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Innovationen, die das Kino neugestalten

Kino ist ein Stück Magie, und der Zauber ist ungebrochen. Allerdings ist nichts so wandelbar wie die Filmindustrie, und das Ständige sich neu erfinden oder es zumindest zu versuchen, macht es immer wieder spannend. Vorbei sind die Zeiten, als es nur die Wahl zwischen Kinosaal oder Fernsehen gab. Streaming-Dienste, Laptops und Telefone erlauben das Herunterladen und Gucken wann und wo es gewünscht wird. Immer mehr Filmfans und junge Filmemacher nutzen die digitale Revolution, um ihre eigenen Filme und Web-Serien zu drehen und auch die renommierten Sender setzen auf die kostengünstigen Kurzfilme.

Hollywood und Co. müssen sich angesichts dieser Konkurrenz immer wieder Neues einfallen lassen, um die Zuschauer in die Filmpaläste zu locken.

Der legendäre Filmemacher und fünffache Oscar-Preisträger Francis Ford Coppola ist dabei mit bloßen Innovationen nicht zufrieden, er setzt gleich auf eine totale Revolution. Statt den Film Stück für Stück und Tag für Tag zu drehen, zusammenzuschneiden, Toneffekte hinzuzufügen und nachzubearbeiten – die Postproduktion ist inzwischen häufig deutlich länger als die Drehzeit -, sieht Coppola die Zukunft der Leinwand im Live-Kino.

Wie beim Live-Fernsehen soll gefilmt und gleichzeitig übertragen werden, inklusive Schauplatzwechsel, Kameraschnitte und Tonarbeit.

Ausprobiert hat er das bereits mit „Distant Vision“, „Entfernte Vision“, einem von ihm selbst geschriebenen 27 Minuten langen Film mit autobiographischen Elementen. Das Projekt wurde an der Universität von California in Los Angeles, dem Mekka der Filmindustrie, ausgearbeitet und verwirklicht. Das Publikum, das „Distant Vision“ erleben durfte, war ausgewählt und klein. Für Coppola, der mit „Der Pate“, „Apocalypse Now“ und anderen Klassikern Filmgeschichte geschrieben hat, ist die Verwirklichung von Live-Kino ein seit langem gehegtes Wunschziel.

Weniger ehrgeizig, aber leichter umsetzbar sind andere Ideen.

Regisseur James Cameron setzt für den Ende 2020 anlaufenden Film „Avatar 2“ auf eine neue 3D-Technik, die die bisher notwendigen klobigen Brillen überflüssig machen soll. Die Lösung lautet „Autostereoskopie“ und besteht aus einer Streifenmaske, die vor der Leinwand angebracht werden und so einen dreidimensionalen Effekt hervorbringen soll. Der Verlust an Auflösung soll durch neuartige Projektoren wettgemacht werden.

Ein anderer Ansatz ist Virtuelle Realität, auch wenn dafür wieder Headsets erforderlich sind. Disney und Lucasfilm sollen bereits mit der Planung für exklusive Geschichten aus dem „Star Wars“-Universum beschäftigt sein, die komplett als VR gezeigt werden sollen.

Steven Spielberg beschäftigt sich ebenfalls mit einem VR-Film, und Regisseur Ridley Scott hat bereits einen ersten Kurzfilm im Kasten. „The Martian VR Experience“ bietet einen 360-Grad-Rundumblick, um dem Zuschauer das Gefühl des echten Eintauchens ins Geschehen zu ermöglichen.

Mittendrin soll sich das Publikum auch in den neuen Imax-Kinos fühlen. Die speziell gestalteten Großleinwände und die besondere Bildbreite, die in den Anfangsjahren nur wenig mit Imax-Kameras gefilmtes Material zeigen konnten, haben neuen Auftrieb gewonnen. Filme wie die „Avengers“ sind komplett in Imax gedreht und werden mit Laserprojektoren übertragen. Speziell für Imax sind auch die 3D-Brillen gedacht – herkömmliche Brillen reichen nicht.

Welche Neuerungen sich etablieren werden und was als nächstes kommt, wird sich noch zeigen. Eins aber ist seit den Anfangstagen der bewegten Bilder unverändert geblieben: Das meiste Kino findet im Kopf der Zuschauer statt.

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