Marvel Cinematic Universe

MCU #10 | Die GUARDIANS OF THE GALAXY bieten die Marvel Space Opera

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Es war sicherlich eine der größten Herausforderungen für Marvel, eines der größten Poker-Spiele und Ungewissheiten, die Guardians of the Galaxy zusammen zu trommeln um sie als Space Opera in das Marvel Cinematic Universe zu holen. Immerhin geht es hier um einen kleinen, sprechenden Waschbären, um einen Baum, der nur einen Satz von sich geben kann (aber immerhin kann er sprechen!), um einen Krieger, der jede Äußerung wortwörtlich nimmt, um Thanos’ Tochter höchstpersönlich und um einen Typen, der sich als größter Fan der 80er Jahre-Kultur outen darf.

Wo Regisseur James Gunn (Slither, Super) damals vielleicht noch auf seinen Fingernägeln kaute, weil er das erste Out of this World-Abenteuer für das MCU kreieren durfte, weiß man heute wie genial sein Fun Movie geworden ist. Chris Pratt darf sich hier zum Indiana Jones-Abenteuer-Helden machen lassen (ein Job, der ihm sicher dabei half, die Hauptrolle im Jurassic World-Franchise zu ergattern) und Vin Diesel und Bradley Cooper haben ihre Qualitäten als Synchronsprecher unter Beweis gestellt.

Im Film geht es um Peter Quill / Star-Lord (Pratt), der eine wertvolle Kugel stiehlt, hinter der auf einmal auch der Pirat Yondu (Michael Rooker) und Fiesling Ronan, der Zerstörer (Lee Pace) her sind. Während Yondu selbst die Verfolgung aufnimmt, schickt Ronan, der im Auftrag von Thanos handelt, dessen Tochter und seine Attentäterin Gamora (Zoe Saldana) los, um Peter Quill die Kugel abzunehmen.

Während Quill die Kugel auf dem Planeten Xandar verkaufen will, werden die beiden Kopfgeldjäger Rocket (Cooper) und Groot (Diesel) auf ihn aufmerksam. Zeitgleich verwickelt Gamora den Star-Lord in einen Kampf. Alle vier werden für den Aufruhr inhaftiert. Im Gefängnis treffen sie auf den Krieger Drax (Dave Bautista), dessen Familie von Ronan getötet wurde. Gemeinsam brechen sie aus und fliehen nach Knowhere, wo ihnen der Collector (Benicio Del Toro) offenbart, dass sich in der Kugel ein Infinity Stein (der Stein der Macht) befindet.

Guardians of the Galaxy

Benicio Del Toro erklärt als Collector die Kraft und Bedeutung der Infinity Steine.

Schwupps steht Ronan auf der Matte, mit seiner zweiten Attentäterin und Gamoras Schwester Nebula (Karen Gillan) im Schlepptau und schnappt sich den Stein. Ronan droht mit dessen Macht Xandar zu zerstören und die wild zusammen gewürfelte Truppe beschließt, dass sie die Guardians of the Galaxy sind.

Von Beginn an ist klar, dass die Musik der Star in James Gunns Film ist. Schon wenn Chris Pratt durch die höhlenartigen Gänge tanzt, kleine Alien-Tierchen mit einem Tanzschritt in die Ferne schießt, dreht er dabei die Lautstärke des an seinem Gürtel befestigten Walkmans auf und Redbones Come And Get Your Love ertönt. Sofort möchte man sich mitbewegen.

Die Figur des Peter Quill wurde von Gunn zu einem Kind der 80er Jahre gemacht – wo er nach dem Tod seiner Mutter von einem Raumschiff entführt wird. Ein gelungener Mix aus tragischer Familiengeschichte, bei der wir nur zu gut den Verlust des kleinen Peters (Wyatt Oleff, der in der Stephen King-Neuverfilmung des Clown-Horrors Es zum Losers Club gehören darf) mitfühlen können, nur um kurze Zeit später die grandiose Kameraarbeit von Ben Davis vor Augen zu haben, wenn dieser kleine Junge inmitten der schwärzesten Nacht vom Lichtstrahl eines gigantischen Raumschiffes erfasst wird.

Ein bisschen darf man Guardians of the Galaxy auch als Musical betrachten. Es gibt Momente, wie zwischen Star-Lord und Gamora, wo sie sich nur anblicken und die Musik für sich sprechen lassen: Peter Quill durch Marvin Gaye und Gamora durch Tammi Terrell mit ihrem Duett Ain’t No Mountain High Enough.

Guardians of the Galaxy

Ronan, der Zerstörer (Lee Pace) will selbst Herrscher über die Galaxie werden.

Die Figuren bekommen alle nicht nur ihre Action-Momente, sondern dürfen auch Gefühle zeigen. Wenn der kleine Rocket über die Experimente spricht, die an ihm durchgeführt wurden oder Drax in Erinnerungen an seine tote Familie schwelgt, dann nimmt Guardians of the Galaxy diese Charaktere und verleiht ihnen äußerst viel emotionale Tiefe. Während Gamoras Familie nicht unbedingt einfach ist (Thanos, Nebula) muss auch Star-Lord damit klarkommen, dass seine Mutter tot, sein Vater unbekannt, verschollen, vielleicht ja auch bereits das zeitliche gesegnet hat (wir wissen natürlich mehr, wenn wir bereits die Fortsetzung mit einbeziehen).

Groot ist das Bindeglied für diese Band of Misfits, die allzu theatralisch-freudentränen erzeugend zu den Guardians zusammenwachsen und damit Vin Diesel einen Satz im Film geben, der ausnahmsweise mal nicht aus “Ich bin Groot” besteht. Am Ende nimmt man sich bei der Hand und weiß, dass man nicht etwa neue Freunde, sondern eine neue Familie gefunden hat.

Guardians of the Galaxy besticht zudem durch unfassbar schöne Set Pieces. Vom Weltraum-Gefängnis, aus dem man einen spektakulären Ausbruch hinlegen muss, bis hin zu Knowhere, der Planet auf dem der Collector lebt, der wiederum zum ersten Mal wirklich eine Erklärung für die Infinity Steine liefert.

James Gunn projiziert eine ganze Menge Spaß in seinen Film, eine ganze Menge eigene Kindheit und für diejenigen unter uns, die ebenso Kinder der 80er sind, ist Guardians of the Galaxy ein unfassbar unterhaltsamer Mix an guter Musik, an der klassischen Space Opera à la Star Wars, aufgepimpt im Marvel Cinematic Universe-Style. Das macht das Abenteuer um Star-Lord, Gamora, Drax, Rocket und Groot zu dem MCU-Film, den man einfach immer und immer wieder schauen kann.

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