Filmkritik

“V/H/S/ 2” von Simon Barrett, Jason Eisener, Gareth Evans, Gregg Hale, Eduardo Sánchez, Timo Tjahjanto & Adam Wingard

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Erinnert sich noch jemand an die tollen Episodenfilme der 80er und 90er Jahre? Geschichten aus der Gruft, Unheimliche Schattenlichter oder die kultigen ersten zwei Creepshow-Filme? Hier wurden kurze Horrorfilmchen mit einer oft unwichtigen Rahmenhandlung verwoben, um dann den Zuschauer mit kleinen Horror- oder Mysterystories (von gerne auch mal bekannten Regisseuren wie Steven Spielberg oder George Miller) zu schocken. Mit V/H/S gelang es 2012 den Studios Bloody Disgusting und The Collective vorzüglich, das Konzept der Kurzfilm-Antalogie erfolgreich wiederzubeleben (um kurz darauf vom reichlich überbewerteten Movie 43 gleich wieder beerdigt zu werden). Zwar konnten nicht alle Beiträge überzeugen, doch versprach V/H/S gute Gruselunterhaltung und ein sehr schönes Kinoplakat/Covermotiv mit einem Totenschädel, der aus den Rückseiten diverser Videokasetten geformt war. V/H/S/2 kommt nun mit einem ähnlich tollen Motiv daher und schafft es, den ersten Teil zu toppen.

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Eingebettet werden die vier Kurzfilme von einer Story um die zwei Privatdetektive Larry und Ayesha, die nach einem verschwundenen Studenten suchen sollen. In dessen Haus finden sie zahlreiche flimmernde Monitore, mit Alufolie versiegelte Fenster und stapelweise Videotapes. Während sich Larry im Haus umsieht, beginnt Ayesha die Tapes zu sichten; „Phase I Clinical Trials“ erzählt die Story eines Mannes, dem nach einem Unfall ein Künstliches Auge eingesetzt wird. Doch unvermittelt kann er nun Tote sehen und wird von diesen gar attackiert. Eine tolle Idee und schön umgesetzt, doch krankt dieser Kurztrip an einer fehlenden Auflösung. „A Ride In The Park“ ist da schon besser: Ein junger Mann filmt mit einer Helmkamera einen Downhill-Trip mit dem Mountainbike. Als er von Zombies angegriffen wird, verwandelt er sich selbst und wir werden nun Zeuge eines Zombieangriffs aus der Ego Perspektive eines ‘Teilnehmers’. Schön blutig, gut inszeniert und leider viel zu kurz. In „Safe Haven“ gerät ein Fernsehteam beim Bericht über eine Sekteneinrichtung mitten in deren blutige Rituale und das Ganze artet schließlich in einen ziemlich schrägen Over the Top-Splatterknaller aus. Ob man die trashigen Monstereffekte am Schluss nun gut oder billig findet, muss jeder für sich entscheiden. Abgefahren ist dieser Film allemal. Zu guter Letzt werden eine Gruppe Kids in „Slumber Party Alien Abduction“ von Außerirdischen angegriffen und entführt. Das ist dank großartiger Soundeffekte und einiger schönen Bilder ein würdiger Abschluss der Kurzfilmantalogie. Am verstörendsten ist jedoch der Abschluss der Rahmenhandlung um die zwei Detektive. So soll es sein: Der Film ist aus und man fragt sich, was das eben für kranker Scheiß war…

Das V/H/S/2 in Deutschland auch in der 18er Fassung geschnitten ist, sollte für den Fan kein Problem darstellen, weiß man doch heute, wo man die Uncut-Fassung herbekommt. Zur Rezension lag dennoch die um gut zwei Minuten geschnittene Fassung vor. Doch auch ohne diese Minuten hat V/H/S/2 einen ordentlichen Härtegrad und macht trotz mancher loser Enden Spaß. Auf eine Fortsetzung darf man gespannt sein.

Ein Beitrag von Renatus Töpke


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“V/H/S/ 2“

Originaltitel: V/H/S/ 2
Altersfreigabe: ab 18 Jahren
Produktionsland, Jahr: CA / USA / ID, 2013
Länge: ca. 96 Minuten
Regie: Simon Barrett, Jason Eisener, Gareth Evans, Gregg Hale, Eduardo Sánchez, Timo Tjahjanto & Adam Wingard
Darsteller: Lawrence Michael Levine, Kelsy Abbott, Adam Wingard, Hannah Hughes, Jay Saunders, Bette Cassatt, Fachry Albar, Hannah Al Rashid

Heimmedienstart: 7. November 2013
Im Netz: facebook.com/VHS2


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