Es war sicherlich eine der größten Herausforderungen für Marvel, die Guardians of the Galaxy zusammen zu trommeln um sie als Space Opera in das Marvel Cinematic Universe zu holen. Immerhin geht es hier um einen kleinen, sprechenden Waschbären, um einen Baum, der nur einen Satz von sich geben kann (aber immerhin kann er sprechen!), um einen Krieger, der jede Äußerung wortwörtlich nimmt, um Thanos’ Tochter höchstpersönlich und um einen Typen, der sich als größter Fan der 80er Jahre-Kultur outen darf.

Regisseur James Gunn durfte das erste Out of this World-Abenteuer für das MCU kreieren, in dem es  um Peter Quill / Star-Lord (Chris Pratt) geht, der eine wertvolle Kugel stiehlt, hinter der auf einmal auch der Fiesling Ronan, der Zerstörer (Lee Pace) her ist. Dieser handelt wiederum im Auftrag von Thanos, dessen Tochter und Attentäterin Gamora (Zoe Saldana) losgeschickt wird, um Peter Quill das wertvolle Artefakt abzunehmen.

Das Guardians-Musical

Von Beginn an ist klar, dass die Musik der Star in James Gunns Film ist. Schon wenn Chris Pratt durch die höhlenartigen Gänge tanzt, kleine Alien-Tierchen mit einem Tanzschritt in die Ferne schießt, dreht er dabei die Lautstärke des an seinem Gürtel befestigten Walkmans auf und Redbones Come And Get Your Love ertönt. Sofort möchte man sich mitbewegen. Ein bisschen darf man Guardians of the Galaxy auch als Musical betrachten. Wenn Star-Lord und Gamora sich anblicken und die Musik für sich spricht: Peter Quill durch Marvin Gaye und Gamora durch Tammi Terrell mit ihrem Duett Ain’t No Mountain High Enough.

Die Figur des Peter Quill wurde von Gunn zu einem Kind der 80er Jahre gemacht – wo er nach dem Tod seiner Mutter von einem Raumschiff entführt wird. Eine grandiose Kameraarbeit von Ben Davis, wenn dieser kleine Junge inmitten der schwärzesten Nacht vom Lichtstrahl eben dieses gigantischen Raumschiffes erfasst wird.

Die Figuren bekommen alle nicht nur ihre Action-Momente, sondern dürfen auch Gefühle zeigen. Wenn der kleine Rocket über die Experimente spricht, die an ihm durchgeführt wurden oder Drax in Erinnerungen an seine tote Familie schwelgt, dann nimmt Guardians of the Galaxy diese Charaktere und verleiht ihnen äußerst viel emotionale Tiefe. Groot ist das Bindeglied für diese Band of Misfits, die allzu theatralisch-freudentränen erzeugend zu den Guardians zusammenwachsen.

James Gunn projiziert eine ganze Menge Spaß in seinen Film. Guardians of the Galaxy ist ein unfassbar unterhaltsamer Mix an guter Musik und an der klassischen Space Opera à la Star Wars, aufgepimpt im Marvel Cinematic Universe-Style.

Bild Copyright The Walt Disney Pictures