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007 #7 | Sean Connerys letzter Auftritt in DIAMANTENFIEBER (1971)

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Sean Connery kehrt noch einmal als James Bond zurück und entlässt George Lazenby bereits nach einem Auftritt als 007 in Im Geheimdienst ihrer Majestät aus seinem Status als Agent mit der Lizenz zum Töten. Aber Diamantenfieber ist 1971 zugleich auch der letzte Auftritt für Connery in einem offiziellen Bond-Abenteuer, bevor Roger Moore für eine lange Zeit übernehmen wird und Connery nur in dem Nicht-Franchise-Film Sag niemals nie nochmals als Doppelnull auftreten darf (und damit in direkte Konkurrenz mit Roger Moore in Octopussy tritt).

Zu Beginn von Diamantenfieber befindet sich 007 auf einem Rachefeldzug gegen Blofeld (jetzt von Charles Gray gespielt), der in Im Geheimdienst ihrer Majestät Bonds frisch vermählte Ehefrau getötet hat. Er spürt Blofeld in einem seiner Verstecke  auf, wo sich das S.P.E.C.T.R.E.-Oberhaupt mehrfach hat klonen lassen. Bond kann die Klone vernichten, aber der echte Blofeld entkommt.

Schon bald findet sich James Bond mit einem weltweiten Netz von Diamantenschmuggel konfrontiert, das von Blofeld initiiert wurde, damit er einen Laser mit den Steinen betreiben kann, der alle Nuklearwaffen Chinas, der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten von Amerika zerstören soll, damit Blofeld sich selbst als alleinige Nuklearmacht der Welt präsentieren kann.

Diamantenfieber

Charles Gray als Blofeld, der sich dieses Mal selbst klont

Es ist tatsächlich ganz amüsant zu sehen, wie man mit Blofeld nun eine Klon-Geschichte eröffnet, wo er durch Darsteller Charles Gray nun nach Donald Pleasence und Telly Savalas schon wieder eine Neubesetzung der Rolle durchmachen musste. Es ist zudem der erste Blofeld, der nicht mit seiner markanten Glatze daherkommt, für die ein Darsteller wie Telly Savalas vermutlich extra gecastet worden ist.

Hinzu kommen seine beiden äußerst unterhaltsamen Handlanger, die  als homosexuelles Attentäter-Duo dargestellt werden. Der allzu männliche Bond nennt sie “zu süß und zu schwul”, eigentlich heißen sie aber Mr. Kidd (Putter Smith) und Mr. Wint (Bruce Glover) und werden von ihren beiden Darstellern als niedliche, aber sehr zäh-verbissene Männer gespielt, denen es sogar beinahe gelingt, James Bond in einem Sarg einzuäschern.

Die beiden sind in Diamantenfieber ebenso effektiv eingesetzt worden wie Bambi (Lola Larson) und Klopfer (Trina Parks), zwei weibliche Bodyguards mit Disney-Namen, die es äußerst akrobatisch mit James Bond aufnehmen, der sich zwar von den beiden Frauen verprügeln lässt, aber auch debile Kommentare wie “Mammi, hier bleib’ ich” von sich geben muss.

Als Bond-Girl wiederum bekommen wir Jill St. John als Diamantenschmugglerin Tiffany Case, die im Gegensatz zu all ihren Vorgängerinnen keinen sonderlich großen Eindruck hinterlassen kann. Das mag aber auch einfach an der Handlung liegen, die einmal mehr undurchsichtig und kreuz und quer durch die Weltgeschichte geschrieben wurde, so dass ein eher nichtssagender Charakter wie Case durchaus zu kurz geraten kann.

Diamantenfieber

James Bond (Sean Connery) mit seinem Bond-Girl Tiffany Case (Jill St. John)

Immer mal wieder sieht man Sean Connery an, dass er an manchen Szenen seinen Spaß findet – wie zum Beispiel wenn er einen Mondwagen steuern darf oder in eine wilde Verfolgungsjagd inmitten von Las Vegas verstrickt wird, die rasant die Lichter dieser Stadt zum Einsatz bringt. Hier in Las Vegas darf Connery als Bond dann auch noch einmal ein Casino von Innen sehen. So wie er sich in James Bond jagt Dr. No in das Franchise gespielt hat, verabschiedet er sich hier auch wieder.

Aber mit den wenigen Ausnahmen, die man deutlich erkennen kann, spielt sich Connery größtenteils mit der Motivation eines erhöhten Gehaltschecks durch Diamantenfieber.

Denis Sasse
Ich schreibe seit 2009 über Filme und habe viele Jahre Hörfunk-Beiträge zu unterschiedlichsten Medieninhalten produziert. Beim Radio durfte ich meine eigene Kino-Sendung planen und moderieren. Irgendwie habe ich ein Studium der Literaturwissenschaft und der Medienwissenschaften dazwischen gequetscht. Jetzt lehre ich an einer Hochschule über Thematiken in den Bereichen Film, Fernsehen, Social Media und Medienpädagogik.

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