Filmkritik

Justice League: Doom (Februar 2012)

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Wen oder was kann man schon einer Superhelden-Gruppierung wie der Justice League als ernstzunehmende Bedrohung entgegen setzen? Einen Versuch unternimmt Regisseurin Lauren Montgomery, die sich für den DC Animated Original Movie Justice League: Doom lose an der JLA Storyline Tower of Babel orientierte und die Legion of Doom auf die Heldengruppierung hetzt.

Die Legion of Doom ist ein unter dem unsterblichen Vandal Savage zusammengeführtes Team von Schurken, die es im Alleingang noch nie geschafft haben ihre Peiniger zu besiegen. Nun soll gemeinsam an diesem Problem gearbeitet werden. Hierfür hat Savage sich an Bane gewandt, an Cheetah, Metallo und den Mirror Master, als auch and Ma’alefa’ak und Star Sapphire. Ein fieser Zusammenschluss, der im Film allerdings nur einmal wirklich ausgespielt wird.

Da haben wir die Kritik am Werk. Die Schurken handeln trotzdem allein. Sie bekommen von Savage lediglich die Schwächen ihrers heldenhaften Gegenüber ins Ohr geflüstert, agieren aber niemals wirklich als Team. Erst zum entscheidenen Showdown sehen wir sie zusammen, notgedrungen, da die Justice League ihr Hauptquartier stürmt und sich auf die Plagegeister wirft.

Da ist schon die Royal Flush Gang zu beginn von Justice League: Doom ein besseres Team. Ein lustiger Einstieg, bei den Superman auch mal gelangweilt dreinblicken darf, wenn er gegen diese eher B-Schurken kämpfen muss. Green Lantern lässt dazu ein paar One Liner folgen und selbst Batman bringt ein paar trockene Sprüche ein.

Anders wirken spätere Bilder von Bruce Wayne auf dem Familienfriedhof. Es ist dunkel. Blitz und Donner sorgen für atmosphärischen Horror und dann steht da Bane über dem unmaskierten Millionär und sorgt für die bisher wohl beste Kampfsequenz in einem DC Animated Original Movie. Hier stimmt wieder alles. Held, Schurke, Umgebung, Musik, Stimmung, Ausgang – der pure Horror, wie es sich für Batman gehört.

Er nimmt denn auch eine zentrale Stellung in diesem Film ein. Superman wird tatsächlich auf die hinteren Ränge verbannt, selbst Flash und Green Lantern haben mehr zu tun als der Man of Steel. Neu dabei ist Cyborg, den wir zum ersten Mal zu Gesicht bekommen. Er ist dann auch derjenige, der quasi zuviel im Spiel ist. Wo die Legion of Doom für jeden der klassischen Justice League-Helden einen Gegenpart präsentiert, ist Cyborg das Ass im Ärmel der Gerechtigkeitsliga.

Aus Justice League: Doom hätte viel mehr herausgeholt werden können. Die Struktur ist ziemlich eindimensional: Helden werden zur Strecke gebracht und kommen recht schnell wieder zurück. Es fehlt an Dramatik, da die Legion of Doom nie wirklich handeln darf, sondern nur dazu da ist um uns die Schwächen der Justice League-Mitglieder vorzuführen.

Trotzdem macht der Film Spaß und weiß aus seiner Story das rauszuholen was er zu leisten im Stande ist. Hier hätte sich ein Zweiteiler wie später bei The Dark Knight Returns ebenso angeboten, bei dem der erste Teil mit dem Ende der JL-Mitglieder hätten enden können. Aber nicht jeder Film im DC Animated Universum bekommt die Ehre, ausführlich erzählt zu werden. Justice League: Doom hat hierunter ein wenig zu leiden.

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