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Guardians of the Galaxy (2014)

Für Marvel war es sicherlich eine der größten Herausforderungen, die merkwürdigen Guardians of the Galaxy zusammen zu trommeln. Immerhin scheinen sie auf den ersten Blick nicht das Superhelden-Kaliber der Avengers zu besitzen. Oder klingen ein sprechender Waschbär, ein Baum und die Adoptiv-Tochter von Thanos so heldenhaft wie Iron Man, Captain America und Thor?

Damals kaute Regisseur James Gunn vermutlich noch gemeinsam mit Marvel auf seinen Fingernägeln. Aber das Experiment ist geglückt. Die Guardians sind das absolut sehenswerte erste Out-of-this-World-Abenteuer des MCUs. Chris Pratt lässt sich dafür zum Indiana Jones des Universums machen, während Vin Diesel und Bradley Cooper ihre Stimmen einem Waschbären und einem Baum leihen.

Indiana Jones im Weltall

Im Film geht es um Peter Quill (Chris Pratt), dem eine wertvolle Kugel in die Hände fällt. Auf einmal sind der Pirat Yondu (Michael Rooker) und Fiesling Ronan, der Zerstörer (Lee Pace) hinter ihm her. Während Yondu selbst die Verfolgung aufnimmt, schickt Ronan im Auftrag von Thanos dessen Tochter Gamora (Zoe Saldana) los, um Quill das wertvolle Stück abzunehmen.

Während Quill seinen Fund verkaufen will, werden die beiden Kopfgeldjäger Rocket (Cooper) und Groot (Diesel) auf ihn aufmerksam. Nach einem gehörigen Aufruhr, landen alle im Gefängnis. Dort treffen sie auf den Krieger Drax (Dave Bautista). Seine Familie wurde von Ronan getötet, weshalb er auf Rache sinnt. Er sieht die Gruppe als Gelegenheit, sich aus dem Gefängnis zu verabschieden. Gemeinsam brechen sie aus. Ihr Weg führt sie nach Knowhere, wo ihnen der Collector (Benicio Del Toro) offenbart, dass sich in der Kugel ein Infinity Stein befindet.

Ronan fackelt aber auch nicht lange. Er spürt die Flüchtlinge auf und schnappt sich in Zusammenarbeit mit Gamoras Schwester Nebula (Karen Gillan) den mächtigen Stein. Die wild zusammen gewürfelte Truppe beschließt, dass sie die Galaxie vor den wahnwitzigen Eroberungsgedanken Ronans beschützen müssen.

Coole Musik im Superhelden-Universum

Recht schnell wird klar, dass die Musik der eigentliche Star von Guardians of the Galaxy ist. Schon wenn sich Chris Pratt durch die Eröffnungssequenz tanzt, dreht er dabei die Lautstärke seines Walkmans auf und Redbones “Come And Get Your Love” animiert zum mitwippen.

Regisseur Gunn hat seine Hauptfigur zu einem Kind der 80er Jahre gemacht. Hier musst Quill den Tod seiner Mutter mitansehen, nur um daraufhin von einem Raumschiff entführt zu werden. Ein gelungener Einstig mit tragischer Familiengeschichte, gefolgt von der grandiosen Kameraarbeit von Ben Davis, wenn dieser den kleinen Jungen inmitten der schwärzesten Nacht vom Lichtstrahl eines gigantischen Raumschiffes erfassen lässt. Hier werden sofort Erinnerungen an E. T. oder Unheimliche Begegnung der dritten Art geweckt.

Dabei ist Guardians of the Galaxy nicht nur ein Action-Musical, sondern auch Gefühlskino. Wenn der kleine Rocket über die Experimente spricht, die an ihm durchgeführt wurden, dann merken wir, dass mehr in dieser Figur steckt, als man auf den ersten Blick denken mag. Drax verliert sich derweil nur allzu traurig in den Erinnerungen an seine tote Familie.

Guardians of the Galaxy nimmt diese Charaktere und verleiht ihnen äußerst viel emotionale Tiefe. Während Gamoras Familie nicht unbedingt einfach ist (Thanos, Nebula) muss auch Star-Lord damit klarkommen, dass seine Mutter tot, sein Vater unbekannt oder verschollen ist.

Guardians of the Galaxy

Groot ist das Bindeglied für diese Band of Misfits. Mit allzu theatralischen Freudentränen gelingt es Groot die Guardians wirklich zusammen zu bringen. Am Ende nimmt man sich bei der Hand und weiß, dass man nicht etwa neue Freunde, sondern eine neue Familie gefunden hat.

James Gunn projiziert eine ganze Menge Spaß in seinen Film. Außerdem gibt es eine ganze Menge eigene Kindheit für diejenigen, die ebenso Kinder der 80er sind. Damit wird Guardians of the Galaxy zu einem unfassbar unterhaltsamen Mix aus guter Musik und aus klassischer Space Opera à la Star Wars. Dann allerdings noch einmal aufgepimpt im Marvel Cinematic Universe-Style.

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