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In INTO THE FOREST sind Ellen Page und Evan Rachel Wood allein

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Das kanadische Drama Into The Forest soll in einer so nahen Zukunft spielen, dass man schon gar nicht mehr spüren kann, ob es einfach sehr nahe ist oder vielleicht doch schon die Gegenwart sein könnte. Unter der Regie und nach einem Drehbuch von Patricia Rozema (Mansfield Park, 1999) spielen Ellen Page und Evan Rachel Wood zwei Schwestern, die sich in einer abgelegenen Cabin in the Woods alleine durchschlagen müssen.

Anfangs scheint alles noch gar nicht so schlimm zu sein. Wenn die Schwestern Nell (Page) und Eva (Wood) noch ihren Vater haben, der im Überleben in den Wäldern geschult ist. Immerhin hat er seine Familie hierher verfrachtet, fernab von jeglicher Zivilisation. Dann passiert ein massiver Stromausfall, der Teil eines technologischen Zusammenbruchs sämtlicher Systeme zu sein scheint. Die Batterie des Autos gibt auch noch den Geist auf, der Vater wird in einen tödlichen Unfall verwickelt und die Frauen sind im Wald gestrandet, während der Rest der Welt in eine enttechnologisierte Panik verfällt.

Into The Forest

Die Schwestern Nell (Ellen Page, links) und Eva (Evan Rachel Wood, rechts)

Der Film möchte uns die enorme Zeitspanne spüren lassen, die diese beiden Frauen in der Abgeschiedenheit verbringen müssen. Immer wieder lesen wir Einblendungen: 10 Tage ohne Energie, 2 Monate ohne Energie – aber was passiert dazwischen? Weder spüren wir die Dauer des Ereignisses, noch bekommen wir gesagt, was in den gigantischen Lücken geschieht, die hier geschaffen werden.

Dabei versucht man die Verzweiflung von Nell und Eva immer weiter ansteigen zu lassen. Nachdem der Vater gestorben ist, haben die beiden Mädchen immerhin noch die Möglichkeit sich selbst zu versorgen, da man das Familienleben im Wald natürlich entsprechend auf eine Selbstversorger-Existenz ausgerichtet hat. Aber das ist Captain Fantastic Viggo Mortensen weitaus besser gelungen, auch wenn dort eher die dramatisch-komödiantische Variante gewählt wurde.

Das wahre Ärgernis von Into The Forest ist jedoch, dass man unweigerlich einen Blick auf die weibliche Regisseurin und Drehbuchautorin werfen muss, die mit ihren beiden Hauptdarstellerinnen eine Welt kreiert, in der Männer rundum als Bedrohung angesehen werden müssen.

Into The Forest

Ellen Page in “Into The Forest”

Erst kommt der Boyfriend von Eva zu Besuch und die Angst steigt, dass er den Frauen etwas wegessen könnte. Dann steigt die Angst noch mehr, dass er seine Freundin gar schwängern könnte. Und wie soll man auch noch ein Baby auf die Welt bringen und ernähren? Der nächste Mann der auftaucht, denkt wirklich an eine Vergewaltigung. Böser Mann. Tapfere Frau. Das kann man zwar erzählen, aber in Into The Forest wird es viel zu eindimensional dämonisiert.

Der Film propagiert das Leben ohne Adam. Frauen brauchen weder die Technik (auf die natürlich Männer so sehr abgehen), können sich trotz aller Schwierigkeiten am Leben halten und sich auch gegen jegliche Bedrohung (die grundsätzlich nur vom männlichen Geschlecht ausgeht) zur Wehr setzen.

Sicherlich müssen die Frauen hier auch einige Rückschläge in Kauf nehmen. Aber in Sachen Stärke durch Geschwisterliebe hat selbst Disneys Die Eiskönigin so einiges besser gemacht.

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