Filmkritik

Home-Release: “Die Söhne des Generals Yang” von Ronny Yu

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Bilder zu "Die Söhne des Generals Yang" © Universal Pictures Germany GmbH

Bilder zu “Die Söhne des Generals Yang” © Universal Pictures Germany GmbH

So manches martialisches Schlachtenbild in Die Söhne des Generals Yang, rotgefärbte Kriegsflaggen die aus Blutlachen gezogen werden, verbreiten ebenso ein Horror-Ambiente, wie die Silhouetten von zahlreichen aufgespießten Soldaten. Horror, müsste man sagen, damit kennt sich der aus Hong Kong stammende Regisseur Ronny Yu aus. Er durfte schon mehrmals außerhalb seines Landes wahre Legenden in Szene setzen, fiel damit allerdings meistens bei den Fans durch: Chucky und seine Braut mit der gruseligen Mörderpuppe, gar nicht mehr so gruselig, eher abstrus verliebt. Freddy vs. Jason, das Duell der Giganten, dass ebenso unnötig wie das Aufeinandertreffen der Alien-Spezies mit den Predatoren war.

Sein Film Die Söhne des Generals Yang basiert auf einer Sammlung von chinesischen Volkserzählungen über eine Militärfamilie aus den frühen Jahren der Song-Dynastie. Die Geschichten erzählen von der uneingeschränkten Loyalität und dem Mut, den die Yangs im Kampf für ihr Land beweisen, das sie vor feindlichen Militäreinheiten – den Khitan und den Tangut – beschützen, sogar bereit sind sich für ihre Überzeugung zu opfern. Bei Regisseur Yu geht es nun um General Yang Ye (Adam Cheng), der von den Khitan gefangen genommen wird. Zurück bleiben seine Frau und seine sieben Söhne, die natürlich nur die Rettung Yang Yes im Sinn haben. Geleitet vom jüngsten Sohn (Ekin Cheng), reiten die sieben Söhne gemeinsam mit einer kleinen Bande von Kriegern aus, um sich einer Armee zu stellen, die viele tausend Männer stärker ist als sie selbst.

Die Söhne des Genrals Yang_SzenebildDabei entstehen natürlich manch große Kriegsszenen, die aber oftmals von einem überzogenen Spiel überlagert werden, dass man mögen muss, um sich dieser Geschichte anzunehmen. Da kommen nicht nur eine überschwängliche Mimik und Gestik zum Einsatz, auch die Dialoge weisen so manche triefende Theatralik auf. Selbst kleine romantische Zwischenspiele scheint Drehbuchautor Edmond Wong (in Zusammenarbeit mit Ronny Yu) noch etwas mehr als die schlimmste Hollywood-Romanze überzeichnen zu wollen. Wie man damit umgeht, unterliegt dem eigenen Ermessen. Entweder man fühlt sich zutiefst um wertvolle Lebenszeit beraubt, oder aber man lässt sich in eine cineastische Zeit zurückversetzen, in denen kitschige Low-Budget Eastern-Produktionen so etwas wie Kult darstellten. Dann nämlich könnte dieser Film durchaus als charmante Ehrerbietung vor dem Genre erscheinen.

Die Söhne des Generals Yang_DVDCoverLeider gibt es dann aber auch einen gravierenden Unterschied. Selbst in der damaligen Zeit wirkte der Eastern oftmals unfreiwillig (oder tatsächlich beabsichtigt) komisch. Die Darsteller schienen sich ihrer Rollen bewusst zu sein, die überzogenen Gesichtsakrobatiken wurden wie zu Stummfilmzeiten als Komikelemente verkauft. Das gelingt Ronny Yu hier nicht. Er nimmt sein Werk viel zu ernst, verliert vor lauter umbedeutsamen Figuren, die allenfalls durch den Einsatz unterschiedlicher Waffen auf dem Schlachtfeld zu unterscheiden sind, fast schon den Überblick über seine Arbeit. Weder lustig, noch mit interessanten Figuren ausgestattet, ist es – wenn wir von Ehrerbietung sprechen – eher eine mager in Szene gesetzte Verbeugung.

Die Söhne des Generals Yang ist seit dem 3. April 2014 auf DVD, Blu-ray und als VoD zu erhalten.

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