Sean Connery darf in seiner Rolle als 007 James Bond zum ersten Mal dem S.P.E.C.T.R.E.-Oberhaupt Ernst Stavro Blofeld  entgegentreten, der von Donald Pleasence (später als Dr. Loomis in der Halloween-Reihe zu sehen) sein erstes filmisches Gesicht bekommt. Ausgerechnet in Man lebt nur zweimal fehlt Standard-S.P.E.C.T.R.E.-Regisseur Terence Young, der das Zepter an Lewis Gilbert weiterreicht, der später noch Der Spion, der mich liebte und Moonraker mit Roger Moore als James Bond inszenieren durfte.

Im Film wird ein amerikanisches NASA Space Shuttle von einem unbekannten Raumschiff gekapert. Die USA vermuten die Sowjets hinter dem Angriff, während die Briten die Japaner für verantwortlich halten. Deswegen wird MI6-Agent James Bond nach dem Vortäuschen seines Todes (daher der Titel des Films) nach Tokyo geschickt um dort Undercover ermitteln zu können.

Die Suche führt Bond zu Osato Chemicals, wo er auf Mr. Osato (Teru Shimada) und dessen Sekretärin Helga Brandt (Karin Dor) trifft, die für S.P.E.C.T.R.E. arbeiten und 007 töten wollen. Natürlich entkommt Bond. Während ein weiteres, dieses Mal sowjetisches Raumschiff attackiert wird, entdeckt James Bond, dass die Space Shuttles und ihre Astronauten in einen Vulkankrater gebracht werden, wo sich Blofeld – das Phantom – als Drahtzieher entpuppt. Der Bond-Bösewicht wurde von der Republik China damit beauftragt, einen Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion anzuzetteln.

Man lebt nur zweimal
James Bond (Sean Connery) darf in einem Mini-Helikopter über Japan kreisen

Vor allem wenn James Bond sich in Japan bewegt, driftet Man lebt nur zweimal in so viele Stereotype ab, wie wir sie vielleicht noch nie zuvor in einem Bond-Film zu sehen bekommen haben. Die Roma und Sinti, als stereotype Zigeuner in Liebesgrüße aus Moskau gebrandmarkt, kommen eigentlich noch ganz gut weg, wenn man sich den Umgang mit japanischen Stereotypen in diesem Film anschaut.

Sean Connerys James Bond stellt sich natürlich die Frage, weshalb sich die Frauen in diesem Land im Geschmack von anderen Frauen unterscheiden! Dann vergleicht er den Unterschied mit Peking-Ente und russischen Kaviar. In Tokyo bewegt sich der Film durch Sumo-Kämpfe, durch Geisha-Massagen und bringt uns mit jedem Setting zwar ein hübsches Bild und Atmosphäre, aber eben auch ein Stereotyp nach dem anderen.

Derweil darf sich Sean Connerys 007 später im Film gar als Japaner verkleiden und in einem Ninja-Trainingslager seine übermäßigen Kampfkünste unter Beweis stellen. Wenn er dann aber eine Frau zur Tarnung heiraten soll, ist sein einziger Gedanke einmal mehr, ob sie denn wenigstens hübsch sei? Kann der Mann auch nur einmal an seinen Job denken?

Nachdem er zuletzt mit einem Jetpack herum fliegen durfte, setzt sich Bond in Man lebt nur zweimal in einen unterhaltsamen Mini-Ein-Mann-Helikopter und kommentiert seine Aussicht auf Japan von oben mit “Hier gibt es eine Menge Vulkane, ansonsten ist die Gegend ziemlich trüb.” und zeigt sich damit eher als Anti-Tourismus eingestellt.

Spektakulär kommt dann der Luftkampf daher, bei dem sich Bond in seinem Mini der Lüfte gegen Hubschrauber durchsetzen muss. Da erfreut sich 007, dass sein Fluggerät mit Rück-Flammenwerfern ausgestattet ist, er rasante Manöver beherrscht und einige Luft-Minen streuen kann.

Man lebt nur zweimal
Die Japan-Version von Sean Connerys 007

Am Ende trifft er dann auf Blofeld, den Mann der sich als Verantwortlicher hinter allen bisherigen Bond-Filmen minus Goldfinger herausstellt. Mit einem Piranha-Becken in seinem Repertoire erfreut sich dieser Superschurke an seinen sinistren Spielchen: “Ich bin gerade dabei einen kleinen Weltkrieg anzuzetteln” gibt er von sich und will eigentlich nicht von Bond gestört werden.

Mit Man lebt nur zweimal darf Sean Connery also noch einmal seinem Erz-Nemesis und S.P.E.C.T.R.E.-Kopf gegenüber treten, bevor er sich vorerst verabschiedet und George Lazenby das Feld überlässt, nur um dann doch noch einmal zurückzukehren. Ähnlich viele Gesichter wird auch Blofeld noch bekommen, bevor er einen ungalanten und unspektakulären Abgang erhalten wird. So schön die Feindschaft des britischen Agenten und der Verbrecherorganisation aufgebaut wird, so abrupt wird sie dann fallen gelassen.

Aber in Man lebt nur zweimal findet man zumindest einen Höhepunkt in der S.P.E.C.T.R.E.-Geschichte, wenn Ernst Stavros Blofeld zum ersten Mal theatralisch in Erscheinung tritt. Dafür spürt man allerdings, dass Sean Connery seiner Rolle als 007 nicht mehr allzu viel hinzuzufügen hat.