Filmkritik

Kingsman – The Secret Service

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Der etwas andere Film. Das dachte man sicherlich, als Matthew Vaughn vor geraumer Zeit Kick-Ass in die Kinos brachte, während sich – wie immer noch – der Superhelden-Film in Höchstform befand. Kick-Ass war irgendwie anders, kam mit Jugendlichen daher, die eigentlich nur so taten als ob – und mit einem Hit-Girl, dass minderjährige Blutbäder anrichtete. Unter Fans hochgelobt, hat sich Vaughn nun von seinen Superhelden abgewandt und ist hin zum Spionage-Actionthriller gewandert. Die Formel bleibt dabei dieselbe: Veteran und Jungspund raufen sich zusammen, um gegen das Böse vorzugehen.

Was Kick-Ass in diesem Fall mit Kingsman – The Secret Service gemein hat, ist dass beide Filme auf einem Comic von Mark Millar beruhen. In Kingsman widmet man sich der wunderbaren Welt von James Bond, natürlich ohne die 007, dafür mit einer britischen Geheimorganisation von scheinbaren Schneiderlein, die im Hinterzimmer jedoch nichts anderes machen als ordentlich choreographierte Superkämpfe abzuliefern. Kingsman serviert uns die Bond-Klassiker der frühen Jahre, mitsamt seinen überdrehten Superschurken und Handlangern.

In diesem Fall ist das Samuel L. Jackson als Valentine, der wohl erste Bösewicht der Superspion-Geschichte, der kein Blut sehen kann. Ihm zur Seite steht die „Blade Runnerin“ Gazella (Sofia Boutella), deren Beine durch zwei messerscharfe Klingen ersetzt wurden. Während Valentine große lispelnde Reden schwingt, wirbelt Gazella durch den Raum und zerschneidet alles was ihr in die Quere kommt – zumeist sind das menschliche Körper.

Valentine ist Größenwahnsinnig, sieht in der Menschheit das Virus, das die Welt befallen hat und will dementsprechend das Virus töten. Die Welt hat einen Neustart verdient, nur mit den besten Menschen als Überlebende, die natürlich von ihm ausgewählt auf seiner Arche – oder in seinem fiesen Party-Supergeheimversteck – den Anschlag überleben sollen, den Valentine säuberlich geplant vollführen möchte.

Wär da doch nicht die Kingsman-Organisation. Colin Firth spielt unfassbar gut den Actionhelden, der in einer wahnsinnig durchgestylten Kampfsequenz einer ganzen Menschenmasse in einer Kirche entgegen tritt. Man kommt kaum zur Ruhe, kann keine Luft holen. Immer wieder zückt der Spion mit dem Codenamen Galahad seine Fäuste, nutzt harte Tritte oder jedweden Gegenstand der ihm in die Hände fällt, um in Wirbelattacken seine Angreifer auszuschalten. Selten hat man so schnelle Actionsequenzen so deutlich zu Gesicht bekommen. Immer mal wieder auch mit einer Zeitlupe, schafft es Kameramann George Richmond aber auch ohne die Verzögerung des Bildes uns in aller Deutlichkeit die Action zu präsentieren.

Galahad bekommt in Eggsy und mit dessen Darsteller Taron Egerton einen gleichgestellten Partner zur Seite. Dieser muss zuerst ein Kingsman-Training über sich ergehen lassen, bei dem ihm alles – aber auch wirklich alles – abverlangt wird. Der Prolet soll zum Anzugträger werden, „Manieren machen uns zu Menschen“, ein Spruch der nach dem Film in den eigenen Wortschatz übergehen wird, ebenso wie die Lust mal so einen schnieken Anzug zu tragen und in einer Kneipe ein paar Hooligans hops zu nehmen.

Mit einem unerhört hohen Body-Count und ästhetisch wunderschönen inszenierten explodierenden Köpfen bietet Kingsman die absolute 100% Unterhaltung. Mark Strong, schon in Kick-Ass ein Mitstreiter des Regisseurs, spielt hier großartig gegen seinen Strich, auch Michael Caine und ein sehr seltener On-Screen Gastauftritt von Mark ‚Luke Skywalker‘ Hamill sorgen für Yeah-Momente.

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