Für Edward Norton war Der unglaubliche Hulk ein einmaliger Auftritt im Marvel Cinematic Universe, während seit Captain America: Civil War zumindest William Hurts General “Thunderbolt” Ross als letztes Überbleibsel des zweiten MCU-Films zurück in das Superhelden-Universum gefunden hat. Derweil wartet Hulk-Schurke Abomination in der Gefängniseinrichtung The Vault irgendwo in Alaska darauf, erneut entfesselt zu werden. Da mag er vermutlich lange warten müssen.

Abomination ist eigentlich ein ganz normal unsympathischer Großwildjäger namens Emil Blonsky, der widerwärtig-gut von Tim Roth gespielt wird. Während nun also Bruce Banner versucht sein grünes Alter-Ego zu unterdrücken, spritzt Blonsky sich eine Überdosis Supersoldaten-Serum wie es einst Steve Rogers verpasst wurde, kombiniert dies allerdings mit ein wenig zu viel Gamma-Strahlung und mutiert zu einer Abscheulichkeit von einem Monster, das General Ross dazu zwingt, gemeinsame Sache mit dem Hulk zu machen.

Dr. Jekyll und Mr. Hyde

Regisseur Louis Leterrier bringt seinen grünen Hulk ganz nahe an die Geschichte von Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Sein Bruce Banner will sein grünes Alter-Ego nicht kontrollieren, er will es loswerden. Der unglaubliche Hulk ist hierdurch ein ungewöhnlich finsterer Film im MCU. Nach dem losen Mundwerk eines Robert Downey Jr in Iron Man, hier nun also der Versuch, etwas Düsternis à la Dark Knight-Trilogie im Marvel-Universum zu etablieren.

Edward Norton gibt in dieser Geschichte den leidenden Helden, der Abstand nehmen möchte von jeglicher Verantwortung, die mit seinen Kräften einhergehen. Dazu gehört auch die Konfrontation mit Abomination. Bis zur Verwandlung in ein CGI-Monstrum spielt Tim Roth seine Figur manisch-besessen von Macht und Stärke, immer auf der unerbittlichen Jagd nach dem Hulk. Man weiß nie so genau ob er ihn erlegen oder vergöttern möchte. Dies ist ebenso ein Duell zwischen einem Jekyll- und einem Hyde-Monster. Der unglaubliche Hulk ist ein unterhaltsamer Spaß, gerade weil die überaus intensive Feindschaft zwischen Banner und Blonsky so in den Mittelpunkt gerückt wurde.

Und nicht die After Credits Sequenz verpassen, in der die Avengers-Initiative durch Tony Stark höchstpersönlich weiter vorangetrieben wird.

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