Horror

Hai Horror #4 | 47 METERS DOWN (2017) mit Mandy Moore

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Mit 47 Meters Down von Regisseur Johannes Roberts bekommen wir einen seltenen Hai-Horrorfilm, bei dem sich die Protagonistinnen freiwillig den Monstern der Filmmeere aussetzen. In diesem Fall sind das Mandy Moore und Claire Holt als zwei Schwestern, die sich in einen Käfig sperren lassen um die scharf-zahnigen Naturgewalten aus nächster Nähe beobachten zu können.

“Relax, ihr werdet die Zeit eures Lebens haben”, möchte man die beiden vor ihrem Abenteuer noch beruhigen”. Dann aber reißt das Seil, an dem der Käfig hängt und aus den fünf Metern Tiefe und der Nähe zum kleinen Schiffchen an der Meeresoberfläche wird ein Sturz in die Dunkelheit des Ozeans, natürlich – dem Titel des Films entsprechend – in 47 Meter Tiefe auf dem Meeresboden gefangen.

Das Set-Up ist dabei etwas banal. Moore spielt Lisa, deren Boyfriend gerade mit ihr Schluss gemacht hat, weil er sie langweilig findet. Ihre Schwester Kate (Holt) ist da eher abenteuerlustig eingestellt, nimmt das Schwesterchen mit in den Urlaub nach Mexiko, um dort ein wenig abzutanzen und natürlich ordentlich Alkohol zu konsumieren.

47 Meters Down

Mandy Moore und Claire Holt lassen sich von Matthew Modine gut zureden

Sie treffen auf eine Gruppe von Typen, die sie zu dem tragischen Ausflug auf hoher See einladen. Lisa macht mit, weil Kate meint, so könne sie ihrem Ex beweisen, dass sie nicht langweilig sei und ihn vielleicht sogar beeindrucken und zurückgewinnen (weil man jemanden, der einem sagt man sei langweilig, unbedingt zurückhaben möchte).

Gut, dass 47 Meters Down scheinbar selbst diese Prämisse vergisst und sich schon bald im eigentlichen Horror verliert. Hier zeigt Roberts, dass er überaus spannend inszenieren und ein Maximum aus seiner kleinen Käfig-Story herausholen kann.

Dabei geht es ihm nicht nur darum, die rar aber effektiv eingesetzten Haie als Horror-Elemente zu zeigen, sondern auch das Gefangen sein am Meeresboden (die Klaustrophobie), die schwindenden Sauerstoff-Vorräte (als tickende Zeitbombe) oder die Dunkelheit, die dort unten im Ozean herrscht und zur absoluten Orientierungslosigkeit führt.

Hier nimmt uns 47 Meters Down die Sicht, wenn wir uns fast selbst in der Situation wiederfinden. Wir schwimmen mit Lisa und Kate durch die Ewigkeit des Meeres, als schwebten wir durchs Weltall. Was wir sehen können, ist auf wenige Meter beschränkt, dafür ist das Panik-Barometer am höchsten Anschlagspunkt angekommen.

Am stärksten wirkt der Film, wenn die Darstellerinnen nicht reden müssen. Die Dialoge sind definitiv eine Schwäche: “Der Hai hätte mich beinahe gehabt!” – “Oh, wirklich?”. Mehr ist nicht drin.

Dafür wirken diese Haie recht glaubhaft, auch wenn ihre hünenhafte Erscheinung ein wenig monströs daherkommt. Das schadet aber nicht der Handlung, da diese blutrünstigen Kreaturen wohl dosiert eingesetzt werden. So bekommen die Hai-Monster einige wohlüberlegte Schock-Auftritte, umschwirren die Protagonistinnen aber nicht in Dauerschleife.

47 Meters Down

Was erst einmal harmlos ausschaut, entwickelt sich zum puren Horror

Vielleicht mag dann das Ende etwas abstrus wirken, wenn der Film verzweifelt versucht uns einen Twist zu verkaufen, der recht weit hergeholt, wenn auch nicht unrealistisch wirkt. Aber es ist ein immenser Bruch im Storytelling dieser Inszenierung, weshalb der Stilbruch allzu offensichtlich in Erscheinung tritt.

Aber 47 Meters Down hört sich dafür wundervoll an. Die Musik kommt von Tomandandy, dem amerikanisch-kanadischen Filmkomponisten-Duo, dass schon Horrorfilme wie The Monster (großartig), Sinister 2 (okay) oder einige Filme der Resident Evil-Reihe (furchtbar) mit ihren Klängen unterlegt hat.

Am Ende schafft es Johannes Roberts uns mit wenig Worten einen Film zu geben, dem in seinen besten Momenten ein Zusammenspiel aus Musik, Atmosphäre und dem Schauspiel von vor allem Mandy Moore gelingt. 47 Meters Down wird hierdurch zu einem hinreißenden Beitrag im Hai-Horrorfilm-Genre.

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