Man könnte Doctor Strange auch als Iron Man mit Magie statt Technik-Fokus beschreiben. Ein schnöseliger-reicher Charmebolzen wird durch eine immense Stress-Situation zur Neuausrichtung eines bisher oberflächlich und auf Erfolg ausgerichteten Lebens gezwungen. Aus dem Waffenhändler Tony Stark wurde so Iron Man, aus Dr. Stephen Strange wird hier nun Doctor Strange.

Benedict Cumberbatch verkörpert Strange mit spitzbübischer Sherlock-Arroganz. Nachdem er einen Autounfall nur knapp überlebt und durch schwere Verletzungen seine Neurochirurg-Karriere am Ende ist, sucht er in Kathmandu nach der geheimen Enklave Kamar-Taj, einer Lehrstätte für Magie.

Hier verspricht er sich unter der Anleitung der obersten Meisterin (Tilda Swinton) und ihrem Musterschüler Mordo (Chiwetel Ejiofor) Genesung, lernt aber auch den abtrünnigen Kaecilius (Mads Mikkelsen) kennen, der mit gestohlenen Seiten aus einem verbotenen Buch den Dämon Dormammu und dessen dunkle Dimension heraufbeschwören möchte.

Die Imposanz der Bilder

Regisseur Scott Derrickson darf in Doctor Strange Kaleidoskop-Welten erschaffen, die dem Film ein irres Eigenleben im MCU bescheren. Wie schon in Ant-Man die Mikrokosmos-Welt das Cinematic Universe nach Innen ausgeweitet hat, so wird hier die visuelle Imposanz der magischen Sphären ausgespielt und der Horizont des MCU im geistigen Sinne erweitert. Wenn Cumberbatchs Stephen Strange sich durch diese farbenfrohen Universen bewegt, könnte das ebenso ein höllischer Drogentrip sein.

Mit Doctor Strange bietet uns das Marvel Cinematic Universe zwar keine sehr originelle Idee einer Origin Story, was aber allemal durch die irren Bildwelten wieder wettgemacht werden kann. So wird ein ganz anderer Schauwert eines MCU-Films kreiert.

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