommt, dass Killian offenbar ein Auge auf Pepper (Gwyneth Paltrow) geworfen hat und mit Maya Hansen (Rebecca Hall) eine alten Bettgespielin von Tony ebenso wieder auf dem Plan steht.

Iron Man 3

Guy Pearce als Aldrich Killian mit dem Extremis-Virus infiziert.

Shane Black lässt die Metal-Musik fallen (Iron Man 2 bestand aus AC/DC-Songs) und versetzt uns ganz typisch in Weihnachtsstimmung, wie er es nur zu gerne in seinen Filmen tut (er hat u. a. die Drehbücher zur Lethal Weapon-Reihe, zu Tödliche Weihnachten oder Last Action Hero geschrieben). Er lässt Tony Stark in Off-Kommentaren aus seinem Leben erzählen (in der After Credits Sequenz wird offenbart, dass er bei Bruce Banner auf der Couch liegt und ihn als Psychiater missbraucht) und setzt auf eine erhebliche Gag-Dichte in seinen Dialogen.

Wo Shane Black sonst die Buddy-Komödie ausspielen kann, setzt er Robert Downey Jr. hier immer an die Seite eines Neben-Darstellers um sich die für Black typischen Dialog-Feuerwerke zu liefern: sei es mit Gwyneth Paltrow – die beiden verbindet eine wunderbare Hassliebe, die unter Black erst richtig zur Geltung kommt – mit Don Cheadle als James Rhodes/War Machine oder mit JARVIS (Paul Bettany) sowie Happy Hogan (Jon Favreau) und einem großartigen Ty Simpkins (Jurassic World, Insidious), bei dem sich Tony eine kleine Auszeit vom Held-sein gönnen darf, nicht aber vom Austausch bissig-amüsanter Unterhaltungen.

Iron Man 3 gelingt es ebenso, die bisher beste Kombination aus Schurken zu präsentieren, auch wenn Aldrich Killian ein weiterer Geschäftsmann ist, der Tony Stark im Business Man-sein herausfordert und sich damit in die lange Ahnenreihe von Jeff Bridges als Obadiah Stane (Iron Man) und Sam Rockwell als Justin Hammer (Iron Man 2) einreihen darf.

Aber gerade was der Film mit dem Mandarin kreiert, ist ein kluger Schachzug, der einen Twist bereit hält. Iron Man 3 gelingt eine passende Modernisierung dieses Ur-Iron Man-Gegenspielers und präsentiert ihn unter dem Banner der Hauptprämisse, die Tony Stark uns mit auf den Weg geben möchte: “Wir erschaffen alle unsere eigenen Dämonen”.

Iron Man 3

Ben Kingsley als Mandarin, der die Terrorgruppe 10 Ringe befehligt.

Dementsprechend ist natürlich auch Killian ein Schurke, der von Stark erschaffen wurde, so dass er tatsächlich seinen eigenen Dämon – später unter Extremis-Einfluss tatsächlich ein wenig nach Dämon aussehend – zu verantworten hat. Black ist vor allem eine gute Wahl für diesen Film gewesen, da er weiß, wie er eine Vielzahl von Figuren zusammen bringen kann, ohne das es an der Story kratzt.

Und am Ende bekommt Shane Black dann doch noch seinen Buddy Movie, wenn Robert Downey Jr. zusammen mit Don Cheadle den Präsidenten der Vereinigten Staaten vor einer Armada von Extremis-Infizierten retten darf. Das Big Finish – mit einer ganzen Reihe von ferngesteuerten Iron Man-Rüstungen – erinnert in bester Weise an Mel Gibson und Danny Glover in ihren, von Shane Black geschriebenen, Lethal Weapon-Actionfilmen.

Shane Black macht aus Iron Man 3 eine Fun-Unterhaltungstour voller popkultureller Referenzen, was perfekt zu Robert Downey Jr. passt. Mancher Comic-Fan wird sich durch den Umgang mit der Vorlage abschrecken lassen, aber für das filmische Universum funktioniert dieser Film wunderbar als Einführung in die zweite Phase des Marvel Cinematic Universe.

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