Filmkritik

In KNIGHT OF CUPS machen Bild und Ton noch keinen Film

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KNIGHT OF CUPS ist der neue Film von Regisseur Terrence Malick mit Christian Bale in der Rolle irgendeines Hollywood-Typen, der den Sinn seines Lebens versucht zu finden und verstehen. Und bei Malick hat man nun bereits in seinen letzten beiden Filmen TREE OF LIFE und TO THE WONDER schon miterleben dürfen, dass konventionelles Filmemachen nicht sein Ding ist. Und das zeigt er hier nun ebenfalls wieder äußerst ausgeprägt.

Filme von Malick passen weder ins Multiplex-Mainstreamkino, noch in den Arthouse-Bereich. Seine – ich will mal nicht direkt von Filmen sprechen – Werke sind Collagen aus Bildern, aus Texten, irgendwie Poesie, Poetry in Motion. Vielleicht wären sie daher besser in Kunst- oder Kulturausstellungen aufgehoben, als visuelle Toninstallationen bei Museumsbesuchen zu begutachten.

Das klingt negativer als es vermutlich gemeint ist. Aber die Warnung steht im Raume. Wer mit den normalen Erwartungen an KNIGHT OF CUPS herangeht, die man mit jedem Spielfilm in Verbindung bringt, der wird eine ziemlich unerträgliche Zeit mit dem Film verbringen.

Knight of Cups

KNIGHT OF CUPS ist ein visuelles Gedicht über eben diesen Mann, gespielt von Christian Bale, der durch Los Angeles schweift und aus dem Off diverse Lebensfragen stellt. Dass er dabei so depressiv wirkt, so lebensweltlich abwesend und gänzlich unzufrieden, dafür muss man erst einmal seine ganz eigene Erklärung finden.

Bale spielt einen Hollywood-Drehbuchautoren, der sich auf den nobelsten Partys herumtreibt, seine Ex ist Cate Blanchett, er vergnügt sich im Verlauf des Films mit Natalie Portman, mit Freida Pinto, Imogen Poots oder Teresa Palmer und spaziert dabei auch noch im Armani-Anzug am sonnigen Strand entlang. Da fällt es manches Mal ganz schön schwer, für diesen Herrn Mitleid zu entwickeln.

Gerade durch diese First World-Problemchen bleibt uns als Zuschauern diese Figur reichlich fern, wir werden von allem hier zu sehenden auf Distanz gehalten, als würden wir gerade im Museum vor einem äußerst bedeutenden Gemälde stehen und dürften dabei keine Emotionen empfinden, noch über Gestik und Mimik unserem inneren Seelenzustand Ausdruck verleihen.

KNIGHT OF CUPS ist anstrengend, ist jede Minute Interpretationsarbeit. Für mich ist das zu anstrengend, wenn ich aus einem Film weder Interessantes noch Unterhaltung, weder Arthouse noch Mainstream herausziehen kann.

Knight of Cups PlakatKNIGHT OF CUPS

Darsteller: Christian Bale, Natalie Portman, Wes Bentley, Cate Blanchett, Imogen Poots, Joe Manganiello, Teresa Palmer, Joel Kinnaman, Nick Offerman, Ben Kingsley, Jason Clarke, Isabel Lucas, Antonio Banderas, Freida Pinto
Regie: Terrence Malick
Länge: 118 Min
Kinostart: 10. September 2015
Bilder © Studiocanal

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