Marvel Cinematic Universe

MCU #12 | Der Heist-Movie ANT-MAN in Miniatur-Schrumpf-Optik

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Anstelle noch größer zu werden, wird das Marvel Cinematic Universe mit Ant-Man ein Stück kleiner. Regisseur Peyton Reed (Down with Love, Der Ja-Sager) steckt Paul Rudd (Vielleicht lieber Morgen, Prince Avalanche) in diesem 12. Film des MCU in das Schrumpf-Kostüm des Ameisen-Verstehers, das zumindest im Film zuvor von Michael Douglas (Wall Street, The Game) getragen wurde, der hier als Hank Pym sein Vermächtnis an das kleinkriminelle Einbrecher-Genie Scott Lang weiterreicht, was den Zorn seiner Tochter Hope van Dyne (Evangeline Lilly, Lost, Der Hobbit) heraufbeschwört.

Aber sie wird sich – zumindest in diesem Film – noch damit abfinden müssen, nicht zur Ant-Woman zu werden, sondern im Sequel das Kostüm ihrer Mutter The Wasp anzulegen. Hier aber erfahren wir nun erst einmal, wie Hank Pym 1989 bei S.H.I.E.L.D. ausgetreten ist, um damit alle Versuche zu unterbinden, seine Schrumpf-Technologie zu vervielfältigen.

In der Gegenwart allerdings, gelingt es seinem ehemaligen Schüler Darren Cross (Corey Stoll, House of Cards, The Strain) die Technologie fast zu perfektionieren. Er erschafft die Yellowjacket und übernimmt Pym Technologies. Hank Pym sucht sich hierauf ausgerechnet Scott Lang aus, dessen Einbrecher-Fähigkeiten er benötigt, um als neuer Ant-Man die Yellowjacket zu stehlen.

Ant-Man

Hank Pym (Michael Douglas) und seine Tochter Hope (Evangeline Lilly)

Eigentlich ist Ant-Man wieder die Iron Man-Story (oder Arrow oder Iron Fist…), bei dem ein Geschäftsmann einem anderen Geschäftsmann sein Imperium ausspannt und in diesem Fall gar noch einen Kampfanzug dabei entwickelt. Während Tony Stark noch selbst in die Iron Man-Rüstung geschlüpft ist, sucht sich der alt gewordene Held dieser Geschichte ein neues, frisches Gesicht in Scott Lang, um ihn an seiner Stelle zum Marvel-Helden werden zu lassen.

In bester Erinnerung an Die Reise ins Ich oder Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft ist es aber gerade der wundervolle naiv-unschuldige “Ich will das eigentlich alles gar nicht”-Witz von Paul Rudd, der Ant-Man so gut funktionieren lässt. Gekoppelt mit Michael Peñas Humor und seinen schnellen Handlungs-Zusammenfassungen, bei denen er von Situation zu Situation springt und die Stimme der in seiner Erzählung liegenden Figuren übernimmt, ist dieser Film damit der deutlichste Komödien-Eintrag im bisherigen Marvel Cinematic Universe.

Während Hank Pym sich als Avengers-Hasser herausstellt, der seine eigene Vergangenheit mit der Stark-Familie hat, lässt er Scott Lang gar in das neue, in Avengers 2: Age of Ultron eingeführte Hauptquartier der Heldengruppe einbrechen, wo sich Ant-Man sogleich mit einem Avenger messen darf. Das sorgt für einen von zahlreichen großartig choreografierten Kämpfen, bei denen immer wieder die Schrumpf-Technologie zum Einsatz kommen darf. Außerdem ist es äußerst zufriedenstellend zu sehen, dass Scott Lang im Kampf alles ausnutzen darf, was er zuvor bei Hank Pym und seiner Tochter im Training gelernt hat, ohne dass er es nur für irgendwelche coolen Trainings-Montagen im Film hätte lernen müssen.

Wir erleben in Miniatur-Perspektive das Leben in einer Badewanne, die frisch geflutet wird, müssen uns mit Scott Lang durch einen Tanzclub schlagen, bei dem die Füße ihn zu zerquetschen drohen oder können mit ihm auf Ameisen durch die Lüfte fliegen. Sein bester Kumpel ist gar eine Ameise: Anthony! Ein wirklich effektiver Sidekick für Ant-Man.

Ant-Man

Darren Cross (Corey Stoll) wird zu Yellowjacket

Es ist aber nicht alles nur Spaß und Action. Der Film beschäftigt sich darüber hinaus ausgiebig mit diversen Daddy Issues. So möchte natürlich Hope den Ant-Man Anzug von ihrem Vater, wird aber dreist übergangen, was sie zur Weißglut treibt und ihre Antipathie gegenüber Scott Lang nur schürt. Derweil möchte Scott Lang selbst seiner kleinen Tochter ein guter Vater sein, wird aber immer wieder in sein Gaunerleben zurückgeworfen. Hier kommt ihm das Angebot nur zugute, in das Heldenkostüm schlüpfen zu dürfen. Derweil versucht Darren Cross in Hank Pym eine Vaterfigur zu finden, wird aber stark enttäuscht, als dieser sich gänzlich gegen ihn wendet.

Yellowjacket ist natürlich nicht die stärkste Marvel-Bösewicht-Figur, aber darauf kommt es hier am allerwenigsten an. Dieses MCU-Abenteuer ist ein purer Heist-Movie mit Komödien-Elementen, der wunderbar zu unterhalten versteht, weil das Hauptdarsteller-Trio Paul Rudd, Michael Douglas und Evangeline Lilly so eine ungewöhnliche Kombo abgeben, dass sie unter Marvel-Federführung ein ungewöhnlich-frisches Ensemble abgeben. Derweil hat Peyton Reed mit Ant-Man einen großartigen Filmbeitrag zum Genre des “Schrumpffilms” geleistet.

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