Filmkritik

“Zombie City” von Stephen Bradley

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© 3L Homevideo / Dank Zombieausbruch wird bald eine ganze Stadt zur “Zombie City”

Zunächst die Fakten: Zombie City ist insofern eine Mogelpackung, dass der Verleih hier den schon einige Jahre alten Boy Eats Girl unter neuem Titel auflegt. Ärgerlich für den Käufer, so er Boy Eats Girl schon im Schrank stehen hat. Gut für den Rezensenten, denn die Wiederveröffentlichung macht den Film nicht schlechter. Auch kann sich das hübsche Cover sehen lassen, wobei das frühere Cover noch etwas mehr Charme hatte.

David Leon wird zum ersten Zombie

Nathan (David Leon) lebt ein normales Teenagerleben in einem kleinen Ort, irgendwo in Irland. Und beste Freundin Jessica (Samantha Mumba) ist seine heimliche Liebe. Doch bevor er dieser auch seine Gefühle gestehen kann, beobachtet er, wie seine Angebetete ins Auto zum Schuloberarschloch steigt. Nathan zählt 1 und 1 zusammen und beschließt, sich volllaufen zu lassen. Im Suff fällt er den folgenschweren Entschluss, sich umzubringen. Schon hat er den Strick um den Hals, überlegt es sich jedoch anders. Dumm, das im selben Moment die Mutter reinkommt und den Stuhl um stößt… In einer Nacht und Nebel Aktion klaut Nathans Mutter ein Buch mit Voodooformeln und holt ihren Spross zurück ins Leben. Doch fortan hat sich Nathan verändert, giert nach Menschenfleisch und es dauert nicht lange, bis er dem Drang nachgibt. Nach und nach verwandelt sich die halbe Ortschaft in blutrünstige Zombies. Nathan (der einzige ‘gute’ Zombie) und seine Freunde haben alle Hände voll zu tun, Jessica vor einem ähnlichen Schicksal zu bewahren.

Das, was Fido sein wollte, ist Zombie City nun geworden: eine der besten Zombiekomödien seit dem grandiosen Shaun of the Dead. Obwohl das Budget sicher um einiges niedriger gewesen sein dürfte und die Pointen nicht immer so gnadenlos zünden wie bei Shaun. Die Trefferquote ist bei Letzterem einfach höher. Dafür fällt der wirklich gelungene Soundtrack von Zombie City auf. Sehr coole Rocksongs geben dieser Teenie-Komödie die richtige Würze. Dazu kommt ein gut aufgelegter Cast, wobei allerdings Hauptdarstellerin Samantha Mumba als Jessica kaum überzeugen kann. Sie ist eher das Eye Candy des Films. Doch die übrigen Darsteller, die schöne Geschichte, die gute Unterhaltung und einige drastische Splatter-Effekte wiegen dieses Manko wieder auf. Außerdem haben etliche der Sprüche schon jetzt Kultcharakter (“Ich bin viel stärker, schneller und spüre keinen Schmerz.”“Und kannst du auch fliegen?“). Fans von Horrorkomödien können bei Zombie City aka Boy Eats Girl nichts falsch machen.

Renatus Töpke

“Zombie City“

Originaltitel: Boy Eats Girl
Altersfreigabe: ab 18 Jahren
Produktionsland, Jahr: GB / IRL, 2005
Länge: ca. 77 Minuten
Regie: Stephen Bradley
Darsteller: Samantha Mumba, David Leon, Tadhg Murphy, Laurence Kinlan

Heimmedien-Veröffentlichung: 18. Oktober 2012
Offizielle Homepage: 3l-homevideo.de

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