Action

King Arthur – Legend of the Sword (2017)

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7.2

King Arthur - Legend of the Sword

mit Charlie Hunnam, Jude Law, Eric Bana, Astrid Bergès-Frisbey, Djimon Hounsou und Aidan Gillen

Guy Ritchie macht großartig unterhaltsame Filme. Das möchte man immer wieder in die Welt hinausschreien, wo er dieser Tage nicht mehr die Beachtung bekommt, die er – oder seine Filme – eigentlich verdient haben. Schon sein 2015er Codename U.N.C.L.E. war einer der besten Actionfilme seines Jahres, ohne dass er das entsprechende Lob bekommen hätte. Ähnlich ergeht es King Arthur – Legend of the Sword, der sich als seltener Eintrag in das Fantasykino zeigt, der nicht heillos im Herr der Ringe-Vergleich unterzugehen droht.

In King Arthur – Legend of the Sword stürzt der hinterhältige Magier Vortigern (Jude Law) das Königreich seines Bruders Uther (Eric Bana), dem es gelingt seinen Sohn zu retten. Dieser wächst in Londinium unter der Obhut von Prostituierten auf und entwickelt sich mit den Jahren zu einem kampferprobten Mann der Straße (Charlie Hunnam).

Als er eines Tages von den Männern Vortigerns aufgegriffen wird und gezwungen wird, seine Kraft an einem magischen Schwert auszutesten, dass in einem Fels feststeckt, gelingt es ihm als einziger die Waffe an sich zu nehmen. Auch wenn er bald durch die enormen Kräfte in die Bewusstlosigkeit verfällt, zieht er die Aufmerksamkeit des sinistren Herrschers auf sich und muss sich fortan gemeinsam mit seinen Freunden Sir Bedivere (Djimon Hounsou) und einer magischen Abkömmin Merlins (Àstrid Bergès-Frisbey) gegen die Mächte der Finsternis behaupten.

Guy Ritchie beweist sich als Filmemacher mit einem Sinn dafür, wie er die Zuschauer direkt in seine Welt zieht. Er fackelt in seinem Fantasyfilm nicht lange, bis er Elemente einwirft, die Herr der Ringe oder Game of Thrones als Höhepunkte in ihrem Storytelling setzen. Das Big Opening zeigt dann eben auch sogleich, dass Ritchie keinen billigen Dungeons & Dragons kreiert hat, sondern sich wirklich in seiner Arthur-Welt zurecht findet.

Bei ihm gibt es Drachen und Helden, gigantische Schlachtszenen von der ersten Minute an. Es existiert Magie und magische Wesen, die Kameramann John Mathieson (47 Ronin, Logan: The Wolverine) atmosphärisch einzufangen weiß. Es ist ein Misch aus Fantasy und Horror, wenn Jude Law bei schleimigen Tentakel-Meerjungfrauen (oder -hexen) in einer finster verwässerten Grotte steht um dieses Orakel des Bösen zu ersuchen.

Mathieson hat bereits für Codename U.N.C.L.E. mit Ritchie zusammen gearbeitet und zeigt sich hier wieder durchaus talentiert, dessen cool gefilmten Stil anzunehmen. Ritchie versteht es ebenso gut wie ein Quentin Tarantino, James Gunn oder Matthew Vaughn mit Bildern, Effekten und Musik so zusammenzuarbeiten, dass jedes Element seinen eigenen Mehrwert zum Storytelling bringt.

Das Drehbuch enthält – weil von Ritchie mitgeschrieben – die schnell abgefeuerten Dialoge, wie man sie aus seinen Filmen von Bube Dame König grAS und Snatch bis zum Sherlock Holmes-Franchise kennt. Seine Filmschnitte sind schnell wie ein Musikvideo, wie er es mit What It Feels Like For A Girl für Madonna inszeniert hat.

Ritchie ist ein Filmemacher, der genau weiß, wann er welches Stilmittel zum Einsatz bringen sollte, damit es seinen Filmen weiterhilft und nicht einfach nur da ist, um als Unterhaltungsinstrument zu dienen. Seine Zeitlupen sind wohl getimed, so dass chaotische Kampfszenen übersichtlich wirken, aber nie an ihrem Impact verlieren.

King Arthur - Legend of the SwordWenn das magische Schwert Excalibur zum Einsatz kommt, versetzt uns der Regisseur in einen Misch aus Slow Motion und Fast Forward-Effekt, was eine merkwürdig coole Visualität hervorzaubert.

Während Charlie Hunnam im mittelalterlichen Setting weitaus besser funktioniert als ein Vin Diesel in seinem Fantasy-Versuch The Last Witch Hunter, bringt das spanisch-französische Model Àstrid Bergès-Frisbey ein unheimliches Charisma in den Film, den sie mit ihrer otherworldliness bereichert.

King Arthur – Legend of the Sword lebt von seinen Darstellern – darunter auch Game of Thrones’ Aidan Gillen – vor allem aber von Guy Ritchies Gespür fürs unterhaltende erzählen, für atmosphärische Bilder, die uns in seine jeweiligen Filmwelten ziehen und für Musik und Filmtechniken, die immer unterstützen und niemals überflüssig erscheinen. Und daher sollte man jedem neuen Ritchie-Film mit Vorfreude entgegen sehen.

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