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Tanz der Teufel-Horror #4 | EVIL DEAD (2013) von Fede Alvarez

Das 2013er Evil Dead-Remake durch Regisseur Fede Alvarez, der drei Jahre später Stephen Lang in Don’t Breathe als blinden Psychopathen inszenierte, in dessen Haus drei Teenager einbrechen und keine sehr schöne Zeit dort verbringen, findet sich in derselben Sphäre wieder wie Zack Snyders Remake zu George A. Romeros Zombie-Klassiker Dawn of the Dead. Beide haben einen günstig produzierten Trash-Horrorfilmklassiker genommen und ihn in eine moderne Variante verwandelt, die sich als nach vorne blickender trip down the memory lane erweist.

Damit zeigt uns Alvarez ein kleines “How to do a remake”. Er behält klassische Elemente bei, an denen wir Tanz der Teufel erkennen und durch die Sam Raimi – der das Remake gemeinsam mit Bruce Campbell produziert hat – seinen Filmen Erkennungsmerkmale auf Lebenszeit mitgegeben hat. Damit schmeißt Alvarez allerdings nicht einfach nur so um sich. Er hat sie geschickt in seine Story verwoben, nutzt sie um die Evil Dead-Kenner zu verwirren. Denn nicht alles was Ash in den Originalfilmen zustößt, wird hier einer Figur auferlegt. Jeder könnte der nächste Ash sein, wodurch das Rätselraten ein Maximum erreicht, wer von der Teenie-Clique am Ende noch stehen wird. Alvarez beweist sich als Verschleierungskünstler.

Er verknüpft dabei Handlungsstränge aus  Tanz der Teufel und Tanz der Teufel 2, schraubt die Ironie ein wenig zurück, baut seine Handlung mit ihrem dramatischen Bogen aber immer weiter hin aus, bis hin zu Sam Raimis übermäßigen Gore-Fest.

Evil Dead
Die Hand muss ab.

David (Shiloh Fernandez) und seine Freundin Natalie (Elizabeth Blackmore)  kommen an der einsamen Hütte im Wald an, wo sie Davids jüngere Schwester Mia (Jane Levy) und ihre Freunde Eric (Lou Taylor Pucci) und Olivia (Jessica Lucas) treffen. Die Gruppe hat diesen Trip geplant, um Mia dabei zu helfen, ihre Heroinsucht hinter sich zu lassen. In der Hütte entdecken sie eine Falltür im Boden. Sie gehen hinunter und stehen in einem Keller voller Tierkadaver, einer Shotgun und einem Buch namens Necronomicon.

Trotz der Warnungen, die dem Buch beigefügt sind, beginnt Eric einige Beschwörungsformeln zu sprechen. Damit erweckt er eine dämonische Macht, die sich im Wald außerhalb der Hütte auf Mia stürzt. In panischer Angst und unter Tränen versucht sie ihre Freunde dazu zu bringen, diesen Ort zu verlassen. Aber die Gruppe glaubt, Mia würde lediglich unter Entzugserscheinungen leiden. Als der Dämon aber gänzlich von ihr Besitz begreift, wird allen schnell klar, dass sie die Hölle im Inneren der Hütte entfacht haben.

Ein weiterer schlauer Schachzug ist der Drogentrip Mias, der zu Beginn – und vernünftigerweise nicht allzu lange – die Besessenheit Mias verschleiert. Erneut: Alvarez spielt mit genialen Twists, führt uns und seine Figuren immer wieder gerne an der Nase herum und hält seine Story damit am Laufen. Das unterstreicht er mit der perfekten Horror-Atmosphäre, die den Kamerastil der Originale mit einbezieht. So dürfen wir wieder in der Dämonen-Perspektive über den Waldboden fliegen, direkt auf unser Opfer zu. Kameramann Aaron Morton macht Evil Dead stylisch, gritty, fast ein wenig wie ein Horrormärchen.

Evil Dead
Die besessene Mia wird im Keller eingesperrt.

Die Darsteller erfüllen in diesem Szenario ihren Zweck, auch wenn keiner von ihnen eine begnadete Leistung abliefern würde, an die man sich erinnern würde oder müsste. Vielmehr zeigt sich Regisseur Fede Alvarez als der wahre Star, der seine Figuren wie Puppen durch die Handlung manövriert, wie Sam Raimi einst seine von Dämonen besessenen Teenager wie Marionetten hat in der Luft zappeln lassen.

Und wenn man sich nicht an die Darsteller erinnert, so wird man sich später aber an manche Bilder aus Evil Dead erinnern können. Wenn Elizabeth Blackmore sich mit einem elektrischen Küchenmesser die Hand abschneidet, wenn Shiloh Fernandez die Shotgun schwingt, wenn Jane Levy vom Wald angegriffen wird oder wenn dann endlich die Kettensäge zum Einsatz kommt. Das ist “groovy”, wie uns Bruce Campbell nach dem Abspann dieser wunderbaren Hommage selbst versichern darf.

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