Das Ende der 1960er Jahre sollte auch das Ende von Sean Connery als James Bond sein. Zumindest für Im Geheimdienst ihrer Majestät von Regisseur Peter R. Hunt, in dem Darsteller George Lazenby seinen einzigen Auftritt als 007 absolviert, bevor Connery für einen weiteren Auftritt aus dem Bond-Ruhestand zurückkehrt. Das neue Bond-Gesicht bekommt auch ein neues Blofeld-Gesicht zur Seite gestellt. Hier ersetzt Kojak Telly Savalas den vorherigen Donald Pleasence.

Blofeld hat es sich dieses Mal in der Schweiz gemütlich gemacht, wo er ein Forschungsinstitut in den Alpen betreibt, in dem er anscheinend junge Frauen von ihren Allergien befreit. Aber in Wahrheit unterzieht er seinen “Engeln des Todes” eine Gehirnwäsche und will sie alle in ihre jeweiligen Heimatländer zurückschicken und durch sie einen selbst gezüchteten Unfruchtbarkeitsvirus verbreiten.  

Bond muss Blofeld natürlich aufhalten. Er bekommt hierfür Hilfe von seiner portugiesischen Bekanntschaft Tracy di Vincenzo (Diana Rigg), deren Vater das Oberhaupt der korsischen Mafia ist, dem viel daran liegt, seine Tochter und den MI6-Agenten miteinander verheiratet zu sehen.

Im Geheimdienst ihrer Majestät
James Bond (George Lazeny) mit Tracy di Vincenzo (Diana Rigg)

Und tatsächlich wird dies auch geschehen, nur um dem Bond-Franchise einen tragischen Tod zu bescheren, der unter Lazenby als Bond leider etwas untergeht. Aber es wird in Im Geheimdienst ihrer Majestät dennoch möglichst gut versucht, den Abgang Connerys mit Humor zu nehmen, obwohl wir mit Lazenby einen düsteren James Bond bekommen.

Wenn wir diesen 007 zum ersten Mal am Strand sehen, darf er natürlich auch einmal die legendäre “Bond, James Bond” Vorstellung aussprechen, bevor ihm nach einer Schlägerei eine Frau einfach davonfährt. “Das wäre dem anderen nie passiert” kommentiert hier Bond oder gar Lazenby, der damit eine deutliche und unmissverständliche Anspielung auf den Darstellerwechsel macht.

Ohnehin scheint Regisseur Hunt mit dem Drehbuch von Richard Maibaum und Simon Raven einen Bond-Film in seine Obhut bekommen zu haben, der nicht nur einen neuen Darsteller einführen, sondern mit diesem zusammen auch das Bond-Franchise wieder ausrichten sollte – nachdem die Connery-Abenteuer immer konfuser wurden.

So ist Im Geheimdienst ihrer Majestät wieder eine erfrischend geradlinige Erzählung, die weniger Technik-Gadgets und Superhelden-Spionage beinhaltet, dafür eine besser ausgearbeitete Story, einen zu Späßen und guten Spiel aufgelegten Savalas und eine ganze Menge mehr Action bereit hält.

Savalas hält sich allerdings nicht an die Blofeld-Vorlage. Er ist weder mysteriös, noch streichelt er ein Kätzchen auf seinem Schoß. Er ist ein recht aktiver Schurke, der James Bond auch schon mal selbst an die Gurgel will, wenn dieser sich in einer spektakulären Action-Ski-Verfolgungsjagd aus Blofelds Fängen entreißen will.

Im Geheimdienst ihrer Majestät
Tracy di Vincenzo (Diana Rigg) bei Blofeld (Telly Savalas)

Im Geheimdienst ihrer Majestät bleibt für diese rasante Action in den Schweizer Alpen ebenso in Erinnerung, wie für den einmaligen Auftritt George Lazenbys mit der wundervollen Diana Rigg an seiner Seite, die als Emma Peel in Mit Schirm, Charme und Melone oder viel später als Olenna Tyrell in Game of Thrones noch viel mehr zu begeistern wusste.

Aber es ist auch der James Bond-Film, in dem der Doppelnull-Agent “Ich liebe dich” sagt, in dem wir eine Bond-Hochzeit und eine Bond-Ehefrau erleben, für die er gar seine Lizenz zum Töten an den Nagel hängen möchte.

Hat er dann irgendwie auch. Zumindest das Bond-Gesicht von George Lazenby, der für den Nachfolgefilm Diamantenfieber wieder zu Sean Connery wurde.