Endlich sagt’s mal jemand: Zombies sind zwar recht einfach zu tötende Kreaturen, wie sie so langsam dort herum schleichen, aber wenn es sich um jemanden handelt, den man einmal kannte, um Familie oder Kumpel, dann sieht die Sache auf einmal gar nicht mehr so simpel aus. Mit diesem Gedankengang eröffnet George A. Romero seinen 2009er Survival of the Dead, sein letzter Film vor seinem Tod in 2017. Leider, denn es ist zugleich auch sein schwächster Eintrag in die Dead-Reihe um den Aufstand der Untoten.

Dafür knüpft er direkt an seinen vorherigen Film Diary of the Dead an, wenn er National Guard Sergeant Crockett (Alan van Sprang) und seine Männer dabei zeigt, wie er eine Gruppe von Jugendlichen überfällt – eine Szene, die direkt aus dem Vorgänger stammt, hier aber aus der Perspektive des Gegenübers erzählt wird. Das macht Crockett allerdings nicht sympathischer, was sich als eine Hauptproblematik des Films herausstellt. Niemand hier will so richtig die Rolle des Sympathieträgers auf sich nehmen und wir irren haltlos in der Handlung umher.

Survival of the Dead
Guard Sergeant Crockett (Alan van Sprang) nervt.

Es verschlägt uns auf eine Insel irgendwo an der Küste von Delaware, wo sich zwei irische Familien bekriegen. Patrick O’Flynns (Kenneth Welsh) Clan hat es sich zum Ziel gesetzt, die Zombies auf der Insel auszurotten, während die Muldoons ihre Verwandten und Geliebten an Leinen halten, bis ein Heilmittel für ihren Zustand gefunden ist. Natürlich muss es hier zu Spannungen kommen.

Patrick muss irgendwann gezwungenermaßen die Insel verlassen, nur um auf dem Festland auf die Soldatengruppe zu treffen und mit ihnen zurückzukehren. So sehr dreht sich Romeros Drehbuch hier im Kreis.

Immerhin baut er weiterhin kleine Witzeleien über das Genre selbst ein, so wie wenn die Untoten hier nun Deadheads genannt werden und die Menschen sich selbst darüber amüsieren, wie die Zombies neuerdings wohl genannt werden würden: Ghouls, Zombies, Untote, Walker, Infizierte, Deadheads – die Filmgeschichte hat da schon einiges bereit gehalten.

Die Menschen verkommen in Survival of the Dead zu nervigen Cholerikern, die sich immerzu selbst bekriegen und die Bedrohung der Zombies schon gar nicht mehr wahrzunehmen scheinen. Daraus ließe sich eine interessante Story stricken, wenn die Untoten zumindest für uns Zuschauer noch als bedrohliche Monster dargestellt werden würden. Aber sie verkommen tatsächlich zu reinen Randfiguren, die keine große Rolle mehr spielen.

Survival of the Dead
Kathleen Munroe as Janet, Tochter von Clan-Führer Patrick O’Flynn.

Es wird nicht so ganz klar, ob Romero hier absichtlich schlechte Komik in seinen Film eingebaut hat oder ob es sich um unfreiwilligen Humor handelt. Aber immer wieder kommt es unter dem ohnehin schlechten Schauspiel aller Darsteller zu Momenten, die man nur kopfschüttelnd-grinsend kommentieren kann.

Sollte Romero sich an einem humorvollen Zombiefilm versucht haben, weil er sich durch Sam Raimis Tanz der Teufel-Trilogie inspiriert gefühlt haben mag, dann ist er gescheitert, weil er nie der lustige Typ gewesen ist. Zugleich gab es in 2009 mit Zombieland einen starken Konkurrenzfilm, der sich von dem inzwischen unliebsamen B-Movie Style Romeros weit entfernt hat.

Survival of the Dead bietet weder neue Ansätze für das Zombie-Genre, dass George A. Romero 1968 mit Die Nacht der lebenden Toten revolutioniert hat, noch komme er mit Horror-Elemente oder irgendetwas daher, dass das allgemeine Interesse aufrecht erhalten könnte. Romeros letzter Film ist wirklich nur für Hardcore-Anhänger des Filmemachers gedacht.