Marvel Cinematic Universe

Iron Man 2 (2010)

0

Der Mann, der das Marvel Cinematic Universe startete, bekommt mit Iron Man 2 auch die erste Fortsetzung des Comicfilm-Franchises. Regisseur Jon Favreau und sein Hauptdarsteller Robert Downey Jr. geben dem Eisenmann ein Upgrade und fügen noch War Machine hinzu, ein Kampfanzug der von James Rhodes (hier nun Don Cheadle anstelle von Terrence Howard aus Teil 1) getragen und gesteuert wird.

Das ist Hilfe, die Tony Stark dringend benötigt. Denn nachdem er der Welt in Iron Man seine Identität offenbarte, kommen die Ratten aus ihren Löchern und sehen in Tony Stark und seinem Helden Alter-Ego eine große Zielscheibe. Da wäre der Geschäftsmann Justin Hammer (Sam Rockwell), der Stark zwar nicht ausstehen kann, in ihm aber auch sein großes Vorbild sieht, das er nur zu gerne ersetzen würde.

Und dann wäre da Ivan Vanko (Mickey Rourke), der mit seinen ganz eigenen technischen Möglichkeiten einen sehr elektrisierenden Kampfanzug entwickelt, mit dem er sich Iron Man entgegen stellt, um Rache dafür zu nehmen, dass Tonys Vater vor langer Zeit Vankos Daddy aus dem Business gedrängt hat. Hinzu gesellen sich gesundheitliche Probleme, die durch den Reaktor in Tonys Brust verursacht werden und ihn langsam aber sicher bis in den Tod vergiften und der ungünstige Umstand, dass sich Justin Hammer und Ivan Vanko zusammenschließen, um gemeinsam ihrem Feindbild Tony Stark/Iron Man zuzusetzen.

Der Film eröffnet mit einem Iron Man, der sein Rockstar-Leben geradezu feiert und damit gegen alles steht, was auch die Zuschauer bisher in Superhelden-Filmen und -Comics zu Gesicht bekommen haben. Während sich der Held eigentlich verdeckt hält oder eine zweite Identität pflegt, tritt Tony Stark so dermaßen in die Öffentlichkeit, dass man sich schon fragen muss, weshalb das bislang bei keinem anderen Superhelden so gut funktioniert hat?

Tony muss sich zwar vor Gericht wehren, denn der Staat versucht ihm seine Kampfmontur wegzunehmen und selbst für die Army zum Einsatz zu bringen, wird aber auf Convention ähnlichen Spektakel-Veranstaltungen von seinen Fans frenetisch bejubelt. Hier badet sich Iron Man in Feuerwerken, in Lasershows und posiert vor der amerikanischen Flagge, nur um dieser larger than life-Charakter zu sein, der über ein sehr ausgeprägtes und in diesem Fall sehr gut gestreicheltes Ego verfügt.

Trotzdem gelingt es Robert Downey Jr. erneut, seinen sehr selbstbezogenen Helden so liebenswert-charismatisch darzustellen, dass wir genau wissen, weshalb ihm die Frauen – und auch Gwyneth Paltrow als Pepper Potts – verfallen. Obwohl es ihm erheblich an Verantwortungsbewusstsein fehlt und er sich wie ein kleines, reiches Kind in einem mit Diamanten besetzen Sandkasten verhält, fühlen wir doch mit Tony Stark, wenn er von seiner Reaktor-Erkrankung dahingerafft wird.

Während sich Tony in Iron Man-Montur um das Wohl der Menschheit kümmert, darf sich Pepper Potts um die Geschäfte von Stark Industries kümmern. Keine unwichtige Aufgabe, denn das Geld ist notwendig für Stark, um sein Superhelden-Dasein zu finanzieren. Deswegen funktioniert die Helden-Symbiose aus Tony Stark und Pepper Potts so wunderbar, weil ihre Arbeit ohne seine Heldentaten kaum von Relevanz wäre und weil seine Taten ohne ihre Arbeit nicht in dieser finanziell-umfangreichen Form möglich wären.

Auch wenn Tony dieses Zusammenspiel nicht sehen mag, so ist es doch da. Ebenswo werfen die Avengers hier in Form von War Machine und Black Widow ihre Schatten voraus. In Iron Man 2 muss Tony nun lernen, ein Teamplayer zu werden, wenn er Widow auf ihren eigenen Einsatz schickt und im Kampf gegen Vanko die Hilfe von War Machine in Anspruch nimmt. Black Widow bekommt schon hier einige sehr schöne Kampfsequenzen – die besonders gut funktionieren, da man sie in Begleitung mit dem dösig dreinblickenden Happy Hogan (Jon Favreau) präsentiert.

Vanko wird derweil grob, brutal und doch genial gewitzt von Mickey Rourke gespielt, der nach seinem Erfolg als The Wrestler immer wieder in so grobschlächtige Rollen gecastet worden ist. Der Russe – in den Comics als Whiplash bekannt – befindet sich im Wettrüsten mit dem amerikanischen Helden, was Iron Man 2 sogleich zu einem Neuaufgruss des Kalten Krieges macht. Am Ende sehen wir Rourke allerdings in viel zu wenigen Momenten, als das wir ihn als wirkliche Bedrohung wahrnehmen würden.

Aber Rourke ist dennoch eine so eindrucksvolle Erscheinung, dass er sich auf der Iron Man-Schurkenliste des Marvel Cinematic Universe nach ziemlich weit oben gespielt hat. Leider bleibt dahinter das Wiesel Justin Hammer, großartig großspurig-kleinlaut von Sam Rockwell verkörpert, zurück. Er darf lediglich einmal kurz in dem Marvel One-Shot All Hail The King zurückkehren, hätte es aber verdient gehabt, noch mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, vor allem im Film selbst, wo er mehr als Marionette zwischen Stark und Vanko herum baumelt als eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln.

Iron Man 2 ist – natürlich – größer und bombastischer, eröffnet aber vor allem den weiteren Blick auf das Cinematic Universe, da mit S.H.I.E.L.D., allen voran Nick Fury und Black Widow, aber auch Tony Starks Buddy-Held War Machine neue Figuren etabliert werden, die dem Iron Man-Franchise den Teamgedanken einverleiben.

Comments

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Login/Sign up