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Liebesgrüße aus Moskau (1963)

Mit Liebesgrüße aus Moskau bekommt man aus heutiger Sicht einen James Bond-Film, bei dem uns die Stereotypisierung des Frauenbildes und der Rassismus gegenüber den Sinti und Roma geradezu schockieren sollte. Sean Connery wird in Terence Youngs 1963er Bond-Sequel zur Verkörperung der Denkensweise der gänzlich politisch unkorrekten 60er Jahre.

So muss er dieses Mal als 007 mit seiner Lizenz zum Töten in die Türkei reisen. Dort soll er mit der sowjetischen Chiffrierbeamtin Tatiana Romanova (Daniela Bianchi) zusammen arbeiten. Diese möchte in den Westen überlaufen. Hierfür bietet sie die Lektor an, eine Defrichiermaschine ihres Landes mit der diplomatische und militärische Kommunikationen getätigt werden.

Die Rache von S.P.E.C.T.R.E.

Aber Romanova ist auf einen Plan von S.P.E.C.T.R.E. herein gefallen. Die Verbrecher-Organisation will sich an James Bond rächen, da dieser ihren Agenten Dr. No eliminiert hat. Von dem Phantom (eigentlich Blofeld) beauftragt, planen Rosa Klebb (Lotte Lenya) und der tschechische Agent Kronsteen (Vladek Sheybal) den britischen und sowjetischen Geheimdienst gegeneinander auszuspielen. Der Attentäter Donald “Red” Grant (Robert Shaw) wird auf 007 angesetzt, während S.P.E.C.T.R.E. versucht, die Lektor in die eigenen Finger zu bekommen.

In Liebesgrüße aus Moskau tauchen wir weiter in die Machenschaften von S.P.E.C.T.R.E. ein. Diese betreiben hier ein Ausbildungscamp, in dem Agenten ausgebildet werden, die James Bond töten sollen. Erneut bekommen wir das Phantom als Kopf der Organisation, von dem wir allerdings nie mehr als dessen Hand zu sehen bekommen, die diabolisch eine auf seinem Schoss sitzende Katze streichelt.

James Bond, die Frauen und Zigeuner

Romanova ist eine furchtbare Frauenfigur ihrer Zeit. Sie wird einzig von dem Gedanken geleitet, Bond heiraten zu wollen. Wenn ihr 007 gegenüber steht, vergisst sie sogar die Relevanz der Lektor und das sie eigentlich überlaufen will. Der Macho-Mann Sean Connery bringt ihre Gedanken voll und ganz durcheinander. So sehr, dass sie gar Angst bekommt, ihr potentieller Göttergatte können lieber eine britische Frau ehelichen wollen als sich mit ihr abzugeben. Sie ist der Inbegriff einer Frau, die Bond ausnutzen kann, weil sie sich ihm bedingungslos hingibt. 

In der Türkei trifft Bond auf eine Gruppe von Roma und Sinti, die hier natürlich noch als Zigeuner dargestellt werden. Völlig stereotyp handeln diese unzivilisiert, essen mit den Händen und hausen in Zelten, während sie ihre Frauen zur Belustigung der Männer gegeneinander kämpfen lassen. Dabei kann man(n) sogar die Frauen gewinnen und schon bald findet sich 007 im Besitz von zwei Zigeunerinnen, die ihn bedienen und hörig sein müssen.

Liebesgrüße aus Moskau

Sean Connery übernimmt einmal mehr die Rolle des 007-Agenten, der sich in Verfolgungsjagden behaupten kann und sich durch Schlägereien und Schießereien spielt. Ganz nebenbei wird er natürlich noch in allerhand Spionage- und Geheimdienst-Missionen verwickelt. Hierdurch gelingt es Liebesgrüße aus Moskau zu einem – wenn auch schlecht gealterten – Agententhriller zu werden.

Der Film kommt vor allem simpel-geradlinig erzählt daher, was späteren Bond-Filmen leider abhanden kommt. Connery stellt uns seine Qualitäten als Mann im Auftrag ihrer Majestät unter Beweis. Zum ersten Mal gibt es derweil Desmond Llewelyn als Waffenmeister Q zu sehen. In dieser Rolle darf er  36 Jahre bis zu Pierce Brosnans Bond-Auftritt in Die Welt ist nicht genug verbleiben.

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